Wachstumsreglereinsatz im Getreide

25.03.2020

Die regional stark schwankenden Aussaattermine des Wintergetreides, die folgende sehr nasse Witterung und der milde Winter präsentieren aktuell sehr unterschiedliche Getreidebestände.

Aufgrund dessen bewirken die vergangenen Sonnenstunden weitere Entwicklungen in Richtung Schossen. Daher möchte ich Sie im Vorfeld darauf aufmerksam machen, Ihre Getreidebestände nun etwas regelmäßiger zu kontrollieren. Hilfreich ist es dabei, stets ein Messer parat zu haben. So kann genaustens überprüft werden, ob sich der erste Knoten bereits vom Bestockungsknoten absetzt hat. Hierbei teilen Sie die Halmbasis mittig, sodass der Bestockungsknoten sichtbar wird. Ist der 1. Knoten 1 cm vom Bestockungsknoten entfernt, sollten Sie die erste Einkürzung durchführen.

Aufgeschnittene Weizen-Pflanze

Aufgeschnittene Weizen-Pflanze

Bedenken Sie zusätzlich die Sorteneigenschaften Ihrer angebauten Sorte. Führen Sie Ihre Sorte gemäß ihren Eigenschaften und optimieren Sie so die Erträge. Beachten Sie zusätzlich die Wetteransprüche der einzelnen Präparate und achten Sie auf die Empfehlungen der Hersteller.

Bei Nachtfrösten sollten keine Maßnahmen zur Wachstumsregulierung durchgeführt werden!

Sortendemonstration Landkreis Diepholz

Sortendemonstration Landkreis Diepholz

Sortenreaktionen

Bitte beachten Sie, dass Sorten unterschiedlich auf Wachstumsregler reagieren. Auf Grund der Sortenreaktionen und der unterschiedlichen Neigung zu Lager haben wir hier eine Übersicht zu unseren Sorten über den Wachstumsregler-Bedarf zusammengestellt.

Wie ist ansonsten der Stand der Kulturen?

Der Befall mit Blattkrankheiten ist aktuell ebenfalls unterschiedlich stark ausgeprägt. Je nach Sorte finden wir im Winterweizen und in der Wintertriticale vereinzelt Gelbrost. In der Wintergerste ist aktuell vielfach Mehltau und Zwergrost vorzufinden. Selbst im Winterroggen wurden schon die ersten vereinzelten Braunrostpusteln gefunden. Oftmals ist es für eine Behandlung noch zu früh, kontrollieren Sie Ihre Bestände dennoch genau. In der Wintergerste kann eine Kombination von noch ausstehender Spurennährstoffdüngung und Fungizid gegen den ersten Krankheitsdruck je nach Situation sinnvoll sein. Ebenso sollte in anfälligen Winterweizen- oder Wintertriticalesorten ein bereits starker Gelbrostbefall unter dem Motto „Wehret den Anfängen!“ behandelt werden. Breit wirksame Fungizidlösungen können dann zum Wachstumsreglertermin BBCH 31/32 eingesetzt werden.

Bei detaillierteren Fragen wenden Sie sich gerne an unseren Berater!

Die KWS wünscht Ihnen einen erfolgreichen Start in die Saison!

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