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    Gerstenschaubild

Gerste: So vielseitig wie nie

Gerste ist als Futter- und Braugetreide bekannt. Der Anbau erstreckt sich über ganz Deutschland, ob als zweizeilige oder mehrzeilige Winter- oder auch Sommergerste. Allein Wintergerste ist mit ca. 1,2 Mio. ha Anbaufläche die zweitgrößte Getreideart in Deutschland.

Die Gerste hat ackerbauliche Vorteile in der Fruchtfolge und auch die Vermarktungsmöglichkeiten sind sehr gut. Die wichtigsten Einsatzmöglichkeiten sind die Tierfütterung und das Bierbrauen. Daraus folgert, dass die Zuchtziele durch die unterschiedlichen Nutzungsrichtungen bedingt sehr vielfältig sind.

In Form eines Schaubildes wird hier erklärt, wie vielseitig Gerste in Bezug auf die Aspekte Anbau, Züchtung, Einsatzmöglichkeiten und Qualität ist.

Wintergerste

Ø Ernte 2012 - 2020
1,24 Mio. ha/Jahr
8,74 Mio. t/Jahr
Ø 70,3 dt/ha

(Destatis 2012 - 2020)

Anbau

Gerstenanbau deutschlandweit

Anbauschwerpunkte der Wintergerste sind sowohl im Nordosten und verstärkt in der Mitte Deutschlands zu finden. Die Sommergerste dagegen wird hauptsächlich in Süddeutschland angebaut.

Mehrzeilige und zweizeilige Wintergerste

Anbaufläche Ernte 2021

Sommergerste: die Basis unseres Bieres

ca. 370.000 ha
Sommergerste
im Anbau

davon sind
ca. 80 %
Braugerstensorten

Vorteile von Gerste in der Fruchtfolge

Anbaugründe gibt es viele. Die Vorteile von Gerste in der Fruchtfolge machen sich unter anderem am frühen Erntetermin fest. Dadurch ist sie optimal vor Raps und kann Erntespitzen brechen. Die Frühsommertrockenheit verträgt sie durch die frühere Reife besser als andere Getreidearten. Die Sommergerste hat eine positive phytosanitäre Wirkung durch die Weitung der Fruchtfolge. Insgesamt sind die Vermarktungsmöglichkeiten für Gerste sehr gut.

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    Optimale Vorfrucht vor Raps durch frühe Ernte

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    Arbeitsintensität geringer als beim Weizen

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    Arbeitswirtschaft: Erntespitzen brechen

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    Phytosanitäre Wirkung der Sommergerste durch die Weitung der Fruchtfolge

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    Gute und sichere Vermarktungsmöglichkeiten

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    Verträgt Frühsommertrockenheit besser als Weizen

Züchtung

Die Zuchtziele sind durch die unterschiedlichen Nutzungsrichtungen bedingt sehr vielfältig. An erster Stelle stehen Kornertrag und Strohstabilität und das Erreichen der Vermarktungsqualität. Auch die Liste der zu bearbeitenden Krankheitsresistenzen ist lang. Der Zuchtfortschritt zeigt sich in den gestiegenen Erträgen der letzten zwanzig Jahren, auf über 70 dt/ha bei Wintergerste und bis zu 60 dt/ha bei Sommergerste.

Zuchtziele der Wintergerste

Ertragsanstieg von Winter- und Sommergerste

Einsatzmöglichkeiten

Zu den Einsatzmöglichkeiten von Gerste zählen Tierernährung (70 %), industrielle Verwendung wie das Bier (16 %), aber auch die Energieerzeugung (8 %). Vor allem der Anbau von Sommer- und auch Winterbraugerste für die Bierproduktion hat spezielle Ansprüche an die Vermarktungsqualität. Hier darf u.a. der Eiweißgehalt 12 % nicht übersteigen und die Ansprüche an große Korngrößen sind hoch.

Die Summe all dieser Eigenschaften macht Gerste zu einer Getreidekultur, die ihren festen Platz in der Fruchtfolge der meisten Landwirtschaftsbetriebe in Deutschland hat.

Qualität

Brauprozess: von der Gerste bis zum Bier (vereinfacht)

Vermarktungskriterien für Braugerste

  • Vollgersteanteil: hohes TKG und guteSortierung = Kornfraktion > 2,5 mm
  • Eiweißgehalt bei Braugerste maximal 11 - 12 %
  • Hoher Malzextraktgehalt = Anteil der in der Würze enthaltenen löslichen Stoffe
  • Gute technische Verarbeitbarkeit z. B. niedrige Viskosität
  • Sortenreine Partien für die Verarbeiter

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Henning Hansen
Henning Hansen
KWS Produktmanager Weizen und Gerste
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