Aktuelles zur Bestandesführung im Roggen

Thripse im Winterroggen

Thripse im Winterroggen

28.04.2020

Der Roggen schiebt vielerorts das Fahnenblatt. Die trockene und warme Witterung hat die Entwicklung stark beschleunigt (diese stellt uns jedoch vor einige ackerbauliche Herausforderungen).

Die Düngung wurde vielerorts aufgrund der angekündigten Trockenheit bereits abgeschlossen. Sollte doch noch eine Düngergabe notwendig sein, so ist diese schnellstmöglich vorzunehmen. Wichtig hierbei ist, dass ausreichend Feuchtigkeit zur Aufnahme in die Pflanzen vorhanden ist.

Der Einsatz von Wachstumsreglern sollte gut überlegt werden. Die Trockenheit verursacht Stress für die Bestände und das Längenwachstum hat sich spürbar verlangsamt. Viele Bestände präsentieren sich aktuell eher kurz und stabil. Zudem befindet sich die Bestandesdichte häufig nur auf mittlerem bis niedrigem Niveau. Nachkürzungen kommen daher wahrscheinlich eher auf den besseren bis guten Böden oder auf Standorten mit hoher Beregnungskapazität in Frage. Ethephonhaltige Präparate sind jetzt zu bevorzugen, um eine schnelle Wirkung zu erzielen. Eine Mischung mit Herbiziden ist nicht verträglich und daher zu unterlassen.

Die wärmeliebenden Thripsen wurden jetzt in vielen Regionen in den Roggenbeständen entdeckt. Thripsen sind schwarze Fadenwürmer, die über die Blattscheide bis zur Ähre vordringen und dort bedeutenden Schaden durch Ansaugen und Anstechen der Kornanlagen anrichten können (partielle Taubährigkeit ist die Folge). Beim Auftreten von Thripsen sollte die volle Aufwandmenge eines Lambda-Cyhalothrin-haltigen Insektizides eingesetzt werden. Der Bekämpfungsrichtwert liegt bis BBCH 39 bei 3 Thripsen je obere Blattscheide, von BBCH 49 - 65 sind es 5 - 10 Thripsen je Ähre bzw. obere Blattscheide. Ab Mitte der Blüte können mehr als 20 Thripsen/Larven je Ähre geduldet werden.

Braunrost als Leitkrankheit im Roggen sollte sorgfältig beobachtet werden. Gerade zu den späteren Stadien hat Braunrost eine besondere Bedeutung und ist ertragsrelevant. Das Schadbild ist geprägt von rostbraunen Pusteln, die bei trockener Witterung große Mengen an pulvrigen Sporen freisetzen. Eine rasche Ausbreitung findet vor allem bei stärkeren nächtlichen Tauphasen und tagsüber trockener Witterung statt. Solatenolhaltige Fungizidkombinationen weisen aktuell die höchste Wirksamkeit gegen Rost auf und verfügen auch über die längste Dauerwirkung. Ebenfalls langjährig bewährt hat sich eine Kombination aus Rost-wirksamen Azolen wie Tebu-, Epoxi- und Metconazol mit Strobilurinen.