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    Standortansprüche Getreide

Standortansprüche der Getreidekulturen

Für die Etablierung eines optimalen Bestandes ist der Standort ein Faktor, den es zu beachten gilt. Im Folgenden sind die unterschiedlichen Ansprüche an die Bodenbeschaffenheit der drei Getreidearten Winterweizen, Wintergerste und Winterroggen aufgeführt.

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Winterweizen

Die höchsten Bodenansprüche unter den Getreidearten hat der Winterweizen. Auf Böden mit einer Ackerzahl < 30 ist vom Winterweizen-Anbau abzuraten, außer die Niederschlagsmenge ist ausreichend hoch oder es bestehen Beregnungs-Möglichkeiten. Der Wasserverbrauch ist durch die vergleichsweise lange Vegetationsperiode sehr hoch. Die Kornfüllungsphase tritt erst sehr spät, Ende Juni, ein, zu diesem Zeitpunkt sollte noch genügend Wasser zur Verfügung stehen.
Ein Vorteil des Weizens ist der frühzeitige Wurzeltiefgang und die hohe Wurzelbildung, dadurch können die Pflanzen die Feuchtigkeit bis in tiefe Bodenschichten von 1,5 m ausnutzen. Auf tiefgründigen Böden ist der Weizen daher sehr ertragsstabil.

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Wintergerste

Wintergerste ist die Kulturart mit eher geringen Ansprüchen. Ins Frühjahr startet die Gerste mit einem frühen Massenwachstum und kann so die Wasservorräte im Boden gut nutzen. Von der Vorsommertrockenheit wird sie vergleichsweise weniger berührt, da auch die Kornausbildung und -füllung früher als bei anderen Getreidearten stattfindet. Aus diesem Grund wird Futtergerste auch auf schlechteren Böden mit häufig auftretender Vorsommertrockenheit angebaut.
Hohe Ansprüche stellt die Wintergerste an die Bodenstruktur, den pH-Wert und die Nährstoffverfügbarkeit. Das zeigt sich darin, dass die Gerste sowohl negativ auf Verdichtungen im Boden als auch auf zu sauren Boden reagiert. Bei zu hohen pH-Werten kann es zu Manganmangel kommen. Auch Staunässe verträgt die Gerste im Gegensatz zum Weizen schlecht.

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Winterroggen

Roggen kann auf fast allen Böden angebaut werden. Nur Staunässe ist für Roggen problematisch. Traditionell wird Roggen vor allem auf leichteren Standorten angebaut, doch die Ertragsvorteile des Hybridroggens zeigen sich auf allen Standorten (Siehe Ertragsvergleich). Ein weiteres Plus ist die höchste Winterhärte unter den Getreidearten, die ihn für Standorten mit Auswinterungsgefahr prädestiniert. Auch die Ansprüche an die Wasserverfügbarkeit sind am geringsten im Vergleich zu den andern Getreidearten.

Übersicht Standort-Ansprüche des Getreides

  Geeignet für Zu beachtende Ansprüche des Getreides:
Winterweizen
  • Tiefgründige Böden -
    Ausnutzung Wurzelwachstum bis zu 1,5 m
  • Bodengüte < 30 BP nur mit ausreichend Wasserverfügbarkeit
  • Hoher Wasserverbrauch
  • Späte Kornfüllungsphase ggf. in Vorsommertrockenheit
Wintergerste
  • Nutzt Bodenwasservorräte im Frühjahr durch frühes Massenwachstum
  • Geringer Wasserverbrauch im Frühsommer - Kornfüllung vor der Vorsommertrockenheit
  • Bodenstruktur – verträgt keine Verdichtung
  • Nährstoffverfügbarkeit
  • pH-Wert – zu hoch -> Manganmangel
  • Staunässe wirkt negativ
Hybridroggen
  • Höhenlagen durch höchste Winterhärte
  • Trockenlagen durch geringste Wasseransprüche und Wurzeltiefgang
  • Staunässe wirkt negativ
     

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