Wachstumsreglereinsatz im Getreide

31.03.2020

Die regional stark schwankenden Aussaattermine des Wintergetreides, die folgende sehr nasse Witterung und der milde Winter präsentieren aktuell sehr unterschiedliche Getreidebestände.

Aktuelle Sonnenstunden bewirken eine weitere Entwicklung in Richtung Schossen. Daher sollten Getreidebestände nun etwas regelmäßiger kontrolliert werden. Hilfreich ist es dabei, stets ein Messer parat zu haben. So kann genaustens überprüft werden, ob sich der erste Knoten bereits vom Bestockungsknoten abgesetzt hat. Hierbei teilen Sie die Halmbasis mittig, sodass der Bestockungsknoten sichtbar wird. Ist der 1. Knoten 1 cm vom Bestockungsknoten entfernt, sollte eine erste Einkürzung durchgeführt werden.

Aufgeschnittene Weizen-Pflanze

Aufgeschnittene Weizen-Pflanze

Berücksichtigen Sie zusätzlich die Eigenschaften Ihrer angebauten Sorte. Führen Sie Ihre Sorte gemäß ihren Eigenschaften und optimieren Sie so die Erträge. Beachten Sie zusätzlich die Wetteransprüche der einzelnen Präparate und achten Sie auf die Empfehlungen der Hersteller.

Bei Nachtfrösten sollten keine Maßnahmen zur Wachstumsregulierung durchgeführt werden! Für eine optimale Wirkung sollte wüchsiges Wetter, hohe Lichtintensität und ausreichend Feuchtigkeitsreserven vorhanden sein.

Sortendemonstration Landkreis Diepholz

Sortendemonstration Landkreis Diepholz

Sortenreaktionen
Bitte beachten Sie, dass Sorten unterschiedlich auf Wachstumsregler reagieren. Aufgrund der Sortenreaktionen und der unterschiedlichen Neigung zu Lager haben wir hier eine Übersicht zu unseren Sorten über den Wachstumsregler-Bedarf zusammengestellt.

Wie ist ansonsten der Stand der Kulturen?
Der Befall mit Blattkrankheiten ist aktuell ebenfalls unterschiedlich stark ausgeprägt. Je nach Sorte finden wir im Winterweizen mäßigen bis starken Septoriabefall.

In der Wintergerste ist aktuell vielfach Mehltau und Netzflecken, teilweise auch Zwergrost vorzufinden. Selbst im Winterroggen wurden schon die ersten vereinzelten Braunrostpusteln gefunden. Oftmals ist es für eine Behandlung noch zu früh, kontrollieren Sie Ihre Bestände dennoch genau. In der Wintergerste kann eine Kombination von noch ausstehender Spurennährstoffdüngung und Fungizid gegen den ersten Krankheitsdruck je nach Situation sinnvoll sein. Ebenso sollte in anfälligen Winterweizen- oder Wintertriticalesorten ein bereits starker Gelbrostbefall unter dem Motto „Wehret den Anfängen!“ behandelt werden. Breit wirksame Fungizid-Lösungen können dann zum Wachstumsregler-Termin BBCH 31/32 eingesetzt werden.

Bei detaillierteren Fragen wenden Sie sich gerne mich.

KWS wünscht Ihnen einen erfolgreichen Start in die Saison!

Jetzt Berater finden