Hybridroggenanbau nach Körnermais

Roggenfeld

29.10.2018

Hybridroggen gilt als anspruchslose Frucht sowohl hinsichtlich des Dünger- und Pflanzenschutzmitteleinsatzes, als auch der Bodengüte und Vorfrucht. Das heißt aber nicht, dass bei der Aussaat und Bodenbearbeitung keine besondere Sorgfalt aufgebracht werden muss. Im Gegenteil, nur ein sorgfältig abgelegtes Korn schafft die Grundlage für hohe Erträge.

Unter den Getreidekulturen stellen Winterroggen und Wintergerste die größten Ansprüche an Saatbettbereitung und Saat. Eine ideale, gleichmäßige Flachsaat von 2 – 3 cm erfordert eine feinkrümelige, gut abgesetzte und rückverfestigte Bodenschicht. Infolgedessen muss, neben der Vermeidung und Beseitigung von Verdichtungshorizonten, die Einarbeitung des Maisstrohes eine besondere Sorgfalt erfahren.
Das C/N-Verhältnis des anfallenden Maisstrohs beträgt 50:1 und ist damit enger als das von Getreidestroh mit 100:1. Dieses günstigere C/N-Verhältnis ist jedoch kurzfristig nicht von Vorteil. Im Herbst bleibt kaum Zeit die Strohrotte in Gang zu bringen und mit abnehmenden Bodentemperaturen sinkt die Aktivität der Mikroorganismen rasch. Somit steht der im Maisstroh enthaltene Stickstoff der Folgekultur nicht direkt zur Verfügung und wird zunächst durch die Mikroorganismen gebunden.

Ronaldinio Mais

Hinweise zur Düngung

Gemäß der Düngeverordnung darf Winterroggen im Herbst nicht gedüngt werden. Grundsätzlich beginnt die Sperrfrist zur Ausbringung von Dünger, die einen wesentlichen Anteil an Stickstoff (> 1,5 % in der TS) enthalten, nach der Ernte der letzten Hauptfrucht und dauert bis einschließlich 31. Januar (Ausnahmen siehe Düngeverordnung).

Weist der Boden ein geringes Stickstoff-Nachlieferungsvermögen auf, kann sich bei der jungen Roggenpflanze Stickstoffmangel einstellen. Dies, gepaart mit dem frühen Vegetationsbeginn des Roggens bei bereits 1 bis 3 °C, erfordert eine im Frühjahr im Rahmen der guten fachlichen Praxis schnellstmögliche Startgabe. Schnell wirkende Düngerformen sind zu bevorzugen. Die erste N-Gabe hat einen direkten Einfluss auf die Bestandesdichte sowie die Ausbildung der Ertragskomponenten ährentragende Halme und Körner je Ähre. Finden Sie sowohl Böden mit geringen Nmin- Gehalten als auch kaum umgesetztes Körnermaisstroh vor, sollte eine zweite N-Gabe in geringem zeitlichen Abstand zur Startgabe erfolgen.

Roggen nach Mais

Bodenbearbeitung

Das anfallende Körnermaisstroh muss eine gute Zerkleinerung erfahren und/oder mit ausreichend Oberboden vermischt werden. Beim Einsatz des Pfluges ist ein vorhergehendes Mulchen des Maistrohs zu bevorzugen, um die Zersetzung des Strohs zu beschleunigen. Damit verringert man die Gefahr der Bildung von Strohmatten, welche anaerobe (unter Sauerstoffabschluss) Schichten im Boden bilden. Diese Schichten verhindern eine Freisetzung von Nährstoffen und erschweren die Durchdringung des Bodens durch die Wurzeln.

Beim Verzicht auf den Pflug muss eine hervorragende Durchmischung des Oberbodens gesichert sein. Werte aus der Literatur fordern eine Bearbeitungstiefe von 2 cm pro t Stroh. Exemplarisch bedeutet das bei einem Korn:Stroh Verhältnis von 1:1,3 und einem Kornertrag von 9 t/ha eine anfallende Strohmenge von 11,7 t. Die Bearbeitungstiefe entspräche dann fast 24 cm.

Herbizideinsatz

Beim Einsatz von Herbiziden gilt es Schäden zu vermeiden. Die wirksamste Maßnahme zum Schutz der jungen Roggenpflanze besteht in der exakten Saatgutablage und der sicheren Bedeckung des Saatkorns mit 2 – 3 cm feinkrümeliger Erde.

Das Risiko Schäden zu verursachen steigt mit zunehmenden Mengen Maisstroh im Saathorizont, schlechter Zerkleinerung, geringer Durchmischung mit ausreichend Oberboden und variierender Saattiefe. Abzuraten ist von Herbstbehandlungen zu sehr späten Terminen im November, wenn nicht mindestens noch eine Wachstumsperiode von 2 Wochen folgt.

Bodenbearbeitung Mais vor Roggen

Bei fehlender Zerkleinerung des Maisstrohs und zu flacher Bodenbearbeitung leidet die Folgekultur (z. B. Roggen).

Fazit: Der Anbau von Hybridroggen nach Körnermais...

...wird in vielen Regionen Deutschlands erfolgreich praktiziert. Es gilt lediglich den Aussaattermin aufgrund der späten Ernte der Vorfrucht im Auge zu behalten und der Be-/Einarbeitung des Maisstrohs besondere Aufmerksamkeit zu schenken. In Frühjahren mit geringen Nmin-Werten oder fehlender Umsetzung des Maisstrohes im Winterhalbjahr ist eine höhere Stickstoffstartgabe anzuraten.

Josef Zellner
Josef Zellner
Vertriebsberater südliches Bayern
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