Schadbild - Fusarium-Wurzelfäule

Fusarium-Pilze sind als Erreger unterschiedlicher Krankheiten an Zuckerrüben bekannt. Die Forschung auf diesem Gebiet ist noch nicht abgeschlossen, als gesichert gilt allerdings, dass Fusarium oxysporum als Auslöser für die sogenannte Umfallkrankheit und die Wurzelfäule gilt. Andere Arten wurden in der Vergangenheit auch schon an Mais und Getreide nachgewiesen.

Befall erkennen - Fusarium-Wurzelfäule

Der Aufgang der Zuckerrüben-Saat verläuft zunächst normal und unauffällig. Wie der Name „Umfallkrankheit“ bereits erahnen lässt, fallen bei dieser Fusarium-Krankheit befallende Pflanzen plötzlich um und vertrocknen wenig später. Beim genaueren Hinsehen zeigt sich: Die Pflanzen sind am Wurzelhals stark eingeschnürt und zwischen Blattschopf und Wurzelkörper existiert knapp über der Bodenoberfläche nur noch eine dünne Verbindung. Die kann das Gewicht der Blätter nur bis zu einem gewissen Punkt tragen - und fällt danach um. Der oberirdische Wurzelansatz und die Wurzeln im Boden sind um die eingeschnürte Stelle herum normal entwickelt. Die Stelle selbst zeigt oft eine minimal dunklere Verfärbung als der Rest der Wurzel und erscheint schorfig. Die ebenfalls vom Fusarium-Erreger verursachte Wurzelfäule äußert sich durch gelbliche Verfärbungen an den Blättern zwischen den Blattadern. Die Symptome ähneln damit zunächst denen einer Unterversorgung mit Nährstoffen. Im weiteren Verlauf der Wurzelfäule sterben die Blätter ab.

Vorkommen des Schadbilds - Fusarium-Wurzelfäule

Fusarium-Arten befallen sowohl kleinere als auch größere Pflanzen. Bei kleineren Pflanzen können die Symptome mit dem Wurzelbrand verwechselt werden. Pflanzenverluste in Folge der Umfallkrankheit sind allerdings eher die Ausnahme. Auch die Wurzelfäule spielt in Deutschland kaum eine Rolle, größere Verluste sind bisher nur aus den USA bekannt.

Zeiträume für den Befall - Fusarium-Wurzelfäule

Die beschriebenen Symptome in Folge einer Infektion mit dem Fusarium-Erreger treten bei der Umfallkrankheit vor allem nach dem Aufgang der Pflanzen Ende Mai und Anfang Juni auf. Die Zuckerrübe befindet sich in dieser Zeit im 6- bis 12-Blattstadium. Die Fusarium-Wurzelfäule tritt erst deutlich später auf.

Auslöser und Gründe für den Befall - Fusarium-Wurzelfäule

Boden/Ackerbau

Der Fusarium-Erreger überdauert im Boden als sogenannte Chlamydosporen. Das bedeutet, dass der Pilz nicht auf die Vermehrung, sondern auf das Überleben über längere Zeiträume ausgelegt ist. Das gelingt den Fusarium-Arten auch mit wenig zur Verfügung stehenden Nährstoffen. Der Erreger kann dazu auch in Pflanzenresten überdauern und besitzt dazu einen großen Wirtspflanzenkreis.

Wetter

Die Forschung geht davon aus, dass sehr warme Temperaturen das Befallsrisiko erhöhen. Die Infektion findet mutmaßlich über Risse in der primären Rindenschicht statt. Extreme Witterungsverläufe erhöhen das Risiko für derartige Beschädigungen: Tiefe Temperaturen nach der Aussaat und ein überdurchschnittlicher Anstieg der Temperaturen danach sorgen für ein schnelles Wachstum der Rübe. Die äußere Schicht des Hypokotyls kann dem irgendwann nicht mehr gerecht werden und reißt ein.

Pflanzenbau

Wurzelfäule wird vor allem durch einen gestörten Wassertransport innerhalb der Pflanze verursacht. Ausgelöst wird dieser durch die im Pilz enthaltenen Toxine. Dazu entwickelt die Pflanze selbst eine Art Abwehrreaktion. Die Leitbahnen werden verschlossen, die Wasserversorgung wird schlechter, was wiederum ein Vergilben und Absterben der Blätter begünstigt.

Maßnahmen gegen den Befall - Fusarium-Wurzelfäule

Pflanzenbau

Fusarium-Arten können über lange Zeiträume im Boden überdauern. Eine breite Fruchtfolge ist damit besonders wichtig. Befallene Rüben sollten früh gerodet und schnell verarbeitet werden.

Saatgut

Der Anbau Nematoden- und Rizomania-toleranter Zuckerrübensorten kann den Befall mit Fusarium-Erregern zusätzlich mindern.

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