Cercospora: IfZ Versuche bestätigen bessere Kontrolle und Einsparpotenzial von Fungizidmaßnahmen mit CR+ Sorten

Ein effizientes Cercospora-Management wird für den erfolgreichen Anbau von Zuckerrüben immer zwingender. Die Gründe sind vielfältig: Steigender Befall, nachlassende Wirksamkeit von Fungiziden und regulatorische Vorgaben machen es zunehmend schwierig, die Krankheit wirksam zu kontrollieren. Die Genetik der CR+ Sorten erweist sich als wichtiger Baustein für ein wirksames Cercospora-Management. Die hervorragende Leistung der CR+ Sorten belegen jetzt aktuelle Versuche des IfZ.

„Im letzten Anbaujahr haben wir bundesweit einen relativ hohen Befall mit Cercospora festgestellt. Dies ist natürlich regional unterschiedlich, aber die Befallstendenz ist über die Jahre hinweg betrachtet steigend, was sicherlich auch im Zusammenhang mit den Veränderungen beim Klima gesehen werden kann.“ Ernst von Stockhausen, Leiter des AgroService Zuckerrüben Deutschland und Österreich von KWS, beobachtet die Zahlen und Entwicklungen gemeinsam mit seinem Team genauestens. Fakt ist: Für den Landwirt wird es immer schwieriger, Cercospora zu kontrollieren. So hat die Wirksamkeit von Fungiziden nachgelassen, teilweise wirken sie gar nicht mehr – durch Resistenzen des Schaderregers gegen Strobilurine. Hinzu kommt, dass im Bereich der Azole ein guter Wirkstoff die Zulassung verloren hat. Dies schränkt die Wirkstoffe, die zur Verfügung stehen, und insbesondere den notwendigen Wirkstoffwechsel bei der Behandlung von Cercospora, stark ein. Politische Vorgaben wie die Reduzierung des Einsatzes und des Risikos chemischer Pflanzenschutzmittel um 50 Prozent bis zum Jahr 2030 stellen Landwirte vor weitere Herausforderungen.

Die neue Genetik der CR+ Sorten ist vor diesem Hintergrund ein wichtiger Baustein für ein effizientes Cercospora-Management. Die KWS Sorten besitzen eine hohe Toleranz gegenüber Cercospora und überzeugen dennoch mit sehr guten Erträgen – und das unter allen Anbaubedingungen. Die sehr hohe Blattgesundheit trägt dazu bei, die Pflanzen bis zur Ernte gesund zu halten, mit einem produktiven Blattapparat, der die volle Photosyntheseleistung, Wachstum und damit hohe Zuckererträge sicherstellt.

„Um Landwirte bei der Sortenwahl optimal unterstützen zu können, ist es unser Ziel, belastbare und verlässliche Daten über die Leistung unserer CR+ Sorten zu erhalten“, sagt Ernst von Stockhausen. „Neben langjährigen eigenen Versuchen testet das IfZ (Institut für Zuckerrübenforschung) unsere CR+ Sorten jetzt bereits im dritten Versuchsjahr von unabhängiger Seite.“ Das IfZ führt Exaktversuche gemeinsam mit den regionalen Arbeitsgemeinschaften durch, und zwar bundesweit in Bayern, Franken, im Südwesten und im Norden sowie an zwei Standorten in Österreich. In Regionen mit mittelstarkem bis starkem Befall wird eine CR+ Sorte mit einer Standardsorte verglichen – und dies mit verschiedenen Behandlungsvarianten.

Ergebnisse liegen aus den beiden Versuchsjahren 2020 und 2021 vor. In der unbehandelten Variante erreichte die Standardsorte einen hohen Befallsgrad, während die CR+ Sorte bis zur Ernte nahezu gesund geblieben ist.

Bei den Behandlungsvarianten nach dem summarischen Bekämpfungsschwellensystem erhielten beide Sorten - orientiert an der Standardsorte - zum gleichen Termin die gleiche Anzahl an Fungizidmaßnahmen. In der Standardsorte konnte der Cercospora-Befall, im Vergleich zur unbehandelten Variante, dadurch deutlich reduziert werden. Die Standardsorte war gesünder, aber nicht befallsfrei.

In einer weiteren Versuchsvariante erfolgte die Behandlung der CR+ Sorte bei Erreichen der Bekämpfungsschwelle orientiert an der CR+ Sorte. Hier zeigte sich, dass der Befallsbeginn in der CR+ Sorte später war und die Schwelle für die Behandlung 1 bis 2 Wochen später erreicht wurde, was sich am Ende auf die Häufigkeit der Maßnahmen auswirkte. An mehreren Standorten konnten bei der CR+ Sorte gegenüber der Standardsorte zwei Fungizidapplikationen eingespart werden. Bei der Standardsorte waren 3 bis 4 Maßnahmen notwendig, um sie gesund zu halten, während für die CR+ Sorte 1 bis 2 Behandlungen ausreichend waren.

Insbesondere die Einsparung von Fungiziden konnte durch eine Umfrage aus dem letzten Anbaujahr 2021 bestätigt werden. KWS führte diese unter Landwirten durch, die bereits CR+ Sorten angebaut haben. 70 Prozent gaben an, dass der Befallsbeginn der CR+ Sorten später war als bei den betriebseigenen Sorten, und 72 Prozent bestätigten, dass sie eine oder mehr Fungizidmaßnahmen einsparen konnten. Ernst von Stockhausen: „Natürlich hängt das Einsparpotenzial von vielen Faktoren ab. Fakt ist aber – und es bestätigt die Leistungsstärke unserer CR+ Sorten – dass in der Mehrheit der Fälle weniger Fungizidmaßnahmen durchgeführt werden mussten. Ein toller Erfolg für unsere Sorten.“

Eine nachhaltige Cercospora-Strategie muss in mehreren Jahren gedacht werden und darauf abzielen, den Cercospora Befall bis zur Ernte abzuwehren. Die hoch protektiven und leistungsstarken CR+ Sorten bilden dafür die Basis, kombiniert mit einem nach dem bekannten Schadschwellensystem gezielten, ergänzenden fungiziden Schutz.

CR+ Eine Revolution im Cercospora-Management

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Ernst von Stockhausen
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