Genome Editing -
eine präzise und schnelle neue Züchtungsmethode
Warum ist Genome Editing präziser und schneller als traditionelle Züchtung?
Durch die direkte Veränderung des Genoms lassen sich gezielt nur bestimmte Eigenschaften bearbeiten, ohne unerwünschte Eigenschaften zu übertragen. Gleichzeitig kann Genome Editing die Entwicklung neuer Sorten im Vergleich zu herkömmlichen Methoden um etwa 20 bis 30 Prozent beschleunigen. Diese höhere Geschwindigkeit ist besonders wichtig, um aktuellen Herausforderungen wie dem Klimawandel sowie neuen Schädlingen und Pflanzenkrankheiten zu begegnen.
Genome Editing Ansätze und ihre Entwicklung
Es gibt verschiedene Formen und Ansätze des Genome Editing. Sie beruhen auf gelenkten Enzymen (Nukleasen), mit denen die DNA an bestimmten Stellen geschnitten wird, um einzelne oder mehrere Bausteine punktgenau zu entfernen, auszutauschen oder einzufügen.
Wie kann Genome Editing die Pflanzenzüchtung unterstützen?
In diesem Video erklären Dr. Felix Büchting, Sprecher des KWS Vorstands, und Dr. Thomas Ehrhardt, Head of Global Research & Services bei KWS, wie Klimawandel, begrenzte landwirtschaftliche Flächen und eine wachsende Weltbevölkerung die Landwirtschaft vor große Herausforderungen stellen. Sie zeigen, wie Genome Editing dazu beitragen kann, Pflanzen mit wichtigen Eigenschaften wie Trockentoleranz, Resistenz gegen Schädlinge und stabileren Erträgen zu entwickeln – präziser und effizienter.
Innovationen in der Pflanzenzüchtung
Genome Editing bei KWS
Die Nachhaltigkeit der Landwirtschaft steht für KWS bei der Anwendung von Genome‑Editing‑Methoden für unsere wichtigsten Kulturarten seit 2015 im Mittelpunkt.
Mit der Verabschiedung des neuen EU‑Rechtsrahmens für neue genomische Techniken (NGTs) im Juni 2026 kann Genome Editing unter definierten Bedingungen künftig auch in der Züchtung kommerzieller Sorten in Europa eingesetzt werden. Das bedeutet, dass Genome Editing nach vollständiger Umsetzung der neuen Regelungen eine der Methoden sein wird, die wir neben anderen in unseren Züchtungsprogrammen einsetzen können.
Bevor die neuen Regelungen jedoch praktisch angewendet werden können, muss zunächst eine zweijährige Umsetzungsphase abgeschlossen werden. In diesem Zeitraum werden die Details der Verfahren und Anforderungen des neuen Rechtsrahmens ausgearbeitet.
Wie wird Genome Editing bei KWS eingesetzt?
Unsere Züchtungsarbeit konzentriert sich auf die Entwicklung von Sorten, die eine nachhaltige Landwirtschaft unterstützen und Landwirten helfen, stabile und zuverlässige Erträge zu erzielen. Der Fokus liegt auf Merkmalen wie verbesserter Resistenz gegenüber wichtigen Pilz‑, Virus‑ und Insektenbelastungen, stabileren Erträgen unter sich verändernden klimatischen Bedingungen, einer effizienteren Nutzung von Nährstoffen sowie Verbesserungen der Produktqualität.
Diese Merkmale helfen Landwirten, stabilere Erträge zu erzielen, Betriebsmittel effizienter einzusetzen und auf veränderte Umweltbedingungen zu reagieren.
„Wir wollen die Herausforderungen der Landwirtschaft mit innovativen Lösungen angehen. Mit der Schnelligkeit und Präzision von Genome Editing unterstützen wir die Entwicklung von klimaresistenten Nutzpflanzen und bieten Lösungen für eine nachhaltige Landwirtschaft.“
Mehr lesen über Genome Editing
FAQ zum Genome Editing in der Pflanzenzüchtung
Neue Züchtungsmethoden (NBMs) sind ein übergeordneter Begriff.Er umfasst verschiedene moderne Ansätze in der Pflanzenzüchtung, einschließlich Genome Editing.
Neue genomische Techniken (NGTs) ist der Begriff, der im regulatorischen Kontext der Europäischen Union verwendet wird. Er umfasst Genome Editing und andere Techniken, die präzise Veränderungen am genetischen Material ermöglichen.
Genome Editing ist eine spezifische Gruppe von Methoden, die gezielte Veränderungen an der DNA von Pflanzen ermöglichen. Es ist Teil sowohl der NBMs als auch der NGTs.
Die konventionelle Züchtung basiert auf zufälligen Mutationen und wiederholter Kreuzung über viele Jahre.
Genome Editing macht diesen Prozess präziser, da gezielte Veränderungen an bestimmten Merkmalen der DNA vorgenommen werden können. Dadurch kann die Entwicklungszeit um 20 bis 30 Prozent reduziert werden.
In der Praxis nutzen Pflanzenzüchter eine Kombination verschiedener Methoden und Ansätze.
Nein. In den meisten Anwendungen wird bei Genome Editing keine fremde DNA eingeführt. Die Veränderungen sind klein und könnten auch natürlich oder durch konventionelle Züchtung entstehen, werden jedoch gezielt vorgenommen. GVO enthalten DNA von anderen, nicht kreuzbaren Arten.
CRISPR/Cas ist heute die am häufigsten verwendete Methode des Genome Editing.
Sie funktioniert wie ein molekulares Navigations‑ und Schneidesystem, mit dem Wissenschaftler DNA an einer bestimmten Stelle schneiden und die natürlichen Reparaturprozesse der Pflanze auslösen können.
Bei KWS ergänzt Genome Editing andere Züchtungsmethoden. Der Fokus liegt auf Merkmalen wie Krankheitsresistenz, Ertragsstabilität und effizientem Einsatz von Betriebsmitteln.