Die richtige Sortenwahl für den zukünftigen Winterweizenanbau

Emerick im Feld

04.09.2020

Die Ernte des Winterweizens ist überregional abgeschlossen. Je nach Bodengüte und Wasserverfügbarkeit im Frühjahr sind die Erträge unterschiedlich ausgefallen. Die Überlegungen für die richtige Sortenwahl zur kommenden Aussaat laufen auf Hochtouren.

Die richtige Sorte für 2020/2021

Im Winterweizenanbau gibt es mehrere „Baustellen“. So konnte auch in diesem Jahr auf Hochertragsstandorten nicht überall die notwendige Vermarktungsqualität (mind. 12,0 % Rohprotein) erreicht werden. Hier sprechen wir vom sogenannten „Verdünnungseffekt“. Zusätzlich müssen ab dem 01.01.2021 die Maßnahmen in den roten Gebieten der neuen Düngeverordnung (DüV) umgesetzt werden. Dies beinhaltet u.a. eine um 20 % reduzierte Stickstoffdüngung. Hier können wir durch die richtige Sortenwahl Einfluss nehmen.

1. Sicherere Produktion von Vermarktungsqualität

Unter diesem Gesichtspunkt des Verdünnungseffektes habe ich mir einmal die diesjährigen LSV in Schleswig-Holstein genauer angesehen. Dabei habe ich nicht nur auf den Mengenertrag, sondern auf die erreichte Qualität geschaut. Bei dieser Kombination sticht besonders unsere diesjährige Neuzulassung KWS DONOVAN hervor. Diese Sorte ist nicht nur im Mengenertrag mit an der Spitze, sondern hat auch als einzige Sorte in der Spitze die notwendige Vermarktungsqualität erreicht. Zusätzlich hat diese Sorte eine gute Blattgesundheit, eine sehr gute Fallzahlstabilität und weist eine überdurchschnittliche Standfestigkeit vor.

Ebenfalls erwähnenswert und in der Praxis nachgefragt ist unsere Sorte KWS EMERICK. Auch diese Sorte produziert bei guten Erträgen eine überdurchschnittliche Proteingehalt. Es ist dabei zu beachten, dass sie in den Landessortenversuchen auf Niveau eines A/B-Weizen gedüngt wird. Eigentlich dürfte diese Sorte als E-Weizen 30 kg N/ha mehr erhalten. Dies ist in der Praxis jedoch nicht unbedingt notwendig, um die Vermarktungsqualität zu erreichen. Zusätzlich besticht diese Sorte durch weitere sehr gute Eigenschaften, u.a. im Bereich der Blattgesundheit.

2. Mit der Sortenwahl in roten Gebieten den Düngebedarf erhöhen

Zukünftige Düngebedarfsermittlung (Beispiel)

Zukünftige Düngebedarfsermittlung (Beispiel)

Ab dem 01.01.2021 gelten die Maßnahmen der neuen DüV innerhalb der roten Gebiete. Diese Maßnahmen beinhalten u.a. die um 20 % reduzierte Stickstoffdüngung. Im Winterweizenanbau können wir durch die Sortenwahl den Düngebedarf beeinflussen. So haben Weizensorten mit einer A/B-Qualität laut DüV einen maximalen Stickstoffstoffbedarf von 230 kg N/ha und Weizensorten mit einer E-Qualität einen maximalen Stickstoffbedarf von 260 kg N/ha. Die jeweiligen Zu- und Abschläge sind dabei zu berücksichtigen.

In der Übersicht oben habe ich eine beispielhafte zukünftige Düngebedarfsermittlung durchgeführt.

Auch hier kann unsere Weizensorte KWS EMERICK eine Abhilfe für den zukünftigen Winterweizenanbau sein. Reagieren Sie bereits zur Herbstaussaat mit der richten Sortenwahl und beeinflussen Sie den Düngebedarf im Frühjahr 2021.