"Fit für den Winter" - Lassen Sie Ihr Wintergetreide nicht im Stich!

Mikronährstoffmangel in Wintergerste im Januar 2019

Mikronährstoffmangel in Wintergerste im Januar 2019

15.10.2019

Mikronährstoffe, wie z. B. Mangan und Kupfer, verbessern bei Getreide im Herbst vor allem die Winterhärte. Daher ist es wichtig die Pflanzen optimal damit zu versorgen.

Ein Mangel lässt sich dabei mit einer geeigneten Düngung schnell verhindern. Dass es den Pflanzen an Mangan fehlt, liegt nur selten an einem zu niedrigen Gehalt im Boden. Vielmehr ist der Nährstoff festgelegt und steht der Pflanze damit nur eingeschränkt zur Verfügung. Das betrifft vor allem Standorte mit hohem pH-Wert oder hohen Humusgehalten. Problematisch sind auch leichte, gut durchlüftete Böden mit einer unzureichenden Rückverfestigung. Gelegentlich kann auf diesen Böden auch die Kupfer-Versorgung knapp sein.

Ist Wintergerste mit Mikronährstoffen unterversorgt, zeigt sie dies sehr früh durch veränderte Blätter an. Vor allem früh gedrillte Bestände, die weit entwickelt sind, sollte man dann düngen, damit sie besser durch den Winter kommen. Auf bekannten Mangel-Standorten ist dies auch in Weizen, Triticale und Roggen sinnvoll.

Mangan lässt sich in verschiedenen Nährstoffformen ausbringen. Diese Formen unterscheiden sich vor allem darin, wie zügig sie wirken. Chelate sind meist schneller als Nitrate und Sulfate. Zudem sind sie sehr pflanzenverträglich und lassen sich gut mischen. Jedoch sind sie meist teurer im Einkauf. Daher sind Chelate oft nur bei sichtbarem Mangel wirtschaftlich. In den meisten Fällen empfiehlt sich der Einsatz von Mangan-Nitrat oder -sulfat.

Führen Sie die Blattdüngung möglichst erst ab dem 4-Blatt-Stadium des Getreides durch, damit ausreichend Blattmasse zur Aufnahme vorhanden ist.
Damit die Maßnahme optimal wirkt, sollten die Pflanzen mindestens noch 14 Tage wachsen können (Temperaturen > 6 °C). Da die Wirkungsdauer begrenzt ist, kann ein mehrmaliges Behandeln in extremen Fällen erforderlich sein.

Mikronährstoff Blattdüngung Wintergerste (Herbst)
Mangan 200 - 400 g/ha
Kupfer 30 - 60 g/ha

Viele fertigformulierte Produkte beinhalten oftmals weitere Mikronährstoffe, wie z. B. Zink und Bor. Diese können ebenfalls einen eventuellen Mangel abdecken und sorgen zusätzlich für vitale Pflanzen.

Diese Maßnahme ist mit einer Herbizid- oder Insektizidmaßnahme kombinierbar. Achten Sie dabei aber unbedingt auf die Mischbarkeit der eingesetzten Produkte (Herstellerinformationen beachten)!