Kleine Mengen, große Wirkung! Getreide richtig beizen.

Saatgut gebeizt

17.09.2020

Optimaler Schutz durch optimale Beizung. Die Keimung und Entwicklung der jungen Getreidepflanzen kann von vielen verschiedenen samenbürtigen Krankheiten beeinträchtigt werden. Hier bietet die Saatgutbeizung einen sicheren und preisgünstigen Schutz.

Die chemische Saatgutbehandlung dient zur Desinfektion des Korns sowie zum präventiven Schutz vor bodenbürtigen Krankheiten.

Aber Beize ist nicht gleich Beize. Die Qualitätsunterschiede und Wirkungsspektren der zugelassenen Beizen unterscheiden sich immens. Eine Übersicht der zugelassenen Beizen finden Sie hier. Achten Sie beim Kauf von Saatgut neben einem einheitlichen Beizbild auch auf die deklarierte Aufwandmenge. Diese sollte der zugelassenen Aufwandmenge entsprechen. Nur so kann eine sichere Wirkung gewährleistet werden.

Flugbrand in der Wintergerste

Flugbrand in einer zweizeiligen Wintergerste

Flugbrand in einer zweizeiligen Wintergerste

Sie sollten bei der Wahl der Beizung auf eine breite Grundabsicherung Wert legen. Besonders gilt das für Krankheiten, die über spätere Pflanzenschutzmaßnahmen nicht oder nur schwer kontrolliert werden können wie beispielsweise:

In der Wintergerste sollte ein besonderes Augenmerk auf den Flugbrand gerichtet werden. In den vergangenen beiden Jahren trat vermehrt Flugbrand in der Wintergerste auf. Die warmen Temperaturen und die trockenen Bedingungen nach der Aussaat im Herbst führten zu einer erfolgreicheren und schnelleren Entwicklung in der Wirtspflanze. Der Pilz wächst in der Pflanze mit nach oben, bis zur Bildung neuer Brandbutten. Die infizierte, mit Sporen angefüllte Ähre infiziert durch Luftbewegung die benachbarten gesunden, gerade blühenden Ähren und somit dringt der Erreger in den Embryo ein. Daher ist es wichtig beim Beizschutz auf das Wirkungsspektrum der Beize zu achten.

Steinbrände im Winterweizen

Weizensteinbrand (links) und Zwergsteinbrand (rechts) im Winterweizen

Weizensteinbrand (links) und Zwergsteinbrand (rechts) im Winterweizen

Beim Winterweizen sollte auf die Absicherung gegen Weizensteinbrand und Zwergsteinbrand geachtet werden.

Während Zwergsteinbrand eher in den kühlen, gemäßigten Klimazonen vor allem in Höhenlagen auftritt, findet Weizensteinbrand in allen Weizenanbaugebieten Verbreitung.

Die Infektion mit Weizensteinbrand findet am Keimling statt und wird über das Saatgut übertragen. Der Pilz wächst in der Pflanze systemisch mit und besiedelt die Ährenanlage.

Die Infektion mit Zwergsteinbrand erfolgt sowohl über den Boden, als auch über das Saatgut. Bei niedrigen Temperaturen und Lichteinwirkung keimen die Sporen und infizieren meist junge Pflanzen zum Zeitpunkt der Bestockung. Temperaturen von 0 - 10° C für 2 - 3 Monate, nicht gefrorener Boden und eine lang anhaltende Schneedecke sind ideale Infektionsbedingungen für den Zwergsteinbrand. Nach einem Befall mit Zwergsteinbrand sind die Brandsporen über mehrere Jahre im Boden lebensfähig.

Typische Symptome für Weizen- und Zwergsteinbrand sind:

  • Stärker bestockte Weizenpflanzen
  • Starke Halmverkürzung
  • Gespreizte Spelzen (Weizensteinbrand)
  • Brandbutten anstatt Körner

Um Zwergsteinbrand zu bekämpfen ist eine wirksame Saatgutbeizung unerlässlich. Gerade wenn Sie auf Ihren Flächen in den letzten Jahren Zwergsteinbrand beobachtet haben. Aktuell auf Steinbrand wirkende Beizen finden Sie hier.

Spurennährstoffbeize

Der Einsatz von Spurennährstoffbeizen wird in den letzten Jahren immer mehr diskutiert. Die verschiedenen Spurennährstoff-Cocktails sollen für einen zügigeren Feldaufgang und eine bessere Jugendentwicklung sorgen. Das Angebot ist vielfältig und intransparent. Es gilt jedoch bei der Auswahl zu beachten, dass der wesentliche Gehalt an Nährstoffen in der Trockenmasse von mehr als 1,5 % Gesamtstickstoff und 0,5 % Phosphat nicht überschritten werden darf, da die Ausbringung von Saatgut mit einer solchen Beize formalrechtlich verboten ist. Dies gilt für aktiv zugesetzten Stickstoff (eindeutige Deklarierung als Stickstoff (N)), der nicht Bestandteil einer chemischen Verbindung ist oder als Formulierungshilfsmittel dient.

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