• Pflanzenschutz mit Feldspritze im Roggen
    Pflanzenschutz Roggen

Pflanzenschutzmaßnahmen für Roggen

Aufgrund seiner Robustheit wird Hybridroggen häufig auf leichten Standorten angebaut. Hier erfahren Sie mehr zum Herbizid-, Fungizid- und Insektizideinsatz im Roggenanbau.

1. Herbizideinsatz im Roggen

In den meisten Regionen ist eine Herbizidanwendung im Herbst im Roggen unerlässlich, da auf die gute Wirkung der Produkte nicht verzichtet werden kann. Besonders bei starkem Windhalm- oder Ackerfuchsschwanzaufkommen hat sich die Herbstanwendung bewährt. Welches Mittel ist das richtige für meinen Standort? Ist ein Einsatz im Vor- oder im Nachauflauf effektiver? Das sind Fragestellungen, die sehr stark vom Standort, von der Witterung und vom Unkraut- und Ungrasaufkommen abhängig sind. Auch die unterschiedlichen Verträglichkeiten spielen bei der Mittelauswahl eine große Rolle. Allgemein ist es wichtig bei der Anwendung von Herbiziden die Produkthinweise des Herstellers auf die Verträglichkeit und die Hinweise Ihres zuständigen Pflanzenschutzdienstes zu beachten.

Die Produkte unterscheiden sich in der Verträglichkeit zum Teil erheblich. Nur Mittel mit guter Verträglichkeit einsetzen. Bei der Anwendung insbesondere von flufenacethaltigen Mitteln beachten Sie bitte die gute fachliche Praxis, die Produkt- und Anwendungshinweise des Herstellers insbesondere zur Verträglichkeit sowie die Hinweise Ihres zuständigen Pflanzenschutzdienstes. Bei unsachgemäßer Anwendung kann es zu Pflanzenschädigungen und damit zu Ertragseinbußen kommen.

Es gibt aber auch ackerbauliche Maßnahmen, die das Risiko deutlich verringern. Es gilt, den Aussaattermin richtig zu wählen. Ist eine Herbizidmaßnahme im Herbst geplant, sollte ein Aussaattermin möglichst bis zum 10. Oktober (gerne auch schon Ende September) gewählt werden. Je früher es zur Anwendung kommt, desto länger können die Pflanzen während der vegetativen Phase den Wirkstoff metabolisieren. Eine gleichmäßige und ausreichend tiefe Saat ist ebenso wichtig für den kulturverträglichen Herbizideinsatz. Das Saatkorn sollte noch mit 2,5 bis 3,5 cm Boden bedeckt sein, nachdem sich der Boden gesetzt hat.

Auf dem nachfolgenden Bild ist die Schädigung durch ein Herbizid erkennbar, da die Saat zu flach abgelegt wurde. Wo der Kreiselgrubber kleine Erdhaufen geworfen hat und somit für ca. 2 cm mehr Erdauflage gesorgt hat, ist keine Schädigung zu erkennen.

Herbizidschaden im Roggen

(KWS LOCHOW, 2019)

Bevor die Herbizidmaßnahme stattfindet, sollte ein Blick auf den Wetterbericht geworfen werden. Die ersten Tage nach der Ausbringung sollte sichergestellt sein, dass keine größeren Regenmengen zu erwarten sind. Sollte es zur Verlagerung des Wirkstoffes an die Wurzel kommen, kann die junge Roggenpflanze geschädigt werden. Diese Schädigung würde zur einer Wuchsdepression oder zum Absterben des Keimlings/der Jungpflanze führen.

Kurz zusammengefasst:

  • Ablagetiefe (2,5 - 3,5 cm)
  • Witterung zur Applikation beachten
    (keine heftigen Niederschläge und Staunässe unmittelbar nach der Saat)
  • möglichst früher Drilltermin mit zeitigem Herbizideinsatz
  • Verträglichkeit des Herbizides beachten

2. Fungizideinsatz im Roggen

Der Roggen ist im Vergleich zu anderen Getreidearten geringer anfällig gegenüber Blattkrankheiten. Die wichtigste Krankheit im Roggenanbau ist der Braunrost. Echter Mehltau und Rhynchosporium treten in der Regel früher auf, der Befall steigt aber selten auf die oberen Blattetagen. Zur Absicherung hoher Kornerträge sind jedoch gezielte Pflanzenschutzmaßnahmen notwendig.

Fungizideinsatz im Roggen

In der Praxis haben sich je nach Befallssituation und Ertragserwartung folgende Fungizidstrategien im Roggenanbau bewährt:

Eine Doppelbehandlung ist auf den Standorten mit hoher Ertragserwartung oder hohem Krankheitsdruck wirtschaftlich. Bei Gefährdung durch Halmbruch und bei frühem Mehltau-, Rhynchosporium- und/oder Braunrostbefall muss eine Maßnahme in der Schossphase (BBCH 31 - 32) eingeplant werden. Die zweite Behandlung (BBCH 47 - 61) richtet sich meistens gegen spät auftretenden Braunrostbefall, der einen hohen Ertragseinfluss hat.

Auf den leichten Standorten mit unzureichender Wasserversorgung und geringer Ertragserwartung ist meistens eine Einmalbehandlung nach dem Erreichen des Bekämpfungsrichtwertes (siehe Tabelle) zu empfehlen. Diese sollte unmittelbar vor dem Auftreten erster Braunrost-Pusteln erfolgen (BBCH 39 - 61). Außerdem reicht auch auf besseren Standorten bei der Wahl moderner Sorten mit einer hohen Widerstandskraft gegenüber Braunrost häufig eine Einmalbehandlung aus.

befallshaeufigkeit_fungizide_roggen.png

Die fungizide Abschlussbehandlung sollte mit einer gut Rost-wirksamen Azol-/Carboxamid-Kombination durchgeführt werden. Rhynchosporium wird beim Einsatz dieser Präparate miterfasst. Sollten bereits eine Fungizidmaßnahme durchgeführt worden sein, kann der Termin für die Abschlussbehandlung noch etwas hinausgezögert werden, um eine bessere Dauerwirkung zu erreichen. Auf ertragsschwächeren Standorten hat sich häufig eine Kombination robuster Aufwandmengen von Tebuconazol- und Azoxystrobin-haltigen Fungiziden bewährt. Bis zum Ende der Milchreife sollte der Roggen gesund erhalten werden, um eine optimale Umlagerung der eingelagerten Nährstoffe von Stängel und Blättern in die Ähre zu erreichen.

Eine Behandlung während der Blüte ist beim Fremdbefruchter Roggen nicht zu empfehlen. Dabei erhöht sich das Risiko eines Mutterkornbefalls.

3. Insektizideinsatz im Roggen

Es empfiehlt sich zur Abschlussbehandlung, das Thripse-Aufkommen in Blattscheide und Ähre (Schadschwelle 3 Thripse/Pflanze) im Auge zu behalten. Kontrollieren Sie gleichzeitig die zu diesem Zeitpunkt häufiger auftretenden Getreidehähnchen (orange Eier oder später geschlüpfte schwarze Larven). Sollte die Schadschwelle bei einem der Schädlinge überschritten werden, setzen Sie ein Pyrethroid ein.

Anbauleitfaden Hybridroggen
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