Rückblick auf die Maisanlässe 2022

Trocken, heiss und verfrüht

Diese drei Stichworte beschreiben das Erntejahr 2022 womöglich am Besten. Nach hohen Temperatursummen litten in einigen Regionen der Schweiz die Maispflanzen unter extremem Trockenstress und gingen teilweise bereits Mitte August in die Notreife über. Entsprechend wurden die Feldbegehungen der Witterung angepasst und wir starteten 3 Wochen früher als geplant in unsere KROQ Saison.
Eine unserer Demofelder präsentierten sich glücklicherweise noch immer in schönster Pracht. An anderen Orten nutzten unsere KWS Anbauberater die Chance, anhand weniger schöner Pflanzen die Auswirkungen von extremer Witterung aufzuzeigen.

So entdeckten wir unter anderem einige Pflanzen, die ihre Kolben nicht ganz bis nach vorne zu füllen vermochten. "Dies ist kein Sortenspezifisches Problem, sondern ein Anzeichen des heissen und trockenen Sommers" - So Anbauberater Tobias Streckeisen. Dafür könne es laut Streckeisen mehrere Gründe geben. Der Mais als witterungsrobuste Kultur fülle bei Wasserknappheit den Kolben lieber nur zu 2/3 und bilde dafür schöne und volle Körner aus. Sollte die Trockenheit weiter andauernm ist der Mais so bestens gewappnet. Maisfelder - besonders spät gesäte Felder - standen im heissen und beinahe windstillen Hochsommer in voller Blüte. Tobias Streckeisen erklärt: "Der fehlende Wind ist Schuld daran, dass viele Kolben nicht komplett befruchtet werden konnten."

Wie geht es weiter mit den Saatgutbeizungen?

Die Zukunft der Saatgutbeizung ist längst nicht mehr in Stein gemeisselt und immer mehr Wirkstoffe werden in der Schweiz und der EU verboten. Deshalb haben wir als KWS einen neuen Weg eingeschlagen, um auch in Zukunft leistungsstarke Beizmittel zur Verfügung stellen zu können.

"Wir sind selber am meisten enttäuscht, dass unser neue Saatugtbeizung INITIO BP nicht das hielt, was wir (uns) versprochen haben", so der einstimmige Tenor beim KWS Team. „Wir sind neue Wege gegangen und haben einen Sprung gewagt. Die Richtung stimmt aber vielleicht war der Sprung noch zu gross.“

Dabei hat das Beizmittel bei den Versuchen im 2021 Spitzenergebnisse gezeigt und so entschlossen wir uns dazu, die KWS Sorten für die Aussaat 2022 komplett mit INITIO BP zu beizen. Leider hat das Beizmittel im 2022 nicht das gleiche Schutzniveau gezeigt, wie im Jahr davor. Unsere interne Forschunsabteilung setzte alles daran herauszufinden, wo diese Diskrepanz entstanden ist.

Dabei wurde festgestellt, dass kein Applikationsfehler vorlag. Der Grund für die veränderte Schutzwirkung ist einfach erklärt: INITIO BP ist kein Gift. Krähen sind intelligente Tiere und scheinen schnell gemerkt zu haben, dass unsere neue Beizung sie nicht mehr tötet, sondern höchstens ein bisschen Bauchschmerzen verursacht. KWS Anbauberater Beat Wyss verglich die Situation treffend mit uns Menschen: "Wenn wir Hunger haben, wählen wir auch zuerst den schmackhaften Hamburger. Wenn nichts anderes mehr da ist, nehmen wir letztendlich auch noch das trockene Knäckebrot, das herumliegt, anstatt zu verhungern."

Unser Fazit: MESUROL war für die Tiere tödlich, ebenso KORIT. INITIO BP ist nur noch "grusig", wie wir im Volksmund sagen würden - aber je nach Nahrungsangebot, die einzige verbleibende Möglichkeit, um nicht zu verhungern. Da es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis auch KORIT verboten wird, sind wir weiterhin bestrebt unsere neue Saatgutbeizung weiterzuentwickeln und zu verbessern, um auch in Zukunft einen Krähenschutz anbieten zu können.

Roland Anderegg wirft noch einen Blick über den Beizmittel-Tellerrand hinaus: "Wir Landwirte müssen wieder lernen, unsere Felder richtig zu bestellen." erklärt er an einer Flurbegehung. „Das Saatgut vielleicht ein wenig tiefer säen. Krähenabwehr installieren. Wieder lernen mit unserer Umwelt zu arbeiten und nicht einfach auszusäen und die Saat direkt zu vergessen - bei MESUROL war das möglich, nun herrschen aber andere Zeiten."

CornSeedService

Wir von der KWS hatten volles Verständnis für die Situation der Landwirte und wollten diese so gut wie möglich unterstützen. Deshalb erstatteten wir dieses Jahralle Frassschäden bei INITIO BP gebeiztem Saatgut zu 100% zurück. Einzige Bedingung: Sie mussten über unser Online-Tool, den CornSeedService, korrekt angemeldet sein.
Im kommenden Jahr werden Schäden wieder wie gewohnt zu 50% übernommen - Grund des Schadens ist nach wie vor irrelevant. Eine Nutzung von unserem kostenlosen Tool lohnt sich auf jeden Fall!

Hier geht´s zum CornSeedService