Eine standort- und sortenangepasste Aussaatstärke ist die Grundlage für sichere und hohe Erträge

Die Aussaatstärke hat starken Einfluss auf Ertrag, Qualität und Anbaurisiko im Maisanbau. Mit steigender Bestandesdichte erhöht sich das Ertragspotenzial im Silomaisanbau. Allerdings werden bei sehr hoher Bestandesdichte nur schwache Einzelpflanzen gebildet. In der Folge verringert sich die Wurzel- und Kolbenentwicklung der Einzelpflanze (siehe Abbildung). Damit verringert sich der Kolbenanteil an der Gesamtpflanze und die Silomaisqualität (Stärkegehalte und Energiedichte) schwindet.

Mit der Aussaatstärke kann also der Kompromiss zwischen Ertrag und Qualität beeinflusst werden. Höhere Bestandesdichten zielen dabei mehr auf Masseertrag ab. Etwas geringer Bestandesdichten begünstigen die Silomaisqualität.

Maisreaktion auf unterschiedliche Bestandesdichten

Maisreaktion auf unterschiedliche Bestandesdichten - Quelle: KWS SAAT SE & Co. KGaA

Welche Faktoren beeinflussen die optimale Bestandesdichte?

Standort

Neben der geplanten Nutzung des Maises spielen noch weitere Faktoren eine wichtige Rolle bei der Wahl der richtigen Bestandesdichte. Dazu gehören vor allem Standorteigenschaften wie die Bodenart und vor allem die Wasserverfügbarkeit. Mais benötigt während der Jugendentwicklung nur wenig Wasser. Mit dem Längenwachstum steigt der Bedarf aber kontinuierlich bis zur Blüte an. Steht dann nicht genug Wasser zur Verfügung, leidet die Befruchtung der Kolben und damit die Kolbenausbildung. Dabei spielt die Bestandesdichte eine wichtige Rolle. Bei hoher Bestandesdichte steht jeder Pflanze nur wenig Wasser zur Verfügung und die Pflanzen konkurrieren deutlich stärker um die knappe Ressource. In solchen Beständen kann es schnell zu Trockenstress und Minderertägen kommen. Wird dagegen die Bestandesdichte bei guter Wasserversorgung zu gering gewählt, kann das Ertragspotenzial des Standortes nicht genutzt werden. Damit wird direkt Ertrag verschenkt. Aber auch auf Standorten mit sehr guter Wasserversorgung kann sich eine überzogene Bestandesdichte negativ auswirken. In solchen Beständen führt die hohe Aussaatstärke zwar nicht zu zunehmender Konkurrenz um Wasser aber um Licht. Dies führt zu einem verstärkten Längenwachstum und geringer Standfestigkeit. Diese Bestände besitzen ein erhöhtes Lagerrisiko.

Sorte

Neben dem Standort beeinflusst auch die Sorte die optimale Bestandesdichte. Nicht jede Sorte ist für sehr hohe oder sehr niedrige Bestandesdichten geeignet. Dabei spielt der Wuchstyp eine wichtige Rolle. Kompakte Sorten erreichen oft ihr Ertragspotenzial erst bei höheren Bestandesdichten. Großrahmige Sorten bilden dagegen massige Einzelpflanzen, leiden aber stark unter Konkurrenz bei zu viel Pflanzen pro Quadratmeter. Außerdem spielt die Lagerneigung eine Rolle. Sorten mit guter Standfestigkeit vertragen eher hohe Bestandesdichten. Höhere Lagerneigung kann durch eine Reduktion der Pflanzen pro Quadratmeter ausgeglichen werden.

Fazit:

Die Aussaatstärke ist ein Kompromiss aus Ertrag, Qualität und vertretbarem Anbaurisiko auf Basis des Standortes und der Sorte. Um auch auf Bodenunterschiede in der Fläche zu reagieren, kann die Aussaatstärke in der Fläche variiert werden.

Aussaatstärke und Saatgutbedarf kalkulieren

Mit der Aussaatstärke (Körner/m²) wird die Bestandesdichte (Pflanzen/m²) festgelegt. Unter Berücksichtigung des Feldaufgangs lässt sich aus der geplanten Bestandesdichte die benötigte Aussaatstärke festlegen. Dabei wird in der Regel ein Feldaufgang von 95 % unterstellt.

Formel:
Aussaatstärke = geplante Bestandesdichte/Feldaufgang x 100

Anschließend können Sie daraus den Saatgutbedarf in Einheiten pro ha ableiten. Eine Einheit Maissaatgut beinhaltet in der Regel 50.000 Körner. Ein Hektar umfasst 10.000 m². Daraus ergibt sich die folgende Rechnung.

Formel:

Bei der Kalkulation der Aussaatstärke und des Saatgutbedarfs unterstützt Sie kostenlos unser praktischer Saatgutbedarf- und Aussaatstärke:

Übersicht: Bestandesdichte, Aussaatstärke und Saatgutbedarf

In der folgenden Tabelle finden Sie die erforderliche Aussaatstärke in Körnern/m² in Abhängigkeit von der Ziel-Bestandesdichte bei 95 % Feldaufgang. Darüber hinaus zeigt Ihnen die Tabelle den Abstand von Korn zu Korn innerhalb der Reihe bei unterschiedlichen Reihenweiten. Außerdem sehen Sie den Saatgutbedarf in Einheiten pro Hektar. Beachten Sie, dass bei Aussaat unter schwierigen Bedingungen der Feldaufgang schlechter als 95 % ausfallen kann. In diesem Fall muss die Aussaatstärke stärker erhöht werden, um die Ziel-Bestandesdichte zu erreichen.

Aussaatstärke-Tabelle


Pflanzen/m2

Körner/m2

Ablage in der Reihe in cm

Einheiten/ha
(50.000 Korn)

bei 75 cm Reihenweite

bei 37,5 cm Reihenweite

6

6,3

21,1

42,2

1,26

6,5

6,8

19,5

39,0

1,37

7

7,4

18,1

36,2

1,47

7,5

7,9

16,9

33,8

1,58

8

8,4

15,8

31,7

1,68

8,5

8,9

14,9

29,8

1,79

9

9,5

14,1

28,1

1,89

9,5

10,0

13,3

26,7

2,00

10

10,5

12,7

25,3

2,11

10,5

11,1

12,1

24,1

2,21

11

11,6

11,5

23,0

2,32

11,5

12,1

11,0

22,0

2,42

12

12,6

10,6

21,1

2,53

Quelle: KWS SAAT SE & Co. KGaA

Kontrolle der Aussaatstärke und der Bestandesdichte bei Mais

Die Aussaatstärke sollte bereits während der Aussaat kontrolliert werden, um etwaige Fehler sofort korrigieren zu können. Die tatsächliche Bestandesdichte kann erst nach dem Auflaufen der Pflanzen durch Auszählen der jungen Maispflanzen festgestellt werden.

Hierfür bieten sich zwei Methoden an:

Tools für Ihren Maisanbau - jetzt anmelden

Unsere satellitengestützen Precision Farming-Tools, die Sie im Rahmen unserer digitalen Beratungsplattform myKWS kostenlos nutzen können, unterstützen Sie bei Ihrem Anbau von KWS Mais. Denken Sie bereits zur Aussaat daran, sich für diese anzumelden, denn die Anmeldefristen sind begrenzt. Je nach Tool, müssen Sie im Falle einer Teilnahme Ihre Flächen zeitnah zur oder kurz nach der Aussaat in unser System eintragen.

Optimieren Sie die Maisaussaat

Innerhalb eines Schlages variieren Bodenarten und Bodeneigenschaften. Einige Teilflächen bieten immer ausreichend Wasser und gute Wachstumsbedingungen - andere Teilflächen weniger. Mit einer teilflächenspezifischen Aussaat passen Sie die Saatstärke überall an die besonderen Bodengegebenheiten Ihrer Fläche an.

Bis zur Aussaat Flächen einzeichnen und Karte erstellen:

Teilflächenspezifische Aussaat

Unterstützung im Falle eines Umbruchs

Sichern Sie Ihren Maisanbau ab! Für die Aussaat bieten wir KWS Kunden den Mais-MehrWert-Service an. Im Falle eines Umbruchs Ihres KWS Maises und einer Neuansaat, erhalten Sie 50 % der Saatgutkosten für die Neuansaat mit einer KWS Maissorte erstattet.

Bis 5 Tage nach der Aussaat Flächen einzeichnen:

Mais-MehrWert-Service

Profitieren Sie vom richtigen Erntezeitpunkt

Für Ihren erfolgreichen Silomaisanbau ist es sehr wichtig, den richtigen Erntetermin zu treffen – oftmals eine große Herausforderung. Das KWS SAT TS-Monitoring unterstützt Sie dabei, den optimalen Erntezeitpunkt Ihrer Flächen zu finden. So haben Sie den Verlauf der Silomais-Abreife immer im Blick.

Von Mai bis Mitte Juni Flächen einzeichnen:

SAT TS-Monitoring

Jetzt Berater finden