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    Züchterischer Fortschritt beim Zuckerrübenanbau

Züchterischer Fortschritt - Wertschöpfung durch Züchtung

Zuckerrübenzüchtung erfordert langfristiges und nachhaltiges Denken und Handeln. Die Entwicklung neuer Zuckerrübensorten dauert rund zehn Jahre und kostet mehrere Millionen Euro. Zudem müssen Züchter die Eigenschaften zukünftiger Sorten viele Jahre im Voraus erkennen. Ebenso beeinflussen gesellschaftliche und politische Entscheidungen zunehmend die Ansprüche an die Sorten.

Die Zuchtziele sind vielfältig. Ertragssteigerung und Ertragsstabilität haben weiterhin große Bedeutung, denn ein maximaler bereinigter Zuckerertrag bei möglichst hohem Zuckergehalt ist ein entscheidender Faktor bei der Sortenwahl. Die Züchtung auf Qualitätsparameter wie Saftqualität und Invertzuckergehalt hat bereits in allen Sorten zu einem sehr hohen Niveau geführt und wird nach wie vor stetig verbessert.

Die wichtigsten Zuchtziele der KWS-Zuckerrübenzüchtung

Ertragssteigerung und Ertragsstabilität

  • Rübenertrag
  • Zuckerertrag
  • TM-Ertrag
  • Nährstoffeffizienz

Resistenzen und Toleranzen

  • Cercospora
  • Ramularia
  • Echter Mehltau
  • Heterodera schachtii
  • Rhizoctonia
  • Rizomania
  • Ditylenchus dipsaci
  • Gürtelschorf und Rotfäule
  • Trockentoleranz
  • Schossfestigkeit
  • Vergilbungsviren

Qualität

  • Zuckergehalt
  • Rübenkörper
  • Saftqualität
  • Lagerfähigkeit
  • Invertzuckergehalt

Das Ziel der Züchtung

Dem Anbauer standortangepasste Sorten bereitzustellen. Die Kenntnis über den Krankheits- und Schädlingsdruck auf den einzelnen Flächen ist daher sehr wichtig.

Rund 2 % züchterischer Fortschritt im Ertrag bei nematodentoleranten Sorten

Die Rübenzystennematode Heterodera schachtii kommt in allen Anbaugebieten vor und kann zu erheblichen Ertragsverlusten von bis zu 50 % führen. Durch ein zielgerichtetes Nematodenmanagement kann das Ertragspotential langfristig ausgeschöpft werden.

Ein zentraler Baustein ist der Anbau nematodentoleranter Sorten. Gerade in diesem Segment ist der Zuchtfortschritt der letzten Jahre enorm. Es konnten seit Zulassung der ersten Sorte mit Nematodentoleranz in 2005, Jahr für Jahr Sorten mit mehr Leistung und verbesserten Anbaueigenschaften zugelassen werden. Der züchterische Fortschritt im Ertrag liegt im Durchschnitt der Jahre bei rund 2 % pro Jahr unter Befallsbedingungen. Auf Flächen ohne Nematodenbefall beträgt er sogar 2,5 % pro Jahr. Damit sind die neuesten nematodentoleranten Sorten unter allen Bedingungen anbauwürdig und bieten dem Landwirt auf Verdachtsflächen eine Absicherung des Ertragspotenzials.

Bereinigter Zuckerertrag (BZ€) auf Flächen mit Nematoden-Befall der leistungsstärksten, neuzugelassenen KWS-Sorten relativ zu PAULETTA (= rel. 100)<br>Quelle: Eigene Berechnung für die Zulassungsjahrgänge 2005 – 2018 auf Basis der Wertprüfungsergebnisse 2003-2017 (jeweilszweijährig), Bundessortenamt Hannover; 2006, 2010, 2014 u. 2015 keine KWS NT Neuzulassungen.

Bereinigter Zuckerertrag (BZ€) auf Flächen mit Nematoden-Befall der leistungsstärksten, neuzugelassenen KWS-Sorten relativ zu PAULETTA (= rel. 100)
Quelle: Eigene Berechnung für die Zulassungsjahrgänge 2005 – 2018 auf Basis der Wertprüfungsergebnisse 2003-2017 (jeweilszweijährig), Bundessortenamt Hannover; 2006, 2010, 2014 u. 2015 keine KWS NT Neuzulassungen.

Unser Fazit

Festzuhalten bleibt, dass die Züchtung eine immer bedeutendere Rolle im integrierten Pflanzenschutz einnimmt. Mit Hilfe einer standortangepassten Sortenwahl und dem Anbau moderner Zuckerrübensorten kann das große Potenzial der Zuckerrübenzüchtung im Zuckerrübenanbau voll ausgeschöpft werden.

Vergleich nematodentoleranter Zuckerrüben