• Schweinefütterung Roggen
    Roggen in der Mastschweinefütterung

Feldstudie zur Roggenfütterung

Das Thema Tierwohl wird für die Landwirte immer wichtiger. Neben der Haltung trägt auch die artgerechte Tierernährung zur Förderung des Tierwohls und der Lebensmittelqualitätbei. Aus diesem Grund hat die Viehvermarktungsgemeinschaft Aller-Weser-Hunte eG in Kooperation mit KWS Getreide im Frühjahr 2017 eine Feldstudie ins Leben gerufen, bei der die Vorteile von Roggen in der Schweinemast untersucht werden.

Das Ziel des Projektes ist auf der einen Seite die wirtschaftliche Optimierung der Mastbetriebe undauf der anderen Seite die Steigerung des Tierwohls durch eine Fütterung mit Roggen.

Fakten zur Feldstudie

Betriebe

9 Betriebe, über 117.000 Tiere, darunter über 46.000 Eber

Ergebnisse

  • Reduktion der Salmonellenbefundrate (bis zu - 50 %)
  • Deutliche Verbesserung des Salmonellenkategoriestatus
  • Abnahme oder Vermeidung von Geruchsabweichern in der Ebermast
  • Bei gleichzeitig gutem Leistungsspektrum (> 800 g tägliche Zunahme)
  • Ruhigere Tiere durch gleichmäßige Sättigung

"Bei gleichen Leistungen der Tiere und guten Schlachtkörpereigenschaften konnten die Betriebsleiter deutlich sinkende Salmonellenzahlen in Verbindung mit reduziertem Ebergeruch erzielen.

Das ist der große Vorteil für alle Beteiligten und dieser wird sich noch weiter auszahlen. Die Auflagen für Kupierverzicht und Kastration kommen auf uns zu, die wir ohne ein solches Fütterungskonzept kaum erfüllen können."

Wilhelm Behrens | Geschäftsführer Viehvermarktungsgemeinschaft Aller-Weser-Hunte eG

Einsatzempfehlungen für Roggen in der Fütterung

Entscheidend ist die Zusammensetzung der Ration und was speziell ersetzt werden soll. Um messbare Effekte beim Einsatz von Roggen in der Fütterung zu erzielen, sollten die minimalen Einsatzmengen nicht unterschritten werden.

"Die bisherige Schwäche des Roggens, die Anfälligkeit für den Befall mit Mutterkorn-Sporen, hat die moderne Pflanzenzüchtung deutlich reduziert: Mit der richtigen Sorte und durch die PollenPlus®-Technologie kann ich das weitgehend ausschließen.“

Dr. Richard Grone | Produktmanager Fütterung international KWS Getreide

Ergebnisse bei betriebsindividueller Haltung und vorgegebenem Fütterungskonzept:

  • Reduktion der Salmonellenbefundrate um bis zu 50 %
  • Deutliche Verbesserung des Salmonellenkategoriestatus
  • Abnahme oder Vermeidung von Geruchsabweichlern in der Ebermast
  • Bei gleichzeitig sehr gutem Leistungsspektrum (> 800 g tägliche Zunahmen)
  • Ruhigere Tiere durch gleichmäßige Sättigung

Bei uns im Beratungsring Hannover-Land e.V. wird seit vielen Jahren erfolgreich Roggen in der Fütterung eingesetzt. Die Eigenmischer mit kontinuierlich ansteigenden Roggenanteilen in der Fütterung beginnen mit 15 - 20 % in der Vormast, 20 - 30 % in der Mittelmast und enden bei 40 - 60 % in der Endmast, je nach betriebsindividueller Verfügbarkeit.

Keiner der Betriebe hat Probleme mit Salmonellen. Wichtig ist, dass das gesamte Getreide in der Mischung nicht zu fein vermahlen wird. Es sind in Abhängigkeit vom TS-Gehalt des Getreides 3, 4 oder 5 mm Loch bzw. Drahtsiebe im Einsatz. Eine Überprüfung der Vermahlung mittels Schüttelkasten ist Pflicht.

Dr. Uta Klußmann Beratungsring Hannover-Land e.V.

Die Feldstudie zeigt in der Praxis: Pro Schwein und Jahr können bis zu 10 € mehr erwirtschaftet werden. Bei einem Betrieb mit 3.000 Mastplätzen sind das, durch die Umstellung auf eine Roggen-basierte Fütterung, 80.000 bis 90.000 € mehr pro Jahr.

Ballaststoffgehalte (Fruktane) im Roggen

Aus Sicht der Tierernährung spielen die besonderen Inhaltsstoffe des Roggenkorns, die in der klassischen Futteranalytik nicht erkannt werden, eine entscheidende Rolle. Dabei geht es um die Roggen-Ballaststoffgehalte, wobei insbesondere der Gehalt an Fruktanen (und der Gehalt löslicher Arabinoxylane) eine entscheidende Rolle spielt. Dieser ist im Roggen etwa doppelt so hoch wie in den anderen Getreidearten. Die mikrobiellen Abbauprodukte dieser besonderen Ballaststoffe im Roggen führen zu einer erhöhten Bildung von Buttersäure (= Butyrat) im Darm der Schweine. Dabei steht die wissenschaftliche Bestätigung der Hypothese einer Verminderung der Salmonellenbelastung und des Ebergeruchs durch die erhöhten Buttersäurewerte im Schwerpunkt des „6-R-Konzept“.

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Andreas von Felde
Dr. Andreas von Felde
Leiter Globales Produktmanagement Fütterung
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