Vorteile durch vorzeitigen Umbruch
Ein vorzeitiger Umbruch von Zwischenfrüchten trägt nicht nur zu deren sicheren Absterben bei, sondern bekämpft gleichzeitig die vorhandene Verunkrautung und erleichtert den Frühjahrseinsatz von flachschneidenden Grubbern. Auf nicht auswaschungsgefährdeten Standorten wird zudem das frühere Einsetzen der Stickstoffmineralisation gefördert. Der Standort und eventuelle gesetzliche Vorgaben sind bei der Entscheidung über den richtigen Umbruchtermin unbedingt zu berücksichtigen.
Rechtliche Vorgaben beachten
Mit dem Auslaufen der Greeningverpflichtung gibt es in grünen Gebieten keine Einschränkungen mehr bei den Bearbeitungsmöglichkeiten, sofern bei gedüngten Zwischenfrüchten die Mindeststandzeit von acht Wochen eingehalten wird. In roten Gebieten dürfen Zwischenfrüchte vor einer zu düngenden Sommerung erst nach dem 15. Januar beseitigt werden. Zur Verhinderung der Samenreife ist vorher aber ein Abschlegeln oder Walzen erlaubt.
Schwere Standorte
Auf tiefgründigen, nicht auswaschungsgefährdeten Standorten hat sich ein vorzeitiger Umbruch von Zwischenfrüchten unter günstigen Bedingungen vor Winter bewährt. Mit dem Umbruch wird die Nährstoffaufnahme beendet und die Mineralisation setzt ein. So liegen zur Aussaat der Sommerung höhere Nmin-Werte vor, die den Düngebedarf entsprechend reduzieren.
Ein Umbruch in Kombination mit Bodenbearbeitung durch Kurzscheibenegge oder Grubber verstärkt die frühzeitige Mineralisation und fördert vor allem bei extensiven Zwischenfrucht-Bestellverfahren die Strohverteilung und -zersetzung. Gleichzeitig wird unterständiges Ausfallgetreide bekämpft, welches durch alleiniges Abschlegeln eher noch begünstigt wird. Bearbeitete Böden trocknen im Frühjahr zudem schneller ab und erwärmen sich besser. Standorte mit höheren Tongehalten, auf denen im Frühjahr keine tiefere Bearbeitung möglich ist, sollten also bereits vor Winter sorgfältig vorbereitet werden, damit bei der Saatbettbereitung im Frühjahr nicht zu tief gearbeitet werden muss.
Leichte Standorte
Auf leichten Standorten sollte ein Umbruch aufgrund der stärkeren Verlagerungs- und Auswaschungsgefahr von Nährstoffen nicht zu früh erfolgen und ein Bodeneingriff vor Winter vermieden werden. Bei drohender Samenreife, stärkerer Verunkrautung oder nicht abgestorbenen Zwischenfrüchten in milden Wintern ist ein Bearbeitungsgang einzuplanen.
Hier ist ein Walzen gegenüber dem Abschlegeln vorzuziehen, da das Pflanzenmaterial weniger stark zerkleinert wird und die Umsetzung entsprechend langsamer erfolgt. Ist der Einsatz einer Messerwalze nicht möglich und eine Frostphase zum effektiven Einsatz einer Cambridgewalze nicht abzusehen, sollte der Bestand abgeschlegelt werden.
Welche Bearbeitungsmaßnahmen unterstützen das Absterbeverhalten von Zwischenfrüchten und Ausfallgetreide?
Bleiben stärkere Frostphasen aus, können selbst vergleichsweise sicher abfrierende Arten wie Senf oder Phacelia überwintern. Zwischenfrüchte zeigen insbesondere bei später Saat oder geringer Stickstoffverfügbarkeit ein schlechteres Abfrierverhalten. Wer sich zusätzlich absichern will, sollte die Zwischenfrucht deshalb vor Winter auch aus diesem Grund mechanisch bearbeiten. Dass auch einfache Maßnahmen sehr effektiv sein können, zeigt beispielhaft eine Versuchsanlage der Landwirtschaftskammer Niedersachsen aus dem Winter 2022/2023. Hier wurden in verschiedenen ungedüngten Zwischenfrüchten mehrere Bearbeitungstermine und -verfahren hinsichtlich Abfrierverhalten und Ausfallgetreidebekämpfung verglichen.