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QR-Landwirt

Mit Feldschildern Landwirtschaft verständlicher machen.

Kurzinfo

Kleines Schild, große Wirkung: Die Klasse FS2a der Albrecht-Thaer-Schule sorgt für mehr Informationen am Feldrand

06.04.2022

Ein Schulprojekt mit dem Namen „QR-Landwirt“ hat uns als KWS begeistert, sodass wir Berufsschullehrerin Kirstin Hohls und ihre Schulklasse besucht haben.

Hallo Kirstin!
Du bist Lehrerin an der Albrecht-Thaer-Schule in Celle. Erzähl mal, wie kam dieses Projekt zustande und worum geht es genau?

Hey Marie!
Danke, dass euch unser Projekt so interessiert. Das Ziel unseres Projektes ist, Landwirtschaft verständlicher zu machen. Über QR-Codes wird die direkte Verbindung zu den angebauten Ackerkulturen und eingesetzten Produktionsverfahren geschaffen. Unsere landwirtschaftlichen Betriebe können stolz auf das sein, was sie tun: Denn im weltweiten Vergleich gehören wir mit zu den effizientesten und auch umweltfreundlichsten Landwirt*innen und das gilt es zukommunizieren. Indem wir über unsere Arbeit berichten, fördern wir das Verständnis und schaffen Vertrauen.
Tja, und wie es zu der Idee kam? Das brauchte ein Picknick im Weizen, einen Kinderwagen und die Einschränkungen durch Corona. Unsere Familie betreibt einen Ackerbaubetrieb in Bergen mit stadtnahen Flächen. Durch die strengen Beschränkungen während der Pandemie wurde Spazieren gehen zwischenzeitlich scheinbar zur liebsten Freizeitbeschäftigung der Deutschen. Das fiel mir besonders im Frühjahr 2021 auf, als ich mit meiner Nichte im Kinderwagen über die Feldwege schob und uns unglaublich viele Menschen begegneten. Ich erinnerte mich an die Begegnung mit zwei jungen Mädels Wochen zuvor, die sich für ihr Picknick unser Weizenfeld ausgesucht hatten. Sie hatten den Weizen für Gras gehalten und es war ihnen dann sehr unangenehm, sich dort ausgebreitet zu haben.
Das war der Anlass, mir mit jedem Spaziergänger mehr und mehr die Frage zu stellen: Was wissen die eigentlich darüber, was hier um sie herum passiert? „Wenig“ war meine Antwort darauf. Und vom Spaziergang zurück, war die Idee des QR-Landwirts geboren. Gemeinsam mit meiner Kollegin Kyra Gruis von der BBS Nienburg haben wir diese Idee dann verwirklicht.

Öffentlichkeitsarbeit einmal anders: Schüler Jan-Aike Fauerbach und Lehrerin Kirstin Hohls

Öffentlichkeitsarbeit einmal anders: Schüler Jan-Aike Fauerbach und Lehrerin Kirstin Hohls

Was hast du dieses Jahr vor, wie soll das Projekt weiterlaufen?

Wir sind jetzt im zweiten Jahr und wollen den QR-Landwirt noch bekannter machen. Wir planen eine neue Challenge im Mai, passend zu unserem „Einjährigen“. Dieses Mal kann wirklich jeder mitmachen. Seid gespannt!

Die Schilder sollen eine Brücke zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft bilden. Wie nimmst du das persönlich wahr? Was kann noch getan werden, um die Brücke zu schließen?

Aktuell ernährt ein Landwirt knapp 140 Menschen. Das sind fast doppelt so viele wie noch 1990. Im Umkehrschluss bedeutet das aber, dass immer weniger Menschen einen direkten Bezug zur Landwirtschaft haben.
So entwickeln sich Vorurteile und hauptsächlich ist es Unwissenheit, die dazu führt. Die beste Möglichkeit, Vorurteile abzubauen, ist der persönliche Austausch. Diese Erfahrung habe ich selbst vielfach machen können. Der Tag des offenen Hofes, Agrarscouts, Aktionen mit Schulklassen auf Betrieben, Kundengespräche und viele andere Möglichkeiten leisten dort richtig gute Arbeit. Allerdings ist dies nicht immer für jeden Betrieb leistbar. Deshalb brauchen wir vielfältige Möglichkeiten, die wie ein Puzzle-Teil zum Großen und Ganzen beitragen. QR-Landwirt ist ein solches Puzzle-Teil, welches hilft, weiter an der Brücke zu bauen.

In drei Schritten zu deinem Feldschild

1

www.qr-landwirt.de öffnen und passendes Thema auswählen.

2

Schild ausdrucken.

3

Feldschild einlamierenund aufstellen.

Hast du bereits Feedback von Landwirt*innen bekommen?

Oh ja, es kamen sehr viele positive Rückmeldungen, nachdem wir im Mai 2021 an den Start gegangen sind. Landwirt*innen aus ganz Deutschland haben geschrieben, dass sie die Idee super finden und selbst Schilder aufstellen. Manchmal haben wir auch Hinweise auf fehlende Themen oder aber das Angebot erhalten, fehlenden Themen für uns zu schreiben. Das ist super! Und wir arbeiten auch daran, damit jeder Betrieb etwas Passendes findet.

Wie konntest du deine Schüler*innen dafür begeistern? Wie haben sich diese eingebracht?

Meine Schüler*innen besuchen die zweijährige Fachschule Agrarwirtschaft und sind Anfang 20. Ich stelle immer wieder fest, dass dieser Generation viel stärker bewusst ist, dass Öffentlichkeitsarbeit zur Arbeit des Landwirts und der Landwirtin dazugehört. Deshalb überlegen wir uns jedes Jahr eine Aktion, um die Landwirtschaft mehr ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu bringen. Die Schüler*innen haben sich vielfältig eingebracht.
Sie schrieben für den QR-Landwirt Texte zu den angebauten Kulturarten und Produktionsverfahren, stellten selbst Schilder auf und animierten ihre Kontakte mitzumachen. So kam es, dass sogar in der Schweiz Schilder vom QR-Landwirt stehen. Außerdem bringen die jungen Landwirt*innen super Ideen ein, sind mir ein toller Support für die Arbeit in den sozialen Medien und unterstützen bei Terminen, wie z. B. dem Treffen mit unserer Landwirtschaftsministerin Otte-Kinast.
Es macht richtig Spaß, sich mit so tollen Teams für unsere Landwirtschaft einzusetzen.

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Marie Sandvoss
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