Marktkommentar Roggen - April 2021

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Jede Tonne Getreide zählt

Kommentar von Prof. Dr. Reimer Mohr - unabhängiger Unternehmensberater der Hanse-Agro GmbH

Weltweit geht die Aufmerksamkeiten der Landwirte, Händler und Verarbeiter in den letzten Wochen täglich, bei einigen Marktbeteiligten sogar stündlich, an die internationalen Börsen. Die Kurse für Ölsaaten und Getreide steigen unaufhaltsam an. Innerhalb der zweiten Aprildekade sind die Kurse bei Getreide um 15 bis 20 €/t und bei Raps um 50 €/t gestiegen. Dieser sehr hohe Kursanstieg wird immer wieder durch kurze Kursrückgänge begleitet, dem ein weiterer Anstieg folgt. Die Rapspreise in Paris haben seit Beginn des Handels im Jahr 1994 für die eingelagerte Ernte 20 als auch für die heranwachsende Ernte 2021 ein Allzeithoch erreicht. Auch in Chicago steigen die Kurse t äglich. Der Mais erreicht dort ein achtjähriges Hoch und die Sojabohne ein siebenjähriges Hoch. Die Entwicklung löst bei den Beobachtern Erstaunen und Kopfschütteln aus. Die Marktteilnehmer sind sehr nervös und reagieren sehr schnell und häufig überhastet auf neue Meldungen.

Die Börsenhektik hat sich auf den Handel vor Ort mit Weizen, Mais und Ölsaaten übertragen. Auch im Rye Belt ist die starke Verunsicherung der Märkte stark zu spüren. Eine Ausnahme scheinen dabei die Roggenpreise zu sein. Der Roggenpreis bewegt sich vom Ural bis zum Atlantik bei einem leichten Aufwärtstrend insgesamt seitwärts. Die täglichen Preisbewegungen scheinen am Roggenmarkt vorbei zu gehen. Die Diskussion über die Preisentwicklung hat ihren Höhepunkt noch nicht gefunden. Die Mehrzahl der Landwirte hat bis auf kleinere Restmengen die Ernte 2020 bereits vermarktet. Vereinzelt haben Landwirte den Verkauf des Roggens aufgrund der hohen Preisdifferenzen zu Weizen, Mais und Gerste noch im Lager. Neben der Frühjahrsaussaat steht bei vielen Landwirten der Verkauf der Ernte 2021 im Blickpunkt. Die hohen Preisgebote insbesondere für Raps und Weizen, die deutlich über dem langjährigen Mittel in den Frühjahrsmonaten liegen, erhöhen die Bereitschaft ein Teil der Ernte im Voraus zu verkaufen. Einige Landwirte haben Angst, dass die Preise wieder fallen könnten und wären geneigt, 60 – 70 % bereits während der aktuellen Hausse zu verkaufen. Im Gegensatz zum Weizen und Mais sind die Gebote für Roggen ex Ernte 2021 noch sehr vorsichtig. Im Folgenden wird der Hintergrund der aktuellen Marktentwicklung erläutert.

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