Im Schatten des Weizenmarktes

Roggen

04.11.2019

Der Roggenmarkt ist im Rye Belt weiterhin zweigeteilt. Die Marktverhältnisse haben sich dabei gegenüber dem Vorjahr auf den Kopf gestellt. Während im Vorjahr der Roggen im westlichen Rye Belt nach der Dürre preislich in Höhe des Weizens bezahlt wurde und sogar regional die Weizenpreise übertraf, fallen die Roggenpreise nach der durchschnittlichen Ernte 2019 wieder deutlich hinter die Weizenpreise zurück. Im östlichen Rye Belt sieht die Situation anders aus. Den Marktteilnehmern war infolge der niedrigen Ernte 2019 und den knappen Vorräten bereits im August bewusst, dass Roggen im laufenden Vermarktungsjahr 2019/20 knapp sein würde. Roggen erzielte daher bereits direkt nach der Ernte attraktive Preise. Diese Entwicklung hat sich in den vergangenen Wochen fortgesetzt. Insgesamt zeigen die weltweiten und die regionalen Getreidemärkte für eine stabile bis leicht steigende Preisentwicklung. Im Folgenden werden diese Perspektiven näher erläutert.

Im Schatten des Weizenmarktes

Weltweit geht das USDA für das laufende Vermarktungsjahr von einem Weltgetreidehandel auf dem Vorjahresniveau von 381 Mio. t aus. Dabei verschiebt sich der Welthandel in Richtung Weizen und Gerste. Während der Maishandel um 11 Mio. t auf 167 Mio. t abnehmen soll, wird ein Anstieg des Handels mit Weizen um 7 Mio. t auf 180 Mio. t und mit Gerste um 3 Mio. t auf 28 Mio. t erwartet. Zurückgehen soll dagegen der Handel mit Roggen, der gegenüber dem Vorjahr um 160.0000 t auf 440.000 t fallen soll. Die unterschiedliche Bedeutung des Welthandels für die Preisbildung wird am Verhältnis Welthandel zu Produktion deutlich. Bei Weizen beträgt das Verhältnis ohne Berücksichtigung der chinesischen Menge 28 % und beim Roggen knapp 4 %. Die Bewegungen des Weltmarktes bei Weizen nehmen aber einen starken Einfluss auf die Preisentwicklung des gesamten regionalen Getreidemarktes und daher auch auf den Roggenmarkt. Dies wird am Beispiel des russischen Marktes deutlich.

Den kompletten Marktbericht von Dr. Reimer Mohr lesen Sie hier.