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Unterfußdüngung neu gedacht

Das Ziel: 100 % Ertrag mit 25 % weniger Starterdünger

Andreas Potthast, Produktmanager Einzelkornsaat und Pflüge, Kverneland Group Deutschland GmbH

Kverneland Optima F bei der Maisaussaat

Die Kverneland Optima F in Kombination mit dem Fronttank f-drill bei der Maisaussaat (Foto: Kverneland Group)

BlickPunkt, Frühling 2026

In den vergangenen Jahren haben Aspekte im Umweltschutz und Entwicklungen auf dem Weltmarkt dazu geführt, dass das Thema Düngung immer stärker in den Fokus rückt. Einerseits sind die hohen Kosten und die teilweise eingeschränkte Verfügbarkeit mineralischer Dünger ausschlaggebend, andererseits spielt die zunehmende Gewässerbelastung eine zentrale Rolle. Nicht zuletzt haben europäische Verordnungen dazu beigetragen, dass Düngemengen insgesamt reduziert werden müssen. Dadurch stehen Landwirte mehr denn je vor der Frage, wie sie ihre Düngung möglichst effizient gestalten können.

Starterdüngung im Mais: Praxis und Bedeutung

Beim Vergleich der in Deutschland im Einzelkornsaatverfahren angebauten Kulturen wird insbesondere bei Mais standardmäßig eine Unterfußdüngung als Starterdüngung appliziert. Selbst dort, wo die Böden bereits eine gute organische Grundversorgung aufweisen, verzichten die meisten Landwirte nicht auf eine mineralische Unterfußdüngung. Auf diese Weise wird eine zügige Jugendentwicklung der Maispflanzen auch in Jahren mit schwierigeren Bedingungen gewährleistet.

Unterfußdüngung mit unterbrochenem Düngerband - Düngerdepot direkt unter jedem Saatkorn

Unterfußdüngung mit unterbrochenem Düngerband - Düngerdepot direkt unter jedem Saatkorn (Foto: Kverneland Group)

Ausgangspunkt für eine punktgenaue Unterfußdüngung

Um Landwirte bei einer möglichst effizienten Maisaussaat und der dazugehörigen Unterfußdüngung zu unterstützen, hat Kverneland bereits im Jahr 2016 ein vom BMEL gefördertes Projekt gestartet. In zahlreichen Handversuchen wurde zusammen mit der TH Köln untersucht, ob sich die Düngermenge bei der Unterfußdüngung reduzieren lässt, ohne Einbußen im Ertrag zu verzeichnen. Die Idee bestand darin, das unterhalb der Maispflanzen platzierte Düngerband abschnittsweise zu unterbrechen, um den Düngerverbrauch zu senken. Hintergrund war die Annahme, dass junge Maispflanzen einen Teil des kontinuierlich ausgebrachten Düngers aufgrund ihrer noch kurzen Wurzeln gar nicht erreichen können. Da zum Zeitpunkt der Versuche noch keine Technik zur punktuellen Düngerapplikation verfügbar war, wurden aufwendige Handversuche durchgeführt, bei denen der Dünger manuell direkt unter den Maiskörnern ausgebracht wurde. In einer dreijährigen Versuchsreihe kamen dabei immer wieder die gleichen vielversprechenden Ergebnisse heraus: Es ist möglich, 25 % Starterdünger einzusparen, ohne Ertragseinbußen hinnehmen zu müssen. Die Versuche wurden an verschiedenen Standorten sowie mit unterschiedlichen jeweils betriebsüblichen Düngerarten und -mengen durchgeführt.

Kverneland Optima SX Säreihe mit PUDAMA

Die Kverneland Optima SX Säreihe mit PUDAMA legt ein Düngerdepot direkt unter jedes Saatkorn (Foto: Kverneland Group)

Entwicklung der Kverneland PUDAMA Technologie

Nachdem erste positive Versuchsergebnisse vorlagen, begann in Soest die Entwicklung einer Technik, die nicht nur Mais vereinzelt, sondern gleichzeitig Düngerdepots unterhalb der Maiskörner appliziert. Bei einer Vorfahrtgeschwindigkeit von bis zu 12 km/h, einer Aussaat von 9,5 Pflanzen pro Quadratmeter und einer Reihenweite von 75 cm müssen pro Sekunde knapp 25 Saatkörner und Düngerportionen abgelegt werden. Schnell wurde deutlich, dass die Entwicklung einer entsprechenden Technik dafür nicht einfach ist.

Technisches Funktionsprinzip

PUDAMA steht für „punktgenaue Düngerapplikation bei der Maisaussaat“. Die ursprüngliche Projektbezeichnung befindet sich heute auf den Serienmaschinen, die mit der innovativen Depotdüngung ausgestattet sind.

Über ein Bürstenventil wird der Düngerstrom kurz vor dem Düngerschar unterbrochen. Mittels eines Luftstroms, der über einen bordeigenen Kompressor erzeugt wird, werden die Düngerportionen punktgenau unterhalb der Maiskörner in den Boden geschossen. Um die Kornablage und die Position des Düngerdepots aufeinander abzustimmen, wird das Signal der Kornerkennung genutzt.

Kverneland brachte die ersten Serienmaschinen im Jahr 2024 auf den Markt. Heute ist das PUDAMA-System für die Kverneland Optima Modelle mit SX Säreihe sowohl bei der gezogenen Optima TFprofi als auch bei der Optima F mit klappbaren Rahmen in 6,00 m Arbeitsbreite verfügbar. Die Optima F kann nicht nur mit einer Reihenweite von 75 cm ausgestattet werden, sondern auch als Engsaatmaschine mit 45 oder 50 cm Reihenweite, um neben Mais auch andere Kulturen wie beispielsweise Rüben oder Raps zu säen.

Erkenntnisse aus Versuchen europaweit

Mittlerweile wurden europaweit an über 25 verschiedenen Standorten zahlreiche Versuche mit dem PUDAMA-System angelegt und diese gemeinsam mit verschiedenen Projektpartnern, darunter KWS, ausgewertet. Die Ergebnisse waren dabei immer wieder die gleichen und eindeutig. Mit der Kverneland PUDAMA-Technologie ist es möglich, mindestens 25 % Starterdünger einzusparen, ohne dass es zu Ertragseinbußen kommt.

Die Kverneland PUDAMA-Versuche zeigen, dass durch die gezielte reduzierte Depot-Düngerausbringung mindestens gleich hohe Erträge erzielt werden können im Vergleich zur herkömmlichen Unterfußdüngung mit durchgehendem Düngerband.

Fazit

Der technische Fortschritt ermöglicht es inzwischen, Dünger einzusparen, ohne dabei auf Ertrag zu verzichten. Dies wurde nicht nur theoretisch nachgewiesen, sondern auch durch zahlreiche Versuche in der Praxis belegt. Zwar erfordert die PUDAMA-Technologie eine aufwendigere und zunächst teurere Ausstattung für Landwirte und Lohnunternehmer, doch unter Berücksichtigung der Einsparungen ist der Einsatz wirtschaftlich sinnvoll.


Zunächst lag der Fokus auf dem Maisanbau, da bei vielen anderen Kulturen eine Unterfußdüngung eher unüblich ist. Inzwischen werden jedoch auch Versuche in anderen Kulturen durchgeführt. So hat Kverneland unter anderem in Zusammenarbeit mit KWS bereits zur Aussaat 2025 Unterfußdüngungsversuche im Zuckerrübenanbau mit der Kverneland PUDAMA Technologie angelegt (Bericht folgt.)

Autor:

Andreas Potthast

Produktmanager Einzelkornsaat und Pflüge
Kverneland Group Deutschland GmbH

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