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Capacity Development

Capacity Development in Peru und Äthiopien

Mit der Initiative Capacity Development unterstützt KWS die Weiterbildung überwiegend junger Pflanzenzüchter in Peru und Äthiopien. Im Fokus steht die Entwicklung und Vermehrung regionalangepasster Sorten. In Peru liegt der Schwerpunkt auf Mais und Quinoa (Inkareis), in Äthiopien auf Gerste und Weizen. Die Initiative trägt dazu bei, die vorhandene Vielfalt an genetischen Ressourcen zu schützen und nachhaltig zu verwenden. Gleichzeitig wird das internationale Abkommen über pflanzengenetische Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft umgesetzt.

Herausforderungen & Ziele in Peru

Perus Klima und Landwirtschaft sind vielfältig. Kleinbauern kultivieren in allen Landesteilen eine Vielzahl an Mais- und Quinoasorten. Doch Klimaschwankungen bedrohen diese Vielfalt. Zudem wandert die Jugend in die Städte ab und traditionelles Wissen zu Anbau, Nutzung und Erhalt der Kulturpflanzen geht verloren. Die Folgen: Chronischer Nahrungsmangel – vor allem in entlegeneren Regionen.

Um die Ernährungssicherheit peruanischer Kleinbauern zu erhöhen, fokussieren wir drei wichtige Ziele: Die Förderung der Entwicklung neuer Mais- und Quinoasorten, die nachhaltige Nutzung der genetischen Vielfalt sowie die Weiterbildung junger peruanischer Wissenschaftler.

Bisherige Aktivitäten und erste Ergebnisse

Genetische Mais- Ressourcen effizient managen

Zusammen mit der Nationalen
Agraruniversität La Molina arbeiten
wir an der Optimierung des
Managements genetischer Maisressourcen in der UNALM-Genbank.

  • Charakterisierung im Hinblick auf agronomische Merkmale von 1.781 Maissaatgutproben aus verschiedenen ökologischen Zonen Perus
  • Charakterisierung im Hinblick auf das Erbgut mit modernen „Genotyping-by-Sequencing“ (GbS) Techniken
  • Erstellung einer Datenbank
  • Training eines Wissenschaftlers in Datenbankerstellung, GbS Techniken und Datenanalyse an der Universität Hohenheim

Nationale Maiszuchtprogramme stärken

Gemeinsam mit dem Nationalen Institut für landwirtschaftliche Innovation (INIA, Cusco) entwickeln wir verbesserte Maissorten für weit verbreitete saure Böden.

  • Training in verschiedenen Methoden der Populationsverbesserung, Vergleich des jeweils erwarteten und realisierten Selektionsgewinnes (Feldversuche laufen noch)
  • Studien zur Toleranz von neu gezüchteten Maispopulationen und lokaler Maissorten gegenüber sauren Böden: Identifikation überlegener Sorten für die Selva-Regionen

Neue Quinoa- Züchtungsstrategien entwickeln

Eine Studie der genetischen Vielfalt von zwölf Quinoasorten führte zu sechs neuen Populationen sowie zur Identifikation von Genomregionen für verschiedene Merkmale.

  • Studie der genetischen Vielfalt von zwölf Quinoasorten mittels fast fünfzigtausend molekularer Marker
  • Schaffung neuer genetischer Variation aus Einfach- und Doppelkreuzungen
  • Entwicklung von sechs neuen Populationen sowie Identifikation von Genomregionen für verschiedene Merkmale.

Hier finden Sie mehr Infos zu Peru
  • Menschen bei KWS

    Durch den internationalen Austausch können wir neue Lösungen schneller entwickeln.

    Lorena Santus, UNALM-Wissenschaftlerin in Hohenheim

Herausforderungen & Ziele in Äthiopien

Düngemittel, Pflanzenschutz und Bewässerungsanlagen können sich die meisten Bauern und Kleinbetriebe nicht leisten. Daher hängt eine ertragreiche und nachhaltige Ernte vor allem von robusten Pflanzensorten mit hoher Widerstandsfähigkeit und Qualität ab. Genau hieran fehlt es aber: zertifiziertes Saatgut und ausreichend neue Sorten, die an die extrem diversen Anbaubedingungen in Äthiopien angepasst sind.

Ziel ist es, pflanzengenetische Ressourcen zu schützen und für die lokale Landwirtschaft nachhaltig nutzbar machen. Darüber hinaus wollen wir den regionale Saatgutsektor stärken und die Entwicklung neuer Gersten- und Weizensorten fördern.

Bisherige Aktivitäten und erste Ergebnisse

Stärkung der Gersten- und Weizenzucht

  • Bereitstellung von 20 deutschen Gersten- und Weizensorten zur Übertragung von Qualitätsmerkmalen in lokale Sorten
  • Training der Angestellten in unterschiedlichen Methodiken
  • Training von Wissenschaftlern in markergestützter Selektion und Entwicklung von Doppelhaploiden in Deutschland
  • Bereitstellung von Züchtungsequipment und Material

Nutzung genetischer Ressourcen

  • Training der Angestellten in Genbank-Management am Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) in Gatersleben
  • Rückführung von 7.200 Gerstenproben
  • Bereitstellung von Genbankequipment und Material

Förderung von Kleinbauern

  • Verteilung und Beobachtungsanbau von Saatgutproben von verbesserten Gersten- und Weizensorten bei bislang weit mehr als 2.000 Kleinbauern
  • Weiterverteilung der erhaltenen Saatgutmenge nach der Ernte an Kleinbauern
  • Vorsichtige Schätzungen gehen davon aus, dass hierdurch 9.000 Landwirte mit Saatgut überlegener Sorten ausgestattet worden sind

Hier finden Sie mehr Infos zu Äthiopien

Ihr Ansprechpartner

Wolf-Gebhard von der Wense
Wolf-Gebhard von der Wense
Direktor für nachhaltige Unternehmensentwicklung
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