KWS entwickelt verbesserte Cercospora-Toleranz bei Zuckerrüben

Einbeck, 05.10.2020

Der Saatgutspezialist KWS hat ein Patent für die verbesserte Cercospora-Toleranz bei Zuckerrüben erhalten. Die Blattkrankheit Cercospora beticola ist eine der weltweit schädlichsten Krankheiten für Zuckerrüben: Der Pilzbefall kann zu Ertragsverlusten von bis zu 50 Prozent1 führen, auf rund zwei Dritteln der weltweiten Anbauflächen herrscht ein mittlerer bis hoher Krankheitsdruck. Mit klassischen Züchtungsmethoden ist es KWS gelungen, Zuckerrübensorten mit einer Cercospora-Toleranz bei gleichzeitig hoher Ertragsleistung auf den Markt zu bringen. Das Patent für dieses Trait (Pflanzeneigenschaft) wurde nun für aufbereitetes Zuckerrübensaatgut in den USA erteilt.

Verbesserte Cercospora-Toleranz bei Zuckerrüben

Sortenversuch in Süddeutschland (2019): Neue Sorte mit verbesserter Cercospora-Toleranz im Vergleich zu einer herkömmlichen Cercospora-toleranten Sorte, jeweils unter Krankheitsbefall.

„Die neue Pflanzeneigenschaft ist ein echter Meilenstein in der klassischen Zuckerrübenzüchtung“, sagt Dr. Andreas Loock, Leiter der Zuckerrübenzüchtung bei KWS. „Sie zeigt, welch wichtigen Beitrag moderne Pflanzenzüchtung für eine nachhaltigere Landwirtschaft leisten kann und hilft gleichzeitig, die Wirtschaftlichkeit des Zuckerrübenanbaus für die Zukunft zu sichern.“

Sorten, die bereits heute einen gewissen Schutz vor Cercospora bieten, weisen insbesondere auf Flächen mit geringerem Krankheitsdruck einen niedrigeren Ertrag auf als Sorten ohne Cercospora-Toleranz. Ziel der Pflanzenzüchtung ist jedoch die bestmögliche Kombination von Toleranz mit Ertrag unter allen Anbaubedingungen. Genau das ist den Züchtern von KWS nun gelungen: Die KWS Sorten mit dem neuen Trait verbinden einen noch nie dagewesenen Schutz vor Cercospora mit einer hohen Ertragsleistung – und das auf Flächen mit und ohne Befall.

Für die Bekämpfung der Blattkrankheit Cercospora stehen außerdem Fungizide zur Verfügung. Viele Schaderreger entwickeln jedoch Resistenzen gegenüber Pflanzenschutzmitteln, hinzu kommen zunehmende Reglementierungen im Bereich der Agrochemie. Auch das stellt Anbauer von Zuckerrüben weltweit vor große Herausforderungen. Das neue entwickelte Trait kann durch seine hohe Toleranz gegenüber der Pilzerkrankung somit auch dazu beitragen, Fungizide einzusparen.

„Der Schutz von geistigem Eigentum ermöglicht Innovationen wie diese Cercospora-Toleranz“, sagt Dr. Peter Hofmann, verantwortliches Vorstandsmitglied bei KWS für das Segment Zuckerrübe. „KWS ist jedoch bereit, Innovationen wie diese auch anderen zu fairen Bedingungen zugänglich zu machen, beispielsweise durch die Vergabe von Lizenzen an Dritte.“ Zuckerrübensorten mit dem neuen Trait werden ab dem Frühjahr 2021 für den Anbau in den USA und in einigen EU-Märkten verfügbar sein.

1 Wolf, P. F. J., Kraft, R., and Verreet, J. A. (1998). Schadrelevanz von Cercospora beticola (Sacc.) in Zuckerrüben als Grundlage einer Verlustprognose. J. Plant Dis. Prot. 105, 462–474.

Über KWS*
KWS ist eines der führenden Pflanzenzüchtungsunternehmen weltweit. Mehr als 5.500 Mitarbeiter in 70 Ländern erwirtschafteten im Geschäftsjahr 2018/2019 einen Umsatz von 1,1 Mrd. Euro und erzielten dabei ein Ergebnis von 150 Mio. Euro vor Zinsen und Steuern (EBIT). Seit mehr als 160 Jahren wird KWS als familiengeprägtes Unternehmen eigenständig und unabhängig geführt. Schwerpunkte sind die Pflanzenzüchtung und die Produktion sowie der Verkauf von Mais-, Zuckerrüben-, Getreide-, Raps-, Sonnenblumen- und Gemüsesaatgut. KWS setzt modernste Methoden der Pflanzenzüchtung ein, um die Erträge der Landwirte zu steigern sowie die Widerstandskraft von Pflanzen gegen Krankheiten, Schädlinge und abiotischen Stress weiter zu verbessern. Um dieses Ziel zu realisieren, investierte das Unternehmen im vergangenen Geschäftsjahr rund 200 Mio. Euro in Forschung und Entwicklung.

* Alle Angaben ohne die Anteile der at equity bilanzierten Gesellschaften AGRELIANT GENETICS LLC, AGRELIANT GENETICS INC. und KENFENG – KWS SEEDS CO., LTD.

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