Schadbild – Maisbeulenbrand

Symptome, Ursachen und Auswirkungen auf die Fütterung und Silierung

In vielen Maisbeständen ist er dieses Jahr wieder zu finden: Der Maisbeulenbrand! Extreme Witterungsbedingungen begünstigen diese spezielle Pilzinfektion. Wird er in anderen Ländern, wie in Mexiko, als Delikatesse gehandelt, führt er bei uns gleichzeitig zu hohen wirtschaftlichen Schäden in Maisbeständen.

Schadbild erkennen – Maisbeulenbrand

Maisbeulenbrand wird durch einen speziellen Pilzerreger („Ustilago maydis“) ausgelöst, der nur den Mais befällt. Häufig findet man ihn an Kolben, aber auch an allen weiteren Pflanzenteilen können faustgroße, zunächst grünliche, dann silbergraue Wucherungen mit schwarzen Sporen entstehen.

Eine Infektion findet meist nach dem Auflaufen bis zu einer Pflanzenhöhe von bis zu 40 cm statt, da die Sporen nur Gewebe infizieren können, welches sich noch im Wachstum befindet. Im Jungpflanzen- oder 5-Blattstadium kann es im schlimmsten Fall bis zum Absterben der gesamten Pflanze kommen. Alle neugebildeten Organe sind in der Längenwachstumsphase potenzielle Schwachpunkte, an denen sich weitere Beulen bilden können. Stark infizierte Bestände zeigen sogar komplett zu Brandbeulen umgewandelte Kolben (v.a. bei Witterungsbedingungen mit extrem starken Schwankungen zwischen Trockenheit und hohem Wasserangebot).

Maisbeulenbrand-Sporen bleiben im Boden 6-10 Jahre lebensfähig und infektiös, sodass ein Wiederbefall möglich ist. Auch Wasserspritzer oder Windverfrachtung der Sporen sind mögliche Übertragungswege, die das Risiko eines Befalls steigern. Für andere Kulturen stellt dieser Pilz keine Gefahr dar!

Ursachen für Maisbeulenbrand

Maisbeulenbrand tritt in allen Regionen auf, wo auch Mais angebaut wird. Spaltöffnungen der Blätter, Wachstumsrisse, Wunden oder auch direkt die Zellwände sind Eintrittspforten für das auskeimende Myzel. Wird die Maispflanze in ihrer Jugendentwicklung zusätzlichen Stressfaktoren ausgesetzt und geschwächt, steigt das Risiko des Pilzbefalls.

Mögliche Stressfaktoren, die Maisbeulenbrand begünstigen:

  • Trockene Witterung
  • Hagelschäden
  • Temperaturen zwischen 26 und 34°C
  • Extremschwankungen zwischen Trockenheit und hohem Wasseraufkommen
  • Spätfroste (siehe Frühjahr 2021)
  • Fritfliegen & Maiszünslerbefall
  • Weitstehende Maisbestände
  • Anfällige Sorten
  • Falsche/ Unsachgemäße Herbizidanwendung (Schädigung der auflaufenden Maispflanze)

Auch der Einsatz der Hacke nach dem erstem Herbizideinsatz stellt ein Risiko für Maisbeulenbrand dar, da eine Verletzung im Bereich des Stängels wahrscheinlicher ist.

Eine direkte Bekämpfung von Maisbeulenbrand ist nicht möglich. Vorbeugend kann auf eine frühe und gute Jugendentwicklung geachtet und die Sortenwahl hinsichtlich geringer Anfälligkeit getroffen werden. Ebenso sollte eine Bekämpfung von Fritfliegen und Maiszünsler in Gebieten mit hohem Risiko durchgeführt werden. Jedoch ist ein Befall eher selten zu erwarten, wenn die befallsfördernden Faktoren wegfallen.

Auswirkungen auf Fütterung und Silierung

In vielen Ländern gilt der Pilz als Delikatesse, sodass nahe liegt, dass der Pilz keine akute Toxizität für den Menschen mit sich bringt. Somit ist auch kein direkter Einfluss auf Gesundheit bei Wiederkäuern oder Monogastriern zu erwarten.

Fütterungsversuche der LWK NDS, der LfL Bayern, in NRW und Thüringen zeigen auf, dass keine Beeinträchtigung der Tiergesundheit beim Milchvieh und in der Bullenmast zu erwarten ist (Maisbeulenbrandbefall von 10-15% und 50%). Auch in Versuchen mit Schweinen konnte kein Risiko für die Tiergesundheit festgestellt werden. Allerdings kann ein Beulenbrandbefall in Kombination mit einem Fusariumpilz sich negativ auf die Gesundheit von Monogastriern auswirken.

Negativ beeinflusst wurde jedoch der Futterwert der Silage. Es wurde eine deutliche Reduzierung des Energiegehalts und der verdaulichen Nährstoffe (bei einem Befall von 50%) festgestellt. Auch Trockensubstanzgehalt, Eiweißgehalt und NfE nahmen ab. Dies erklärt die geringere Futteraufnahme und Milchleistung bei Verfütterung von Silage mit Maisbeulenbrand. Jedoch ohne sich dabei nachteilig auf die Milchinhaltsstoffe auszuwirken.

Der höhere Pilz- und Hefegehalt verschlechtert die aerobe Stabilität der Silage von 10 auf 5 Tage und die Gärgasverluste sind leicht erhöht. Auch eine Mykotoxinbelastung kann nicht 100% ausgeschlossen werden. Es wurden allerdings bisher keine kritischen Werte bei Untersuchungen gefunden. Um Sekundärinfektionen und Befallsdruck zu verringern, sollten befallene Flächen vor dem Aufplatzen der „Brandbeulen“ geerntet werden (bei ca. 30% TM). Eine gute Verdichtung der Silage (min. 200kg TM/m³) und der Einsatz von Siliermitteln (Wirkungsrichtung 2) ist empfehlenswert, um das Risiko der Nacherwärmung verhindern und den Befall von Hefen und Pilzen zu hemmen.

Sowohl befallene als auch nicht befallene Maissilagen sollten grundsätzlich analysiert werden. Je nach Befallsraten kann ein Verschneiden in der Rationsplanung ratsam sein, um Leistungseinbußen zu verhindern und die Futteraufnahme nicht negativ zu beeinflussen.

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