Mit der Förderung einer nachhaltigen Landwirtschaft und der Minimierung des Ressourceneinsatzes setzt sich KWS ambitionierte und messbare Ziele, um Lösungen für eine zukunftsfähige Landwirtschaft zu liefern. Das Forschungsprojekt „Präzise Spotdüngung in Zuckerrüben“ zielt genau darauf ab: Während der letzten Anbausaison wurde untersucht, ob Zuckerrüben bei reduziertem Düngemitteleinsatz den gleichen Ertrag liefern. Die Düngung erfolgte hochpräzise direkt an der Saatgutpille. „Es freut uns sehr, dass der Praxistest unsere Annahme eindrucksvoll bestätigt hat: Mit einer exakten Depotablage und der Reduzierung der Düngemenge um 25 Prozent konnten wir den gleichen Zuckerertrag erzielen wie in der Vergleichsvariante mit 100 Prozent oberflächlicher Düngung“, sagt Nils Rusek, der das Projekt seitens KWS operativ begleitet hat. Die Emissionsreduzierung setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: Der Verringerung der Emissionen im Feld durch die reduzierte Ausbringung sowie der Einsparung bei der Herstellung des Düngers. Hauptemissionsträger im Ackerbau ist Stickstoffdüngung, hier kann also der größte CO2-Anteil eingespart werden.
Die Landwirtschaft steht vor vielen Herausforderungen: Angesichts verschärfter Richtlinien zum Emissionsreporting (CSRD)1 steigt beispielsweise die Nachfrage nach nachhaltigeren Anbaumethoden bei Partnern in der Lieferkette. Die Relevanz der Ergebnisse steigt darüber hinaus durch die geplante Einführung von CO2-Steuern in vielen Ländern der EU. Dänemark hat bereits den Anfang gemacht, weitere Märkte könnten folgen. „Als Züchtungsunternehmen mit klaren Nachhaltigkeitszielen sind wir davon überzeugt, dass innovative Pflanzenzüchtung eine Schlüsselrolle bei der Bewältigung dieser Herausforderungen spielt“, hält Dr. Imke Hering, Abteilungsleiterin Group Strategy bei KWS, fest. „Dies gewährleisten wir durch unser Saatgut, das immer leistungsstärker und gesünder wird, aber auch durch das Vorantreiben von Forschungsprojekten, die einen Beitrag dazu leisten, Landwirtschaft noch effizienter und ressourcenschonender zu machen.“
Projektbeschreibung:
Das Forschungsprojekt „Präzise Spotdüngung in Zuckerrüben“ wurde von KWS initiiert und gemeinsam mit drei Partnern durchgeführt. KWS stellt das Saatgut zur Verfügung, die Kverneland Group verantwortet mit der für die Zuckerrübenaussaat angepassten pneumatischen Einzelkornsämaschine Kverneland Optima den Einsatz modernster Technologie und die SKW Piesteritz mit dem klimafreundlichen Dünger ALZON neo-N die Nutzung hochwertiger Düngeprodukte. Die FH-Südwestfalen unterstützt unter anderem bei der Auswertung der Ergebnisse.
Durchgeführt wurde das Projekt auf drei landwirtschaftlichen Betrieben in Deutschland. Es wurden zwei verschiedene Varianten der präzisen Düngemittelablage im Vergleich zur Oberflächendüngung getestet. Die Depotablage überzeugte dabei: Bei reduziertem Düngemitteleinsatz konnte hier kein nennenswerter Zuckerertragsverlust festgestellt werden.
1: Corporate Sustainability Reporting Directive: Nachhaltigkeitsberichtersttattung, die größere Unternehmen (1.000 Mitarbeiter, mehr als 450 Mio. Umsatz) der Wertschöpfungskette verpflichtend einhalten müssen