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Expertenwissen

Die Ökonomie des „Gelben Goldes“

Autor: Martin Krull, Teamleitung Personal, LMS Agrarberatung GmbH

Raps in Mecklenburg-Vorpommern

Foto: Martin Krull

BlickPunkt, Sommer 2026

Raps ist in Mecklenburg-Vorpommern eine der wichtigsten Kulturen – ökonomisch wie ackerbaulich. Martin Krull von der LMS Agrarberatung in Rostock beleuchtet Chancen, Kosten und Risiken des Rapsanbaus im Land.

Rapsanbau, eine der tragenden Säulen in Mecklenburg-Vorpommern

Der Rapsanbau nimmt in der deutschen Landwirtschaft eine Schlüsselrolle ein. Raps (Brassica napus) ist nicht nur die bedeutendste Ölpflanze heimischer Äcker, sondern fungiert als wirtschaftlicher Motor ganzer Fruchtfolgesysteme. In einer Zeit volatiler Agrarmärkte und steigender Betriebsmittelkosten stellt sich die Frage nach der Rentabilität des Rapses neu. Eine rein isolierte Betrachtung der Marktleistung greift dabei zu kurz; erst die Einbeziehung von Vorfruchteffekten, arbeitswirtschaftlichen Vorteilen und erheblichen Risikofaktoren ergibt ein vollständiges Bild der ökonomischen Attraktivität.

Ein Blick auf die nationale Bedeutung zeigt, dass im gesamten Bundesgebiet der Stellenwert des Rapsanbaus mit ca. 1,1 Mio. ha im Jahr 2025 sehr hoch ist. Allein in Mecklenburg-Vorpommern wurden rund 190.000 ha mit Raps bestellt. Dies entspricht etwa 17 % der gesamten Ackerfläche des Bundeslandes. Mit einer Gesamtproduktion von etwa 680.000 t Winterraps ist die Region ein zentraler Akteur im deutschen Pflanzenölmarkt. Diese Zahlen verdeutlichen die große wirtschaftliche Relevanz des Rapsanbaus auf regionaler und nationaler Ebene. Der Artikel bezieht sich im Folgenden auf eine regionale Betrachtung des Rapsanbaus in Mecklenburg-Vorpommern.

Entwicklung von Rapsanbaufläche und -ertrag in Deutschland und Mecklenburg-Vorpommern

Entwicklung von Rapsanbaufläche und -ertrag in Deutschland und Mecklenburg-Vorpommern

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Fazit

Der Rapsanbau bleibt eine tragende Säule der wirtschaftlichen Betriebsführung. Er bietet hohe direkte Erlöspotenziale und unverzichtbare indirekte Vorteile durch die Fruchtfolgewirkung. Dennoch ist er heute – vor allem durch den Wegfall effektiver Insektizidbeizen und den Druck durch den Rapserdfloh – eine Hochrisikokultur geworden. Die ökonomische Überlegenheit des Rapses entscheidet sich nicht mehr allein über den Maximalertrag, wesentlich sind auch die Beherrschung der Anbaurisiken, die Effizienz des Mitteleinsatzes und eine kluge Vermarktungsstrategie. Die betriebswirtschaftliche Auswertung zeigt, dass unter günstigen Bedingungen attraktive Gewinne erzielt werden können. Gleichzeitig macht die hohe Abhängigkeit von äußeren Faktoren eine kontinuierliche Analyse und Anpassung der Produktionsstrategien erforderlich.

Autor:

Martin Krull

Teamleitung Personal
LMS Agrarberatung GmbH

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