Herbizidanwendung im Roggen

Herbizidanwendung im Roggen

KWS LOCHOW GMBH, 2019

10.09.2020

In den meisten Regionen ist eine Herbizidanwendung im Herbst im Roggen unerlässlich, da auf die gute Wirkung der Produkte nicht verzichtet werden kann. Besonders bei starkem Windhalm- oder Ackerfuchsschwanzaufkommen hat sich die Herbstanwendung bewährt. Welches Mittel ist das richtige für meinen Standort? Ist ein Einsatz im Vor- oder im Nachauflauf effektiver?

Das sind Fragestellungen, die sehr stark vom Standort, von der Witterung und vom Unkraut- und Ungrasaufkommen abhängig sind. Auch die unterschiedlichen Verträglichkeiten spielen bei der Mittelauswahl eine große Rolle. Es sollte generell auf eine gute Verträglichkeit geachtet werden. Bei der Anwendung von flufenacethaltigen Mitteln beachten Sie bitte die gute fachliche Praxis, die Produkt- und Anwendungshinweise des Herstellers (insbesondere zur Verträglichkeit) sowie die Hinweise Ihres zuständigen Pflanzenschutzdienstes. Bei einer unsachgemäßen Anwendung kann es zu Pflanzenschädigungen und möglicherweise auch zu Ertragseinbußen kommen. Leichte Böden und ein geringer Humusgehalt erhöhen das Risiko von Schädigungen im Roggen durch den Herbizideinsatz ebenfalls, da es hier schneller zu Verlagerungen an den Keimling oder die Wurzel kommen kann.

Es gibt aber auch ackerbauliche Maßnahmen, die das Risiko deutlich verringern. Es gilt, den Aussaattermin richtig zu wählen. Ist eine Herbizidmaßnahme im Herbst geplant, sollte ein Aussaattermin möglichst bis zum 10. Oktober (gerne auch schon Ende September) gewählt werden. Je früher es zur Anwendung kommt, desto länger können die Pflanzen während der vegetativen Phase den Wirkstoff metabolisieren. Eine gleichmäßige und ausreichend tiefe Saat ist ebenso wichtig für den kulturverträglichen Herbizideinsatz. Das Saatkorn sollte noch mit 2,5 bis 3,5 cm Boden bedeckt sein, nachdem sich der Boden gesetzt hat. Auf dem Bild ist die Schädigung durch ein Herbizid erkennbar, da die Saat zu flach abgelegt wurde. Wo der Kreiselgrubber kleine Erdhaufen geworfen hat und somit für ca. 2 cm mehr Erdauflage gesorgt hat, ist keine Schädigung zu erkennen.

Bevor die Herbizidmaßnahme stattfindet, sollte ein Blick auf den Wetterbericht geworfen werden. Die ersten Tage nach der Ausbringung sollte sichergestellt sein, dass keine größeren Regenmengen zu erwarten sind. Sollte es zur Verlagerung des Wirkstoffes an die Wurzel kommen, kann die junge Roggenpflanze geschädigt werden. Diese Schädigung würde zur einer Wuchsdepression oder zum Absterben des Keimlings/der Jungpflanze führen.