Grün, gesund und standfest –
Wichtige Anforderung an eine Maissorte.
Ihre Vorteile im Silomaisanbau
- Deutlich breiteres Erntezeitfenster durch langsamere Abreife der Restpflanze
- Grüne, blattgesunde Restpflanzen haben einen geringen Besatz an Hefen und Schadkeimen
- Geringeres Risiko für zu trockene Maissilagen
- Verringerung der Silageverluste durch bessere Verdichtbarkeit und höhere Lagerstabilität
- Bessere Schmackhaftigkeit und Verdaulichkeit der Maissilage
Ihre Vorteile im Körnermaisanbau
- Die Pflanzen bleiben lange vital und sind dadurch sehr standfest
- Sie assimilieren im Vergleich zu schnell abreifenden Sorten deutlich länger und lagern Stärke ein
- Druschtermine im November und Dezember sind gut möglich
Die Vorteile von Stay green Sorten
Die Ausreife des Kolbens bestimmt bei einer normal entwickelten Maispflanze hauptsächlich den Erntezeitpunkt.
Zur Siloreife sollte der Kolben einen TS-Gehalt von 55 bis 60% erreichen, denn dann ist auch der Großteil der wertvollen Stärke eingelagert, der für eine hohe Energiedichte in der Silage sorgt.
| Restpflanze | Kolbenanteil % (TS) | |||
|---|---|---|---|---|
| Abreifetyp | TS-Gehalt % | 40 | 50 | 60 |
| langsam | 18 | 24,6 | 27,1 | 30,2 |
| 20 | 26,8 | 29,3 | 32,4 | |
| 22 | 28,9 | 31,4 | 34,4 | |
| schnell | 24 | 31,0 | 33,4 | 36,3 |
| 26 | 32,9 | 35,3 | 38,0 | |
TS-Gehalt (%) im Siliergut (Mais-Ganzpflanzen) bei einem Kolben-TS-Gehalt von 55% in Abhängigkeit von der Abreife der Restpflanze und von Kolbenanteil (WEIßBACH und AUERBACH 1999)
Die Tabelle zeigt: Sowohl der Kolbenanteil, als auch der Abreifegrad der Restpflanze haben einen entscheidenden Einfluss auf den TS-Gehalt der Maispflanze!
So erreichen Stay green Typen mit langsamer Restpflanzenabreife und ausgereiften, hohen Kolbenanteilen optimale TS-Gehalte, während Maissorten mit schneller abreifender Restpflanze bereits TS-Gehalte > 35% aufweisen.
Ein geringer Besatz an Hefen und Schadkeimen im Häckselgut ist in jedem Falle für die Silierung und die Haltbarkeit der Silagen von großem Vorteil.
- Gesundes, grünes Pflanzenmaterial hat einen geringeren Besatz an Hefen und anderen Schadkeimen, die die Silierung und die Haltbarkeit von Silagen negativ beeinflussen
- Hefen sind die Hauptursache für Nacherwärmungsprozesse in Silagen
- Sie sind in der Umwelt vorhanden und entwickeln sich bevorzugt auf abgestorbenen Pflanzenteilen
- Hefen benötigen für ihren Stoffwechsel Sauerstoff. Während des Silierprozesses (unter Luftabschluss) gehen sie in einen Ruhezustand über und sind unproblematisch.
- Nach dem Öffnen des Silos, unter Luftzutritt nehmen sie ihren Stoffwechsel wieder auf und führen bei hohem Besatz zu Nacherwärmungen an der Anschnittsfläche.
Der Bereich zwischen 30 und 35% TS-Gehalt wird generell für Maissilagen als optimal angesehen, denn in diesem Bereich ist die Stärkeeinlagerung weitestgehend abgeschlossen und die Pflanze erfüllt sehr gute technische und physiologische Eigenschaften für die Silierung.
Eine Stay green Sorte bietet in diesem Bereich gleich doppelt Vorteile:
1. Die Abreife schreitet durch die grün bleibende Restpflanze langsamer voran
2. Höhere TS-Gehalte (35 – 40% TS) sind bei Stay green Sorten unproblematisch, da der TS-Gehalt stärker vom Kolben beeinflusst wird. Die Restpflanze bleibt grün und lässt sich auch bei höheren Gesamt-TS Gehalten sehr gut häckseln und verdichten
- Die Verdichtung der Silage ist neben dem täglichen Vorschub das wichtigste Kriterium für eine gute Lagerstabilität nach dem Öffnen der Miete!
- Für eine gute Verdichtung ist ein Ausgangsmaterial mit optimalem TS-Gehalt und einer angepassten Häcksellänge eine Grundvoraussetzung
- Grün bleibende Restpflanzen bieten bei der Verdichtung enorme Vorteile, denn sie lassen sich gut häckseln und es besteht keine Gefahr von Überlängen im Häckselgut, welche die Verdichtung negativ beeinflussen
- Die TS-Gehalte bei Stay green Sorten dürfen ruhig höher ausfallen, da sich das noch grüne Restpflanzenmaterial sehr gut verdichten lässt
- Sortentypen mit schnell abreifender Restpflanze hingegen, sollten maximal 35% TS erreichen, da die Häckselqualität und die Verdichtung des Restpflanzenmaterials schwieriger ist. Weit abgereifte, trockene Stängel zeigen bei der Walzarbeit einen starken Rückfederungseffekt, der zu einer verringerten Verdichtung und mehr Lufteinschlüssen im Silo führt.
- Eine gute Verdichtung schützt die Silagen vor Lufteintritt an der Anschnittsfläche. Je besser die Verdichtung ist, desto weniger Luft kann eindringen und in der Folge zu Verlusten führen.
| Eindringtiefe der Luft an der Anschnittsfläche von Maissilage abhängig von der Lagerungssdichte (in kg/m³) nach Losand 2003 | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
|
Eindringtiefe Luft in cm |
120 | 150 | 180 | 210 | 240 | 270 |
| von | 50 | 45 | 30 | 25 | 20 | 15 |
| bis | 100 | 80 | 60 | 40 | 30 | 20 |
Erfahren Sie mehr dazu im Silagemanager Mais.
- Noch grüne Maisrestpflanzen wirken sich positiv auf den Silierverlauf und vor allem auf die Haltbarkeit und die Lagerstabilität aus. Es werden etwas höhere Anteile an Essigsäure gebildet, die sich positiv auf die Lagerstabilität auswirkt.
- Der optimale Silierverlauf führt zu einem angenehmen Geruch der Maissilage, welcher zu einer hohen Futteraufnahme und damit auch zu einer hohen Grundfutterleistung führt.
- Die Verdaulichkeit einer grünen, vitalen Maispflanze ist ebenfalls höher, als bei einer bereits abgereiften Pflanze.