Roggen zwischen Knappheit und Überfluss

Roggen

20.11.2019

Mit dem Beginn der Ernte hat sich im Rye Belt der Roggenmarkt von Ost nach West gedreht. Während sich nach einer durchschnittlichen Ernte in der EU-28 der Roggenmarkt eingetrübt hat, überflügelt in Russland und der Ukraine der Roggenpreis derzeit den Weizenpreis. Die aktuelle Entwicklung zeigt einmal mehr wie sensibel die regionalen Märkte auf Angebotsveränderungen der „kleinen“ Getreidekulturen reagieren. Während Sie aufgrund der Ernährungsgewohnheiten im Lebensmittelsektor schwer zu ersetzen sind, gelten sie im Futtermittelsektor häufig als zweite Wahl. Daher nimmt der Preisdruck bei einem hohen Angebot deutlich zu. Roggen hat im Futtermittelsektor immer noch eine eingeschränkte Akzeptanz, die sich in Jahren eines reichlichen Angebots im Preis widerspiegelt. Im Folgenden wird die Einschätzung des Roggenmarktes im Rye Belt in der zweiten Herbsthälfte analysiert.

Roggen zwischen Knappheit und Überfluss

Bei einem Blick auf die Notierungstafeln in Russland leuchten nach Jahren des Mauerblümchendaseins den Roggenanbauern dort die Augen. Allein im Zeitraum von Mitte Oktober bis Mitte November stieg der Roggenpreis von 9.530 RR/t (134 €/t) auf 10.610 RR/t (149 €/t). Damit überstieg der Roggenpreis den Weizenpreis, der von 10.200 RR/t (144 €/t) auf 10.450 RR/t (147 €/t) gestiegen ist. Der Futterweizen notiert mit 9.460 RR/t (133 €/t) deutlich hinter dem Roggen. Roggen ist in Russland äußerst knapp. Das amerikanische Landwirtschaftsministerium, USDA, betätigte in seinem Novemberbericht diese Knappheit. Gegenüber dem Vormonat wurden die Zahlen in der Versorgungsbilanz nicht verändert. In der Versorgungsbilanz sind Produktion und Verbrauch mit jeweils 1,6 Mio. t ausgeglichen. Durch prognostizierte Exporte in Höhe von 25.000 t sollen die Vorräte zum 30. Juni 2020 auf 116.000 t fallen. Vor 2 Jahren betrugen die Vorräte noch 260.000 t. Die Vorräte zum 30. Juni 2020 reichen damit nicht einmal für vier Wochen. Die USDA-Zahlen vom November sind zum heutigen Zeitpunkt allerdings bereits überholt.

Den kompletten Marktbericht von Dr. Reimer Mohr lesen Sie hier.