Reifeentwicklung unserer Maissorten

Das Trockensubstanz-Monitoring der KWS gibt einen schweizweiten Überblick zur Abreife der Maisbestände. Die Werte sind von Region zu Region unterschiedlich. Dennoch lassen sich Sorteneigenschaften und Einflüsse der Witterung durch die Gesamtwertung sehr gut erkennen. Hier lesen Sie ein kurze Zusammenfassung zum Monitoring der diesjährigen Maissaison.

Die Anbausaison 2020 erwies sehr gute Anbauverhältnisse für den Mais. Viele Betriebe konnten hohe bis rekordverdächtige Silomaiserträge verzeichnen. Hauptgrund dafür ist der regelmässige Niederschlag, der ein starkes Pflanzenwachstum ohne Stressverhältnisse zuliess. Zudem waren die Witterungsverhältnisse während der Blüte mehrheitlich trocken und warm, was sich positiv auf die Kolbenfüllung auswirkte.

Betrachtet man die Abreifekurven des Monitorings so ist einfach zu erkennen, dass die Abtrockung der Bestände nicht regelmässig verlief. Die Witterung beeinflusst die Geschwindigkeit der Abreife enorm. Beispielsweise hat Ende August nasse Witterung eingesetzt. Nach einer raschen Zunahme der TS-Werte zu Beginn der Saison, sind die Bestände zwischen dem 27.08. und 03.09. kaum abgetrocknet. Die Bodenfeuchte hat die Biomasseproduktion erneut angeregt und somit die Abreife der Bestände fast zum Stillstand gebracht.

Eine Woche später standen schweizweit hohe Temperaturen und viele Sonnenstunden auf dem Programm. Nun ging die Abreife der Bestände wieder schnell voran. Zum Zeitpunkt des 4. Monitorings am 10.09. sind die Mehrheit der Bestände sogar bereit für die Siloernte. Abgesehen von Demofeldern zur Körnermaisproduktion sind zum 5. Monitoring am 17.09. die meisten Maisbestände geerntet.
Wichtig zu wissen ist, dass der Trockensubstanzgehalt trotz warmer Witterung gegen Ende der Saison nicht mehr gleich schnell ansteigt. Obwohl zu Beginn der Monitoringsaison teils rekordverdächtige Zunahmen von 5% TS pro Woche erreicht wurden, ist eine Zunahme von 1-2% pro Woche bei herbstlicher Witterung im September realistisch.

Die Silomaisernte ist bei einem TS-Gehalt von circa 35% zu empfehlen.
Für die Lagerung in Fahrsilos kann auch etwas früher siliert werden, um eine optimale Verdichtung zu erreichen und dadurch eine Nacherwärmung zu vermeiden. Für Hochsilos kann der Gehalt von 35% auch leicht überschritten werden. So kann durch die fortgeschrittene Kolbenabreife an Stärke gewonnen werden.

Laborproben mit Feldlabor KROQ

Laborproben mit Feldlabor KROQ

Während dem Monitoring erreicht die Sorte KWS CITO zuverlässig ca. 5-8% TS mehr als die übrigen Sorten. Die Ultra-Early Sorte mit einem FAO Index von 150 beweist sich damit erneut in der Praxis. Nicht nur der Einsatz als Spätsaat nach Getreide für die Silomaisproduktion empfiehlt sich. Auch als Sorte für die Körnermaisproduktion mit frühem Erntetermin und guter Abreife eignet sich CITO KWS.

Auch die Sorte KAPRILIAS KWS zeigt zuverlässig an allen Monitoringstandorten eine schnelle Abreife. Damit hat diese frühe Silomaissorte die Praxisprüfung während dem Monitoring erneut bestanden und kann als optimale Sorte für den Silomaisanbau nach Grünlandnutzung empfohlen werden.

Ein Augenmerk kann auch auf die mittelspäten Sorten VITALICO KWS und FIGARO KWS gelegt werden. Diese Silomaistypen haben eine sehr gleichmässige und eher langsame Abreife. Das StayGreen dieser Sorten führt zu einem breiten Erntefenster. Trotz einer guten Kolbenabreife bleiben diese Maisbestände lange grün und behalten damit eine gute Verdaulichkeit der Restpflanze.

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