Ertrag steigern – Pflanzen schützen: Die KWS Zuckerrübenzüchtung bietet Lösungen

Ertragssicherung und Ertragsteigerung haben bei der Entwicklung neuer Sorten hohe Priorität. Die Resistenz- und Toleranzzüchtung und damit der Schutz der Pflanzen vor Krankheiten und Schaderregern rückt jedoch gleichwertig in den Fokus der KWS Zuckerrübenzüchtung.

Vor dem Hintergrund politischer Vorgaben zur Reduzierung von chemischem Pflanzenschutz und dem Verlust an Wirksamkeit vieler Mittel sind züchterische Lösungen gefordert, um den Anbau von Zuckerrüben langfristig zu sichern. Seit mehr als 165 Jahren züchtet KWS Zuckerrüben – hier liegt eine Kernkompetenz des Unternehmens. Das über viele Jahrzehnte aufgebaute Know-how ist ein Grund, warum KWS mit Zuckerrübensorten immer wieder Meilensteine setzen konnte.

„Rizomania wurde in Deutschland erstmals 1974 im Hessischen Ried bestätigt und breitete sich daraufhin anfangs im Süden und in der Folge in ganz Deutschland aus“, berichtet Ernst von Stockhausen, Leiter des KWS AgroService Deutschland und Österreich. „Gegen diese Viruserkrankung entwickelten KWS Züchter im Jahr 1983 eine erste tolerante Sorte.“ Heutzutage gehört die Rizomania-Toleranz zur Standardausstattung einer jeden Zuckerrübensorte. KWS bietet jedoch bereits Sorten mit RizomaniaPROTECT 2.0 an. Hier haben KWS Züchter vorausschauend Sortentypen entwickelt, die mehrere Resistenzquellen vereinen und mit den klassischen Rizomania-toleranten Sorten auf einem Leistungsniveau sind. Ein wichtiger Schritt, denn in den Niederlanden ist es bereits zu einer Überwindung des Schaderregers gegen die einfache Rizomaniatoleranz gekommen. In Deutschland laufen dazu derzeit intensive Untersuchungen, aber auch hier sind viele Regionen von Starkbefall betroffen.

Anfang der 2000er Jahre war KWS schließlich das erste Unternehmen, das ertragsstarke Sorten mit Nematodentoleranz auf den Markt gebracht hat. Nematoden breiteten sich zunehmend aus und außer einer sehr weiten Fruchtfolge und dem Anbau von Nematoden-resistenten Zwischenfrüchten gab es kaum Möglichkeiten, dem Befall durch die Schädlinge zu begegnen. „KWS Sorten mit Nematodentoleranz zählen zu den ertragsstärksten Sorten auf dem Markt. Nematoden-tolerante Zuckerrübensorten werden heute auf ca. 50% der deutschen Zuckerrübenfläche angebaut“, sagt Ernst von Stockhausen

Auch Rhizoctonia, die späte Rübenfäule, kann hohe Ertragsverluste verursachen. Bereits seit vielen Jahren ergänzen robuste Sorten mit Rhizoctonia-Toleranz das KWS Portfolio. Die diesjährige Neuzulassung NOVATESSA KWS vereint jedoch erstmals eine Rhizoctonia-Toleranz mit höchster Blattgesundheit (CR+) und einer Rizomania Mehrfachtoleranz (RZ 2.0).

„Ein weiterer Meilenstein der KWS Zuckerrübenzüchtung sind definitiv unsere CONVISO® SMART Sorten“, sagt Ernst von Stockhausen. Die klassisch gezüchteten SMART KWS Sorten sind tolerant gegenüber dem Herbizid CONVISO® ONE. Das System bietet eine effiziente und nachhaltige Möglichkeit der Unkrautkontrolle im Zuckerrübenanbau. Im Vergleich zur klassischen Unkrautbekämpfung kann die Menge an Herbiziden mit diesem System reduziert werden.

Ein besonderer Entwicklungssprung ist den KWS Züchtern mit den CR+ Sorten gelungen. Steigender Befallsdruck und die nachlassende Wirksamkeit von Fungiziden machen es zunehmend schwierig, Cercospora zu kotrollieren. Die neuen CR+ Sorten sind damit ein wichtiger Baustein im Cercospora-Management. Sie kombinieren höchsten Schutz bei Cercospora mit einer ausgezeichneten Ertragsleistung, und das sowohl bei starkem als auch bei geringem Befallsdruck.

„Die Herausforderung für die Züchter ist nicht nur, wirksame Toleranz- und Resistenzquellen zu identifizieren, sondern diese auch mit einer hohen Ertragsleistung zu kombinieren und damit erfolgreiche Sorten zu entwickeln“, betont Ernst von Stockhausen. Vor diesem Hintergrund sind auch die neuen Sorten mit SBR Toleranz und Vergilbungsvirustoleranz zu sehen. Vielversprechende Neuzulassungen werden derzeit in diversen Versuchen auf ihre Leistung unter Befall mit SBR geprüft. Bei Sorten mit Vergilbungsvirustoleranz ist KWS führend. Das Unternehmen hatte schon sehr früh ein spezielles Züchtungsprogramm, das wieder aufgegriffen werden konnte, als eine Einschränkung im Bereich der insektiziden Beize absehbar wurde. Im letzten Jahr ist eine erste Sorte durch das Bundessortenamt zugelassen worden. Ernst von Stockhausen: „Die KWS Züchter sind hier auf einem sehr guten Weg und ich bin zuversichtlich, dass wir in den nächsten Jahren leistungsstarke Sorten mit Virustoleranz anbieten können.“

Es gibt noch viele weitere Themen im Zuckerrübenanbau, die entscheidend für die Zukunft sind. Die KWS Züchter forschen an Sorten, die tolerant gegenüber Trockenstress sind oder die viele Toleranzen und Resistenzen in einem Sortentyp vereinen. Auch bei Insekten und Wurzelfäulen arbeitet KWS an züchterischen Lösungen. Ernst von Stockhausen: „Die Zukunft der Zuckerrübe liegt in der Züchtung. Die KWS Züchtung hat in der Vergangenheit schon viele Lösungen geliefert und ich bin sicher, dass sie das auch in Zukunft tun wird.“

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