Maßnahmen nach Niederschlägen

Maßnahmen nach Niederschlägen

30.04.2020

Die Getreidebestände zeigen sich regional nach wie vor sehr unterschiedlich. Besonders der Roggen aber auch der Weizen, präsentieren sich aufgrund der Trockenheit vielerorts sehr gesund. Im Gegensatz dazu war die Triticale schon früh mit Mehltau und/oder Braunrost befallen. Diesen Beständen bedarf es besonderer Aufmerksamkeit. Speziell die frühgesäten Gersten- und Roggenbestände befinden sich bereits im Grannenspitzen bzw. schieben das Fahnenblatt.

Durch das bislang sehr trockene Frühjahr wurden die Wachstumsreglermaßnahmen häufig nur verhalten bis gar nicht durchgeführt. Zusätzlich fehlte der Krankheitsdruck durch pilzliche Erreger, weshalb auch die Fungizide oftmals im Kanister geblieben sind.

Da die nun langersehnten Regenschauer zumindest angekündigt wurden und bereits regional auch die ersten Schauer gefallen sind, empfehlt es sich nun die Bestände einmal mehr gründlich zu kontrollieren. Die anstehenden Niederschläge tragen durchaus Potential das Infektionsrisiko, bezogen auf Mehltau und Roste, deutlich zu erhöhen. Ebenfalls ist bei anhaltender Blattnässe von erhöhtem Septoriadruck im Weizen auszugehen. Je nach Sortenanfälligkeit sind hier 36 - 48 Stunden Blattnässe notwendig. Bei anfälligen Sorten können bereits 24 Stunden Blattnässe ausreichend sein. Roste und Septoria lassen sich durch die aktuellen Carboxamid-Azol-Kombinationen sicher erfassen. Gegen Mehltau sind die entsprechenden Spezialfungizide einzusetzen.

Sollte besonders im Roggen die Wachstumsreglermaßnahme ausgeblieben sein, planen Sie bitte gegebenenfalls eine Behandlung (zumindest in Beständen ohne Trockenstress in BBCH 37 - 39) in der nächsten Woche ein. Die angeregte Mineralisation im Boden wird für zusätzlichen Wachstumsschub sorgen. Nährstoffpotentiale sind definitiv ausreichend und im Boden verfügbar. Vergewissern Sie sich im Vorfeld, die Bestände im korrekten Entwicklungsstadium anzusprechen, damit eine passende Maßnahme gewählt werden kann.
Sofern der Druck mit Braunrost gering bleibt, kann eine anstehende Abschlussbehandlung weiter hinausgezögert werden. Somit ist ein längerer Schutz in Richtung Ernte gegeben.

Aufgrund der Tatsache, dass die Triticale bereits deutlich unter Mehltau und Gelbrost gelitten hat, genügt hier die einmalige Behandlung mit einem Fungizid nicht. Besonders zu spät gesetzte T1-Maßnahmen erzielen lediglich eine kurzfristige kurative Wirkung. Ein dauerhafter Schutz ist hiermit jedoch nicht gewährleistet. Der Fungizidschutz sollte deshalb jetzt (spätestens bei voll geschobenem Fahnenblatt) mit einer Carboxamid-Azol-Kombination verlängert werden, um bis zur Abschlussbehandlung zu kommen.

Bedenken Sie auch weiterhin eine ausgewogene Versorgung mit Spurennährstoffen. Besonders bei anhaltender Trockenheit ist eine Blattdüngung oftmals eine der wenigen letzten Stellschrauben. Sofern noch nicht geschehen, sollte dies dringend in Erwägung gebracht werden.