Trockenheitsgeschädigter Mais, was tun?

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Das Wetter in der Schweiz ist seit längerer Zeit von Trockenheit und Hitze geprägt. Dies setzt auch dem Mais zu, welcher in einigen Gegenden der Schweiz unter starkem Trockenheitsstress leidet.

Trotzdem ist eine vorzeitige Ernte nur in Ausnahmefällen sinnvoll.

1. Maisbestand:

Die Maisbestände bedürfen aufgrund der außergewöhnlichen Witterungsverhältnisse einer genauen Beobachtung. Da oft nur einzelne Flächen oder Teilbereiche innerhalb einer größeren Fläche betroffen sind, gestaltet sich die Beurteilung oft schwierig und die Entscheidung sollte sorgsam abgewogen werden. Kontrollieren Sie die Bestände früh am Morgen, da hier die Pflanzen „erholt“ von der kühleren Nacht ohne intensive Einstrahlung sind!

Normal entwickelte Bestände:

Auch bei scheinbar normal entwickelten Beständen sollte der Befruchtungserfolg ca. 10 Tage nach der Blüte kontrolliert werden. Aufgrund der hohen Temperatursumme wird die Maisreife früher erreicht werden als in normalen Jahren. Bei weiterhin hohen Temperaturen und ausbleibenden Niederschlägen ist auch hier mit einer schnelleren Abreife der Bestände zu rechnen.

Bestände mit Trockenheitssymptomen:

Die Befruchtung der Kolben konnte in den meisten Fällen noch erfolgen, der Bestand rollt jedoch die Blätter und glänzt silbrig. Solange die Blätter noch grün, weich und nicht dürr sind, erholen sich die Pflanzen bei einsetzendem Regen wieder. Erst bei fortschreitender Schädigung der Pflanze (Absterben der Blätter) verringert sich die Einlagerung von Stärke in das Korn. Bei solchen Beständen macht ein frühzeitige Ernte keinen Sinn, der Trockensubstanzgehalt liegt noch deutlich unter den, für eine gute Konservierung benötigten 30%.

Stark geschädigte Bestände:

Bestände mit stark geschädigter Pflanzen, bei denen eine Befruchtung ausblieb, sollten besonders im Auge behalten werden. Die Blätter sind verdorrt, trocken und zerfallen beim Reiben zwischen den Händen in kleine Stücke. Wenn ein Großteil der Blattmasse verdorrt ist, macht eine vorzeitige Ernte möglicherweise Sinn. Wichtig ist jedoch, dass das Erntegut einen TS-Gehalt von 30% erreicht um eine gute Konservierung sicherzustellen. Dazu ist der Wassergehalt des Stängels zu beachten der oft relativ hoch ist.

Entscheidungshilfe für die Ernte von trockenheitsgeschädigtem Silomais:

  Keine Kolbenanlage Geringe Kolbenanlage Gute Kolbenanlage
verdorrte Blätter zeitnah ernten zeitnah ernten zeitnah ernten
Grün-silbrige, gerollte Blätter weiter beobachten weiter beobachten normal ernten
Fast alle Blätter grün weiter beobachten weiter beobachten normal ernten

2. Welchen Nährwert haben kolbenlose Maissilagen?

Hitze- und trockengeschädigte Maissilagen ohne Kolben sind asche-, protein- und faserreich verglichen mit normaler Maissilage mittlerer Qualität. Die Energiegehalte sind sehr niedrig und liegen ca. zwischen 4,6 und 5,5MJ NEL.Die Werte können mit einer schwachen Grassilage verglichen werden.

Nährstoffgehalt von vorzeitig geerneteten Maissilagen ohne Kolben (n=8)

  TS
in %
Asche
g/kg
TS
Protein
g/kg TS
Rohfaser
g/kg
TS
Zucker
g/kg
TS
Stärke
g/kg
TS
NEL
MJ/kg
TS
Mittel 23,1 84 112 319 29 20 5,1
Min. 20,2 64 88 289 6 8 4,6
Max. 26,1 116 139 367 59 41 5,5
Maissilage
mittel zum Vergleich
31 47 85 210 15 280 6,4

Quelle: M. Pries, Annette Menke, LK NRW

Eine frühzeitige Ernte macht also nur in Ausnahmefällen Sinn! Der Mais kann heisses und trockenes Wetter relativ lange überstehen und sich anschliessend oft regenerieren, deshalb lohnt es sich die Bestände weiter zu beobachten und abzuwarten. In der Hoffnung auf „besseres“ Wetter stehen Ihnen die KWS-Berater als Ansprechpartner zur Verfügung.

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