Eine Reise auf neuen Wegen.

22.09.24

Von Simon Walter,
Leiter der Business Unit Vegetables

Stellen Sie sich vor: zwei Pioniere, durch ein Jahrhundert getrennt, aber durch denselben Unternehmergeist verbunden. 1856 gründete Matthias Christian Rabbethge KWS in Deutschland und erschloss die Welt der Zuckerrübenzüchtung. Hundert Jahre später brach der niederländische Unternehmer Popke Vriend mit Bohnen zu einer ähnlichen Reise auf. Obwohl sie einander nie begegneten, verbindet ihre Geschichten dieselbe Haltung: klein anfangen, groß denken und sich nie mit dem Status quo zufriedengeben. Ihre Neugier und ihr beständiger Hunger nach Neuem ließen beide Unternehmen wachsen.

KWS stieg in Kulturarten wie Mais, Raps, Sonnenblumen oder Getreide ein, während Pop Vriend Seeds sein Portfolio um Spinat, Mangold und Rote Bete erweiterte. 2019 kreuzten sich ihre Wege schließlich, als die nachfolgenden Generationen das Potenzial eines Zusammenschlusses erkannten. Dabei ging es um mehr als eine Fusion. Beide Unternehmen waren von Entdeckergeist und Innovationskraft geprägt. Der Zusammenschluss bot die besondere Chance, auf dieser gemeinsamen Haltung aufzubauen und noch bessere und nachhaltigere Lösungen für kommende Generationen zu entwickeln.

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Der mutige Schritt von KWS in das Gemüsegeschäft beruhte nicht allein auf dessen wirtschaftlichem Potenzial. Er führte den Pioniergeist unserer Gründer auf neuem Terrain fort. Der Anspruch von KWS, einen Beitrag zu einer zukunftsfähigen Landwirtschaft und Ernährung sowie zum Schutz unseres Planeten zu leisten, findet in der Gemüsezüchtung eine natürliche Fortsetzung. Mit unserer Erfahrung aus mehr als 170 Jahren Züchtung und Forschung können wir hier etwas bewegen. Heute konzentriert sich KWS Vegetables auf die Entwicklung hochwertiger, lokal angepasster Sorten in neun strategische Kulturen: Spinat, Bohnen, Rote Bete, Mangold, Tomaten, Paprika, Melonen, Wassermelonen und Gurken.

Wir haben große Ziele, die entscheidende Fragen aufwerfen. Um Antworten zu finden, müssen wir neue Denkweisen entwickeln – gemeinsam mit Menschen, die ihrem Instinkt folgen und offen für Neues sind. Mit Menschen, die mutige Schritte wagen und Dinge ausprobieren, die sie noch nie zuvor getan haben. Nur so können wir im Gemüsegeschäft wirklich etwas bewegen.

Von Ikea-Möbeln zu Zuchtstationen

In den Jahren nach 2019 haben wir unsere Aktivitäten weltweit ausgebaut. Von der Türkei über Italien bis nach Spanien und von Brasilien bis Mexiko entstanden Zuchtstationen, die unsere wachsenden Vorhaben unterstützen. Von Anfang an zeigte das Team großen Einsatz und den Mut, neue Schritte zu gehen – auch kleine. So haben wir zum Beispiel unsere Möbel selbst bei Ikea gekauft, um Arbeitsplätze einzurichten, wo es zuvor noch keine gab.

Herausforderungen meistern

Pionierarbeit ist natürlich nicht frei von Herausforderungen. Bürokratische Verzögerungen, logistische Hürden und der ständige Erfolgsdruck hätten uns ausbremsen können. Doch wir blieben dran – so wie einst Matthias Christian Rabbethge und Popke Vriend. In mehreren Kernländern haben wir Zuchtstationen aufgebaut und dabei häufig in Containern gearbeitet, weil unsere Züchtungsprogramme Vorrang vor aufwendig gestalteten Büros hatten. Unser Einsatz zahlt sich aus: Obwohl wir 2019 bei null angefangen haben, konnten wir bereits unsere erste kommerzielle Wassermelonensorte auf den Markt bringen. Ursprünglich hatten wir damit erst 2028 oder 2029 gerechnet. Schon jetzt stößt die Sorte besonders in Brasilien auf großes Interesse. Darauf können wir wirklich stolz sein.

Mit Blick nach vorn wollen wir unsere Position als führendes Gemüseunternehmen stärken. Unser Ziel ist ein Umsatz von 300 Millionen Euro mit unseren neun strategischen Gemüsekulturen und ein Platz unter den zehn weltweit führenden Gemüsezüchtern bis 2039. Dieses Ziel verfolgen wir langfristig und unabhängig.

Grenzen verschieben

Unser Bekenntnis zur Innovation steht fest. Deshalb gehen wir mutige Wege, nehmen bewusst Risiken in Kauf und nutzen moderne Technologien und Weitblick, um Entwicklungen frühzeitig voranzutreiben. Wir erweitern kontinuierlich die Möglichkeiten moderner Züchtungs- und Forschungstechnologien – von der Doppelhaploiden-Technologie über Marker-Technologien und genomische Selektion bis hin zum Speed Breeding.

Unsere Reise ist noch lange nicht zu Ende. KWS Vegetables wird weiterhin neue Wege erkunden – geleitet vom Pioniergeist unserer Gründer und getragen vom gebündelten Fachwissen unserer globalen Teams. Das nächste Kapitel in der Geschichte von KWS Vegetables hat gerade erst begonnen. Gemeinsam wollen wir mit innovativer Gemüsezüchtung zu einer gesünderen und nachhaltigeren Zukunft beitragen. Folgen Sie mit uns dem Fresh Trail?