Rapsernte 2023 – worauf ist zu achten?
Juli 2023
Die Ernte des Winterrapses rückt immer näher und die Bestände präsentieren sich vielerorts sehr gut. Jetzt gilt es, das gesamte Potenzial Ihres Winterrapses auszuschöpfen, denn auf der Zielgeraden gibt es wertvolle Tipps zu beachten.
Wichtige Tipps in Kürze:
- Dem Raps Zeit geben – keine „Gummischoten“
- Druschverluste prüfen und optimieren
- Nacherntemanagement – Ausfallkörner nicht vergraben
Gummischoten
Eine Kornfeuchte von 9 % ist zwar ein angestrebter Wert für den Verkauf der Ernteware, für die Wahl des richtigen Druschzeitpunktes ist diese Information nicht ausreichend. Der Rapsbestand reift von oben nach unten, wobei das untere Drittel ca. 35 % des Ertrages leistet. Moderne Rapssorten bilden viele Seitentriebe und ein dickes Schotenpaket, welches schlechter von der Sonne durchstrahlt werden kann. Schauen Sie also, ob das Schotenpaket bis unten durchgereift ist. Grüne „Gummischoten“ im unteren Bereich werden nicht ausgedroschen und verursachen schnell hohe Ertragsverluste, die bei 20 grünen Schoten pro Pflanze ca. 10 % Minderertrag bedeuten können.
Druschverluste
Haben Sie keine Angst vor Ausfallverlusten im oberen Bereich, KWS Rapssorten haben eine geringe Ausfallneigung. Außerdem entlastet es das Druschsystem und die Reinigung des Mähdreschers und sorgt für mehr Druschleistung, weniger Betriebsmittelkosten, geringere Verluste und weniger Besatz.
Worauf Sie noch achten sollten:
- Möglichst lange Stoppeln
- Haspel ganz ausheben und nach hinten stellen
- Feuchtes/grünes Reststroh vermeiden – erhöht die Verluste
- Verluste kontrollieren – Ausfallraps von Anfang an minimieren
Nacherntemanagement
Nach dem Drusch gilt es, den Kontakt zwischen Samen und Boden herzustellen und so viele Ungras- und Ausfallrapssamen wie möglich zum Auflaufen zu bekommen. Dabei ist weniger mehr! Arbeiten sie möglichst sehr flach (max. 3 cm), um die Samen nicht zu vergraben und damit in eine sekundäre Keimruhe zu verlagern. In der Praxis bieten sich Strohstriegel, Mulcher, Messerwalzen, flache Federzinkengrubber oder keine Bearbeitung nach dem Drusch (bei feuchter Witterung) an. Die Zerkleinerung der Stoppel bringt zusätzliche phytosanitäre Vorteile. Lassen Sie aufgelaufenen Ausfallraps nicht zu groß werden (ca. 2-Blatt-Stadium).