Roggen-GPS – Ein Garant für volle Mischwagen

Roggen Milchviehfütterung

03.09.2018

Geschuldet der aktuellen Situation mit starken Einbußen im Feldfutterbau spiegelt der Roggenanbau eine mögliche Lösung für Futterknappheit in Milchvieh- und Biogasbetrieben wider. Aufkommende Futterlücken können durch Roggen-Ganzpflanzensilage bereits ab Juni 2019 mehr als nur geschlossen werden.

Die seit Monaten anhaltende Trockenheit in nahezu allen Bereichen Deutschlands hat massive Einbußen im Futterbau hervorgerufen. Abhängig von der Region konnten in der Grünfutterernte durchschnittliche erste und zweite Schnitte mit guten Qualitäten eingefahren werden. Der darauffolgende Grasschnitt glich spätestens jedoch eher einer Schadensbegrenzung. Im diesjährigen Maisanbau sind aufgrund der langen Trockenheit große Teile der Maisbestände in der vegetativen als auch in der generativen Entwicklung massiv gestört worden. Die Futtermengen und Qualitäten aus der bereits begonnenen Maisernte sind in diesem Jahr als desolat einzustufen (LWK NRW 2018).

Die GPS-Nutzung von Wintergetreide kann einen erheblichen Beitrag dazu leisten aufkommende Futterengpässe adäquat zu schließen. Das Ziel im GPS-Anbau liegt in der Erzielung eines maximalen Trockenmasseertrages je Hektar (LWK NRW 2011). Milchviehhalter erhalten durch den GPS-Anbau ein Grobfutter mit mittlerer Energiedichte, welches sich gut in die Jungvieh- oder Trockensteherfütterung eingliedert. Mengen von 10 – 15 kg GPS pro Tag und Tier können sowohl Grassilage als auch Maissilage anteilig ersetzen (LWK NRW 2011).

GPS Hybridroggen Biogasanlage

Aufgrund seiner Wüchsigkeit und Trockentoleranz ist besonders Hybridroggen für die GPS-Produktion geeignet. Neben dem Anbau von speziellen GPS-Sorten, die Höchsterträge ermöglichen, ist der Anbau von Doppelnutzungshybriden sinnvoll. Bei Bedarf steht hier eine qualitativ gute Ganzpflanzensilage für die Rationsgestaltung bereit. Wird diese Absicherung der Futterversorgung nicht benötigt, überzeugt der Roggen bei Drusch mit stabilen Kornerträgen sowie als massiger Strohlieferant für die Milchviehhaltung. Hier hat sich KWS ETERNO aufgrund seiner sehr guten Braunrostabwehr als besonders geeignet herausgestellt. In Jahren ohne starken Braunrostdruck bleibt KWS ETERNO auch ohne Fungizidspritzung bis zur GPS Ernte gesund. Die neue Sorte KWS TREBIANO* ist aufgrund seiner guten Standfestigkeit ebenfalls für den GPS Anbau geeignet, lässt sich aber bei bester Mutterkornabwehr auch gut dreschen.

Trockenmasseerträge im GPS-Versuch

Trockenmasseerträge im GPS-Versuch

* in der EU zugelassene Sorte, in Deutschland im letzten Jahr der Wertprüfung