Bundessortenamt lässt eine neue Generation leistungsstarker KWS Zuckerrübensorten mit Cercospora-Toleranz zu

Einbeck, 10.02.2021

Nach intensiver Forschungs- und Entwicklungsarbeit ist es der KWS Züchtung gelungen, eine neue, wirksame Cercospora-Resistenzquelle zu entschlüsseln. Die daraus resultierenden Sorten INSPIREA KWS und BLANDINA KWS, zusammengefasst unter dem Label CR+, wurden jetzt durch das Bundessortenamt zugelassen. Sie zeichnen sich durch höchste Blattgesundheit bei Cercospora und ein starkes Leistungsniveau aus, sowohl bei hohem als auch bei geringem Befallsdruck.

Gesunde und produktive Blattfläche einer CR+ Sorte im Vergleich zu einer klassischen Zuckerrübensorte.

Gesunde und produktive Blattfläche einer CR+ Sorte im Vergleich zu einer klassischen Zuckerrübensorte.

Mittlerweile ist Cercospora in den meisten Anbaugebieten von Zuckerrüben in Deutschland die dominierende Blattkrankheit. Die Blattfleckenkrankheit kann zu Ertragsverlusten von bis zu 50 Prozent führen und verringert die Verarbeitungsqualität. Vor dem Hintergrund zunehmender Reglementierungen bei Pflanzenschutzmitteln und der Zunahme von Resistenzen des Schaderregers gegenüber Fungiziden gewinnt der Anbau blattgesunder Sorten mit hoher Cercospora-Toleranz an Dringlichkeit und Bedeutung.

„Bisher mussten Rübenanbauer einen geringeren Ertrag in Kauf nehmen, wenn sie sich für einen hohen Grad an Cercospora-Toleranz entschieden“, erklärt Dr. Alexander Coenen, Regionenleiter Zuckerrübe für Deutschland und Österreich bei KWS. „Ab jetzt können sie jedoch von unseren CR+ Sorten profitieren, die höchsten Schutz vor Cercospora mit einer ausgezeichneten Ertragsleistung kombinieren.“ Aufgrund ihrer stabilen Leistung sichern CR+ Sorten nicht nur bei Cercospora-Starkbefall Erträge ab, auch bei schwachem Befall können sie die standortangepasste Sorte für viele Betriebe sein. Genau diese Kombination aus Toleranz und Leistung unter allen Anbaubedingungen ist die größte Herausforderung und erfordert viele Jahre züchterischer Arbeit. Die Entwicklung der neuen Sorten basiert auf klassischen Züchtungsprozessen und sie bieten eine neue Dimension des Schutzes vor Cercospora.

CR+ Sorten INSPIREA KWS und BLANDINA KWS

In den zweijährigen Wertprüfungen des Bundessortenamtes konnten gleich zwei sehr leistungsstarke CR+ Sorten überzeugen. BLANDINA KWS ist eine nematodentolerante Sorte mit bester Blattgesundheit bei Cercospora. Die rizomaniatolerante Sorte INSPIREA KWS mit sehr hohem Zuckergehalt zeigte sowohl bei starkem als auch bei schwachem Cercosporabefall eine hervorragende Ertragsleistung, insbesondere bei Versuchen ohne Fungizid.

Durch die verringerte Befallshäufigkeit und Befallsstärke sowie einen verlangsamten Krankheitsverlauf bleibt die gesunde und produktive Blattfläche bei CR+ Sorten über einen längeren Zeitraum erhalten. Das wiederum ist die Basis für eine gute Photosyntheseleistung der Pflanze und damit für hohe Erträge und einen stabilen Zuckergehalt. Darüber hinaus unterdrückt eine gute Blattgesundheit die Ausbreitung der Krankheit und bietet Potenzial für das Einsparen von Fungiziden. Coenen: „Durch die sehr hohe Blattgesundheit und Ertragsstabilität unserer CR+ Sorten gewinnen Landwirte eine größere Unabhängigkeit gegenüber Cercospora. Die neuen Sorten sind damit ein wichtiger Schlüsselfaktor für die Produktivität im Rübenanbau. Sie werden einen maßgeblichen Beitrag zum integrierten Pflanzenschutz sowie zur Wettbewerbsfähigkeit und Zukunft des Zuckerrübenanbaus leisten.“

Die neuen CR+ Sorten werden im Anbaujahr 2021 bereits im Praxisanbau getestet. Interessierte, die gerne nähere Informationen über den Praxisanbau dieser Sorten wünschen, können sich gerne an den persönlichen KWS Berater wenden.

Über KWS*
KWS ist eines der führenden Pflanzenzüchtungsunternehmen weltweit. Mehr als 5.700 Mitarbeiter in 70 Ländern erwirtschafteten im Geschäftsjahr 2019/2020 einen Umsatz von 1,3 Mrd. Euro. Seit mehr als 160 Jahren wird KWS als familiengeprägtes Unternehmen eigenständig und unabhängig geführt. Schwerpunkte sind die Pflanzenzüchtung und die Produktion sowie der Verkauf von Mais-, Zuckerrüben-, Getreide-, Raps-, Sonnenblumen- und Gemüsesaatgut. KWS setzt modernste Methoden der Pflanzenzüchtung ein, um die Erträge der Landwirte zu steigern sowie die Widerstandskraft von Pflanzen gegen Krankheiten, Schädlinge und abiotischen Stress weiter zu verbessern. Um dieses Ziel zu realisieren, investierte das Unternehmen im vergangenen Geschäftsjahr mehr als 200 Mio. Euro in Forschung und Entwicklung.

* Alle Angaben ohne die Anteile der at equity bilanzierten Gesellschaften AGRELIANT GENETICS LLC, AGRELIANT GENETICS INC. und KENFENG – KWS SEEDS CO., LTD.

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Zuckerrüben mit verbesserter Cercospra-Toleranz

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