Verzwergungsviren im Getreide

Gelbverzwergungsvirus der Gerste

Gelbverzwergungsvirus der Gerste

06.11.2019

Die aktuelle feucht warme Witterung gibt Anlass zur Kontrolle Ihrer Getreidebestände.
Wie auch einiger Orts der Warndienst informiert hat, kann momentan ein deutlicher Flug an potentiellen Virusvektoren wie Läusen und Zikaden beobachtet werden.

Somit steigt die Wahrscheinlichkeit eines Virusbefalls zunehmend und erste Fälle sind bereits bekannt.
Das von Blattläusen übertragbare Gelbverzwergungsvirus in der Gerste (BYDV) kann von insgesamt 25 verschieden Blattlausarten (Vektoren) übertragen werden. Befallsindikatoren sind nach 1-3 Wochen in Form von Aufhellung der Bestände erkennbar. Besonders früh gesäte Gersten zeigen diese Symptome bereits im Herbst/Winter. Spätestens jedoch im Frühjahr wird dies deutlich sichtbar. Hierbei hellen die Blätter streifenförmig entlang der Blattadern auf. Zunächst hellen die Bestände nesterweise auf. Diese Nester vergrößern sich mit der Zeit und wirken sich negativ auf den Ertrag aus. Ertragsverluste von > 30 % sind durch das Verzwergungsvirus möglich.
Auch der Weizen kann von diesem Virus befallen werden. Die Weizenflächen sehen im Herbst ähnlich aus, jedoch fallen im Frühjahr besonders die rötlich verfärbten Blattspitzen auf.

Das Gelbverzwergungsvirus wird vor allem durch die Große Getreideblattlaus, Haferblattlaus und Bleiche Getreideblattlaus übertragen.

Weizenverzwergungsvirus

Weizenverzwergungsvirus

Im Fall des Winterweizens findet die Übertragung durch eine bestimmte Zikadenart der sogenannten Wander-Sandzirpe statt.

Larve des Schnellkäfers

Larve des Schnellkäfers

Neben der Gefahr eines Virusbefalls fallen regional stark lückige Bestände auf. Nicht selten konnte bei genauerer Betrachtung die Larve des Schnellkäfers im Keimling gefunden werden.

Drahtwurm

Drahtwurm

Zusätzlich und besonders nach Ackergras oder auf dem Vorgewende an bewachsenen Randstreifen, konnte vielerorts der Befall durch Drahtwurm (Adulte Larve des Schnellkäfers) festgestellt werden.

Wenngleich eine Bekämpfungsmöglichkeit gegen Gallmücke, Blattlaus und Co. in Form von Insektiziden besteht, kann der Drahtwurm nicht direkt bekämpft werden. Oftmals ist die Schwarzbrache die optimale Bekämpfungsmöglichkeit. Ein Drahtwurmbefall zeichnet sich durch lückigen Feldaufgang oder gar negative wachsende Bestände aus. Hierbei kann auch ein einst gut entwickelter Bestand binnen weniger Tage nesterweise absterben. Diese Nester können sich in kürzester Zeit über die ganze Fläche ausweiten.

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