Optimalen Erntetermin bei GPS-Getreide nicht verpassen

GPS Ernte Roggen

14.06.2019

Die Roggenblüte neigt sich auch an den kühleren Standorten dem Ende zu. Haben Sie gezielt GPS-Getreide angebaut oder fehlen Ihnen aus dem vergangenen Niedrigertragsjahr Grundfutterreserven? Dann sollten Sie nun den optimalen Erntezeitpunkt für Ihr GPS-Getreide nicht verpassen.

Für die Zukunft empfehlen wir Ihnen den Anbau von Hybridroggensorten mit einer Doppelnutzungseignung wie KWS BINNTTO und KWS ETERNO. Diese Sorten verschaffen Ihnen die bestmögliche Flexibilität. In Jahren mit ausreichenden Niederschlägen können Sie den Bestand dreschen, in Jahren wie diesem haben Sie die Möglichkeit einer vorzeitigen Ernte mit deutlich höheren Ertragserwartungen als z. B. bei der Gerste.
Wer definitiv eine Ernte von Ganzpflanzensilage anstrebt, kann mit der Spezialsorte KWS PROGAS die höchsten Trockenmasseerträge erreichen. Der Ertrag von KWS PROGAS liegt etwa 7 % über dem von Doppelnutzungshybriden.

KWS PROGAS

Ca. 3 Wochen nach der Blüte ist der optimale Erntezeitpunkt

Mit der erfolgten Blüte im Roggen sollte der Erntetermin des GPS-Roggens im Auge behalten werden. Als Faustzahl kann gelten: 3 Wochen nach der Blüte ist der optimale Erntezeitpunkt erreicht. Dieser sollte bei GPS-Hybridroggen in der Milch- bis Teigreife der Pflanzen erfolgen. Es sollte unbedingt der Abreifeprozess beobachtet werden. Durch beispielsweise hohe Temperaturen oder Trockenheit kann sich der Zeitraum zwischen Blüte und optimalem Erntefenster verkürzen.
Bei der Milch- bis Teigreife liegen die TS-Gehalte bei 30 – 35 %. Bei späteren Ernteterminen und TS-Gehalten von über 40 % ist der Ligninanteil in den Pflanzen bereits zu hoch. Dieser erschwert die Verdaulichkeit und verringert damit die Gasausbeute der Silage. Zusätzlich dazu ist auch die Verdichtung der Silage bei TS-Gehalten über 35 – 40 % erschwert und die Silagequalität sinkt.

Biogas- und Methanerträge von GPS-Hybridroggen

Reifestadium Erntezeitpunkt TS-Gehalt Gasertrag m³/t FM
Grannenspitzen Anfang Mai < 16 % < 100
Blüte Anfang Juni 20 - 25 % 130 - 160
Milchreife Mitte Juni 30 - 35 % 170 - 250
Teigreife Ende Juni 35 - 40 % bis 250

IBS, Bremen, 2006

Anbaugründe für GPS-Hybridroggen

Hybridroggen-GPS ist die ideale Ergänzung zum bewährten Grundsubstrat Silomais. Aus ackerbaulicher Sicht bietet der Anbau von GPS- Hybridroggen zahlreiche Vorteile:

  • Umsetzung der Greeningvorgaben durch Erweiterung der Fruchtfolge
  • Winterbegrünung
  • Erweiterung des Ausbringfensters für Gülle und Gärreste
  • Brechen der Arbeitsspitzen der Silomaisproduktion
  • Ausnutzung von Technik, Lagerraum und Know-how
  • Entlastung bei Substratknappheit
  • Ausreichend Zeit für optimale Bodenvorbereitung zu Winterraps oder Zwischenfrucht
  • Aktive Ackerfuchsschwanzbekämpfung durch dichte Bestände und frühe Ernte

Zusätzlich kann durch den Mischungseffekt die Gas- und Methanausbeute in Biogasanlagen erhöht werden, und auch aus wirtschaftlicher Sicht empfiehlt sich der Anbau von Hybridroggen für Biogas.

Roggen vor Biogasanlage