Wachstumsreglereinsatz im Getreide

31.03.2020

Die regional stark schwankenden Aussaattermine des Wintergetreides, die folgende sehr nasse Witterung und der milde Winter präsentieren aktuell sehr unterschiedliche Getreidebestände.

Sobald der Tag deutlich länger als die Nacht ist, also eine Dauer von 12 - 13 Stunden erreicht, beginnt das Getreide zu schossen. Wintergerste und Winterroggen werden allerdings weniger durch die Tageslänge gesteuert als Winterweizen und Triticale. Gerste und Roggen reagieren stärker auf die Sonnenstunden bzw. Temperatureinflüsse.

Daher möchte ich Sie im Vorfeld darauf aufmerksam machen, Ihre Getreidebestände nun etwas regelmäßiger zu kontrollieren. Ist der 1. Knoten 1 cm vom Bestockungsknoten entfernt, sollten Sie die erste Einkürzung durchführen.

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Bedenken Sie zusätzlich die Sorteneigenschaften in Bezug auf die Standfestigkeit Ihrer angebauten Sorte. Beachten Sie auch die Wetteransprüche der einzelnen Präparate und achten Sie auf die Empfehlungen der Hersteller!

Bei Nachtfrösten sollten keine Maßnahmen zur Wachstumsregulierung durchgeführt werden!

Wachstumsreglereinsatz.jpg

Sortenreaktionen
Bitte beachten Sie, dass Sorten unterschiedlich auf Wachstumsregler reagieren. Aufgrund der Sortenreaktionen und der unterschiedlichen Neigung zu Lager haben wir hier eine Übersicht zu unseren Sorten über den Wachstumsregler-Bedarf zusammengestellt.

Wie ist ansonsten der Stand der Kulturen?
Der Befall mit Blattkrankheiten ist aktuell ebenfalls unterschiedlich stark ausgeprägt. Je nach Sorte finden wir im Winterweizen und in der Wintertriticale vereinzelt Gelbrost. Die Halmbasis sollte hinsichtlich Halmbruch abgesichert werden. Je nach Anfälligkeit der Sorte kann Mehltau derzeit ein Thema sein, hier wird eine protektive Variante empfohlen. Bitte beachten Sie den derzeitigen Witterungsverlauf und haben Sie Ihre Bestände im Blick.

In der Wintergerste ist aktuell vielfach Mehltau und Zwergrost vorzufinden. Selbst im Winterroggen wurden schon die ersten vereinzelten Braunrostpusteln gefunden. Oftmals ist es für eine Behandlung noch zu früh, kontrollieren Sie Ihre Bestände dennoch genau. In der Wintergerste kann eine Kombination von noch ausstehender Spurennährstoffdüngung und Fungizid gegen den ersten Krankheitsdruck je nach Situation sinnvoll sein.

Bei detaillierteren Fragen wenden Sie sich gerne mich.

Momentan befinden wir uns alle in einer ungewohnten Situation.

Dies rückt aber die fundamentale Bedeutung einer regionalen Landwirtschaft wieder in den Vordergrund. Um den anstehenden Aufgaben weiterhin gerecht zu werden, möchte ich Ihnen weiterhin mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Auch wenn wir alle Feldbegehungen und Veranstaltungen bis auf Weiteres abgesagt haben, gibt es praktikable Möglichkeiten mit mir in Kontakt zu treten. Rufen Sie mich an, schicken Sie eine Mail, machen Sie Bilder von Ihrem Schlag. Wenn schwerwiegende Entscheidungen anstehen, zögern Sie nicht mich telefonisch zu kontaktieren, wir werden dann gemeinsam entscheiden, was nötig ist.

Wir bleiben in Kontakt und das Wichtigste: Bleiben Sie gesund!

Anna Belaya
Anna Belaya
Vertriebsberaterin nördliches Sachsen-Anhalt, Prignitz und Ludwigslust-Parchim
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