Marktkommentar Roggen - Mai 2020

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Unsichere Ernteaussichten

Kommentar von Prof. Dr. Reimer Mohr - unabhängiger Unternehmensberater der Hanse-Agro GmbH

Das laufende Vermarktungsjahr nähert sich im Rye Belt dem Ende. Die Mehrzahl der Landwirte hat die Vermarktung der eingelagerten Ernte 2019 beendet. Vereinzelt lagern noch Restpartien in den Silos.
Die Preisentwicklung bleibt insbesondere für Roggen seit der Ernte 2019 im Rye Belt zweigeteilt. Ein unterversorgter Markt im östlichen Rye Belt steht einer guten Versorgungslage im westlichen Rye Belt gegenüber.
Seit vielen Jahren wird Roggen erstmals in der Ukraine und Russland höher als Weizen gehandelt. In einigen Betrieben wandelte sich der Roggen vom Stiefkind zum Wunderkind. Statt einen Abschlag von 40 bis 50 €/t auf Brotweizen wird ein Zuschlag von regional 10 bis 40 €/t gezahlt. Diese besondere Situation zeigt einmal mehr, dass die Marktgesetze von Angebot und Nachfrage auch am Roggenmarkt Gültigkeit haben.

Für die Roggenmühle gilt es aktuell, die Sicherung der Versorgung bis zur Ernte 20 sicherzustellen. Nach Wochen mit wenig Regen in Teilen Deutschlands, Europas und auch der Schwarzmeerregion wurde mit Spannung auf die erste Produktionsschätzung des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums gewartet. Das USDA veröffentlichte in der zweiten Maiwoche die ersten Prognosen für die Produktion von Getreide und Ölsaaten im kommenden Vermarktungsjahr 2020/21. Im Folgenden wird ein kurzer Blick auf die aktuelle Marktsituation gerichtet und ausführlich die veröffentlichten Zahlen der Ernte 2020 beleuchtet und Schlussfolgerungen für die Vermarktung gezogen.

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