Sie befinden sich auf der KWS Website für Deutschland. Für diese Seite existiert eine alternative Seite für Ihr Land: Möchten Sie jetzt wechseln?
Jetzt wechseln

Schadbild - Cercospora Blattfleckenkrankheit

Bei der Cercospora-Blattfleckenkrankheit – ausgelöst durch den Pilz Cercospora beticola – handelt es sich um die wichtigste Blattkrankheit im Zuckerrübenanbau. Unter günstigen Bedingungen (Feuchtigkeit, Wärme) kann sie früh auftreten und bis zu 50 % Ertragsverluste verursachen – und nicht nur den Zuckergehalt gefährden, sondern auch die Verarbeitungsqualität erheblich beeinträchtigen.

Befall erkennen - Cercospora bei Zuckerrüben

Kleine, relativ runde Blattflecken (2 - 3 mm), in der Mitte hellgrau, mit rotbraunem Rand umgeben (Abb. 1 und 2).

Unter der Lupe erkennt man in einzelnen Flecken graues Pilzmycel mit schwarzen Punkten, den Sporenträgern (Abb. 3). Bei starkem Befall fließen die Blattflecken zusammen, sodass ganze Teile der Blattspreite vertrocknen und schließlich zahlreiche Blätter absterben (Abb. 4).

Parallel kommt es zu Blattneuaustrieb (Abb. 5). Zunächst sind nur Schadsymptome auf einzelnen Pflanzen sichtbar, bei Ausbreitung der Krankheit kommt es häufig zur Ausbildung von Befallsnestern im Bestand (Abb. 6).

Cercospora ist leicht mit Ramularia und der bakteriellen Blattkrankheit zu verwechseln, da die Symptome sich phasenweise ähneln und diese Krankheiten auch gemeinsam auftreten können.

Vorkommen des Schadbilds - Cercospora

Der Pilz überdauert in Sporenform an Pflanzenresten. Dadurch kommt es bei nur kurzen Anbaupausen (enge Fruchtfolge) zur Anreicherung eines größeren Infektionspotenzials im Boden. Symptome zeigen sich bereits nach mehr als 5 Tagen mit einer relativen Luftfeuchte von mindestens 96 % und Temperaturen von 23 - 27 °C. Ein Befall erfolgt besonders bei feuchtwarmer Witterung. Die Verbreitung im Feld geschieht meist durch Regenspritzer und Wind.

Risikofaktoren:

  • feuchtwarme Witterung
  • Reihenschluss (Veränderung des Mikroklimas im Bestand)
  • erhöhte Feuchtigkeit durch Beregnung
  • hohes Infektionspotenzial aus den Vorjahren
  • eng gestellte Fruchtfolge
  • Übertragung aus benachbarten Flächen
  • hohe Rübenanbaudichte in der Region
  • Verschleppung von Cercospora-Sporen des Vorjahres auf Beregnungsrohren
  • durch andere Schaderreger (z. B. Nematoden) schon geschwächte Rüben

Wirtschaftliche Bedeutung und Bekämpfung

Cercospora ist die Blattkrankheit mit der größten wirtschaftlichen Bedeutung in Deutschland. Vor allem in den Intensivanbaugebieten und in wärmeren Regionen, z. B. an Rhein und Donau, kann der Schadpilz sehr hohe Verluste im Zuckerertrag verursachen.

Sortenwahl und Pflanzenschutz sind die wichtigsten Maßnahmen. Eine indirekte Bekämpfung erfolgt durch die Wahl blattgesunder Sorten und Anbau der Rüben in einer geordneten, nicht zu eng gestellten Fruchtfolge. Fungizide Wirkstoffe sind vorhanden, deren Einsatz unter Berücksichtigung von Schadensschwellen erfolgt.

Um diesem Risiko wirksam zu begegnen, hat KWS mit CR+ eine neue Generation züchterischer Innovation geschaffen. Diese Sorten kombinieren zuverlässige Blattgesundheit mit exzellentem Leistungsvermögen – unabhängig vom Befallsdruck. Anders als herkömmliche Sorten, bei denen Blattgesundheit oder Ertrag gegeneinander abgewogen werden mussten, liefert CR+ zuverlässigen Schutz und hohe Erträge ohne Leistungseinbußen.

Broschüre Cercospora

Mit Züchtung gegen Cercospora

BERATER FINDEN