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Zuckerrübenanbau

Praxisversuch zur präzisen Stickstoffplatzierung

BlickPunkt, Sommer 2026

In den letzten Jahren ist die Diskussion um eine effizientere Nutzung von Stickstoff im Ackerbau deutlich intensiver geworden. Steigende Kosten, regulatorische Anforderungen sowie ökologische Rahmenbedingungen rücken die Frage in den Fokus, wie Nährstoffe möglichst zielgenau ausgebracht werden können. Vor diesem Hintergrund wurde im Jahr 2025 ein Praxisversuch zur präzisen Stickstoffdüngung in Zuckerrüben angelegt.

Der Praxisversuch

Ziel des Versuchs war es, zu untersuchen, in welchem Umfang sich die Stickstoffmenge reduzieren lässt, wenn die Aufbringung punktgenau im Wurzelraum der Pflanze erfolgt. Dazu wurden auf drei Standorten – zwei landwirtschaftlichen Betrieben in der Region Einbeck sowie einem Betrieb in Merklingsen bei Soest – unterschiedliche Düngestrategien miteinander verglichen.

Gemeinsam mit der FH-Südwestfalen, SKW Piesteritz und der Kverneland Group wurden sowohl Depotdüngungsverfahren in Spot- und Bandablage als auch das herkömmliche Breitstreuverfahren geprüft. Die Varianten umfassten Stickstoffmengen zwischen 75 und 100 % der jeweiligen betriebsüblichen Standardgabe. Die Düngung erfolgte entweder breitflächig oder präzise unterirdisch im unmittelbaren Pflanzenbereich.

Die Versuche wurden über die gesamte Vegetationsperiode intensiv begleitet. Neben Feldaufgangskontrollen kamen Drohnenaufnahmen zum Einsatz, ergänzt durch manuelle und maschinelle Ernte sowie umfassende Laboranalysen zur Erfassung von Ertrags- und Qualitätsparametern.

Ertrag halten und Stickstoff reduzieren

Die Ergebnisse zeigen, dass durch die präzise Ablage des Stickstoffdüngers bei einer Reduzierung um 25 % keine relevanten Zuckerertragsverluste auftraten. Verglichen wurde die präzise Punktablage (Spot) mit 75 % der Stickstoffmenge mit dem breit gestreuten Standardverfahren mit 100 % Stickstoffmenge. Die Stickstoffablage als Düngerband lag dabei auf einem ähnlichen Niveau. Die Kontrollvariante ohne jegliche Stickstoffgabe zeigte erwartungsgemäß deutlich geringere Erträge.

Die Versuchsergebnisse verdeutlichen, dass durch eine gezielte Platzierung des Stickstoffs die Effizienz der Nährstoffnutzung gesteigert werden kann, ohne dass es zu Ertragseinbußen kommt. Voraussetzung hierfür ist eine technisch zuverlässige Umsetzung der präzisen Düngerapplikation im Bestand.

Fazit

Die Ergebnisse des Praxisversuchs bestätigen, dass eine bedarfsgerechte und gezielt platzierte Stickstoffdüngung im Zuckerrübenanbau eine Alternative zur flächigen Ausbringung darstellt. Durch die Kombination aus reduzierter N-Menge und vergleichbaren Erträgen ergibt sich sowohl aus wirtschaftlicher als auch aus pflanzenbaulicher Sicht ein relevantes Potenzial für den praktischen Einsatz.

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Nils Rusek
Nils Rusek
Projektmanager Strategie
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