Schadbild - Trockenheit

Im Vergleich zu anderen Pflanzenarten stellt Mais vergleichsweise geringe Wasseransprüche an den Standort. Als Faustregel gilt: Pro Kilogramm Trockensubstanz benötigt der Mais etwa 300 Liter Wasser. Im Vergleich zu anderen Kulturen ist das wenig. Als C4-Planze profitiert Mais stärker von warmer Witterung als C3-Pflanzen wie zum Beispiel Winterweizen. Mais entwickelt unter diesen Bedingungen eine erhöhte Stoffwechselaktivität und kann auch mit vergleichsweise wenig Wasser hohe Erträge bilden. Doch auch die Stresstoleranz der Maispflanze ist endlich. Zu lange und zu intensive Trockenheitsphasen können den Bestand gefährden. Besonders kritisch ist hierbei Trockenheit und Hitze zum Zeitpunkt der Blüte.

Schadbild erkennen – Trockenheit

In letzter Konsequenz führen Trockenheit und Wassermangel zu geminderten Erträgen. Zu erkennen sind die Folgen des Wassermangels oft an schlecht oder unregelmäßig befruchteten Kolben. Das Ausmaß von Trockenschäden im Mais hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Unter Trockenstress kann Mais verschiedene Symptome zeigen – nicht jedes Symptom bedeutet sofort einen Ertragsverlust:

Das Blattrollen ist ein erster Indikator für Wassermangel und ein Schutzmechanismus der Pflanze. Die Stomata werden geschlossen, wodurch sich die Blätter zusammenziehen. Dadurch reduziert die Pflanze die Verdunstung und somit den Wasserverbrauch. Oft entrollen sich die Blätter wieder bei Taubildung in den frühen Morgenstunden. Kritischer wird es, wenn sich die Blätter grau beziehungsweise pergamentartig verfärben. Das deutet auf erste Absterbe-Erscheinungen hin, in deren Folge die Blätter vertrocknen können.

Insbesondere während der Blüte können Hitze und Trockenstress zu hohen Ertrags- und Qualitätsverlusten führen. Bei hohen Temperaturen in Kombination mit geringer Luftfeuchtigkeit trocknen die Narbenfäden sehr schnell ein - dadurch findet keine Befruchtung der Kolben mehr statt und somit auch keine Kornausbildung. Auch eine vorzeitige Pollenschüttung und eine daraus resultierende schlechte Befruchtung ist möglich.

Trockenstress nach der Blüte führt zu einer schlechten Kornausbildung am Kolben. Bei zu großer Trockenheit wird die Umwandlung (Assimilation) von Nährstoffen in das Korn eingeschränkt. So werden Kornanlagen trotz vorhandener Befruchtung nicht oder unvollständig ausgebildet. Folgen sind ein geringer Kornertrag - beziehungsweise Kornanteil - und kleine Körner mit geringerem Tausendkorngewicht (TKG). Da die Kornausbildung an der Kolbenbasis startet, nimmt die Kornausbildung in diesem Fall zur Kolbenspitze hin ab. Schlecht befruchtete oder kolbenlose Bestände sollten zeitnah geerntet werden, um weitere Qualitätsverluste zu vermeiden.

Zeiträume für das Schadbild – Trockenheit

Der Wasserbedarf von Mais steigt während des Schossens stark an und erreicht zur Blüte das Maximum. In diesem Zeitraum beträgt der Wasserbedarf bis zu 6 mm/m² und Tag. Nach der Blüte nimmt er wieder langsam ab.

Maßnahmen gegen das Schadbild – Trockenheit

Pflanzenbau

Eine ausreichende Kaliumversorgung des Bestandes kann den Trockenstress verringern. Kalium ist ein wichtiger Baustein bei der Regulierung des Wasserhaushalts der Pflanze. Auch eine standortangepasste Bestandesdichte kann die Trockenstresstoleranz der Pflanzen verbessern. Weitere Punkte sind eine an den Standort angepasste Bodenbearbeitung und die passende Sortenwahl.

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