Umstieg auf Dammkultur
Für diese Dammtechnik ist die Anschaffung eines neuen Gerätes nötig. Ullrich entschied sich für diese Technik, nachdem er sich intensiv beraten lassen hatte und selbst recherchiert hatte. Ein Besuch bei einem Betrieb, der seit Jahrzehnten Dammkultur mit einem Turiel-Gerät praktiziert, überzeugte ihn von den Vorteilen. Die dortige Beobachtung besserer Pflanzenbestände ohne mineralische Düngung war für ihn ausschlaggebend. „Die Bestände waren besser, grüner, saftiger - dickere Stängel, dickere Blätter.“, stellte er fest.
Technik und Funktionsweise
Diese spezielle Dammtechnik arbeitet auf einer Reihenbreite von 50 cm. Im ersten Arbeitsgang zieht ein Zinken in 20 - 25 cm Tiefe eine Rinne, die um 25 cm versetzt neben der Säreihe verläuft. Eine Bearbeitung unter der Säreihe findet nur sehr oberflächlich statt. Der vom Zinken bearbeitete Boden wird auf die Krone gehäufelt. Nach dem Absetzen des Bodens wird direkt auf dieser Dammkrone gesät, wobei die Maschine sich über die Rinne selbst führt – ohne Kamerasteuerung. Später erfolgt das Hacken ebenfalls mit derselben Maschine, geführt in der Rinne und in einer Tiefe von 20 cm, dabei wird der gesamte Boden im Tal bewegt. Vor jeder neuen Kultur wird der kaum sichtbare, max. 10 cm hohe Damm mit einem Grubber zerstört und neu aufgebaut.
Dieses System unterscheidet sich grundlegend von klassischen Kartoffeldämmen: Statt gefräster, homogener Strukturen entstehen grobe Bodenaggregate, die Luft und Wasser speichern. Die Bearbeitung erfolgt tief im Tal, während die Saat auf gewachsenem Boden liegt. Dadurch bleibt die Kapillarität erhalten, was für die Wasserversorgung entscheidend ist.