Mikronährstoffdüngung bei Zuckerrüben

Allgemeine Informationen:

  • Der Bedarf an Mikronährstoffen, vor allem an Bor und Mangan, ist bei Zuckerrüben in der Hauptwachstumsphase nach Reihenschluss besonders hoch (Abb. 1). In dieser Zeit muss eine ausreichende Borversorgung der Zuckerrüben sichergestellt werden.
  • Mangan ist in der Pflanze an der Aktivierung von Enzymen beteiligt. Ein Mangel führt zu einer Verringerung des Zuckergehaltes.
  • Bor ist ein Bauelement in Pflanzen und hat wichtige Funktionen im Stoffwechsel.
  • Bor wird für die Blattbildung benötigt und ist für Ertrag und Qualität der Zuckerrübe von großer Bedeutung.
  • Bor-Umlagerung innerhalb der Pflanze ist nicht möglich. Daher reagieren zunächst die jüngsten Blätter mit einem Mangel.
  • Gezielte, vorbeugende Düngung mit Bor ist wichtig. Grundsätzlich ist eine Mikronährstoff-Düngung über Boden und Blatt möglich.
  • Schädigungen der Pflanze durch Bor-Mangel sind nicht rückgängig zu machen. Nur durch Gewebe-Neubildung.

Abbildung 1: Schematische Darstellung des Bor-Bedarfs während der Entwicklung der Zuckerrübe

Abbildung 1: Schematische Darstellung des Bor-Bedarfs während der Entwicklung der Zuckerrübe

Pflanzenverfügbarkeit

  • Die Verfügbarkeit hängt sehr stark von der Bodenfeuchtigkeit und dem pH-Wert ab. Mit steigendem pH-Wert sinkt die Bor-Verfügbarkeit.
  • Auf Sandböden, flachgründigen Standorten oder Böden mit niedrigem Humusgehalt ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass es zu einer Mangelsituation kommt, als auf tiefgründigen, mittleren bis schweren Böden.
  • Bei Trockenheit ist die Aufnahme über die Wurzel gestört.
  • Bor ist nicht mobil in der Pflanze. Es kann daher nicht aus älterem in jüngeres Pflanzengewebe verlagert werden.

Jährlicher Entzug

  • Bor: 300-600 g Bor/ha.
    Im Vergleich zu anderen Kulturpflanzen haben Rüben einen sehr hohen Bor-Bedarf. Als Faustzahl gilt, dass sie etwa 60-75g Bor je 100 dt Rübenertrag benötigen.
  • Mangan 400-600 g Mn/ha.

Bor-Düngung

Bodendüngung

  • Eine Grundversorgung mit Bor-haltigen Düngern sollte über den Boden sichergestellt werden.
  • Zahlreiche Bodenuntersuchungen zeigen, dass ein Großteil der Böden in Rübenanbaugebieten eine niedrige bis mittlere Versorgung mit Bor aufweist.
  • Die Höhe des Bedarfs ist am besten im Frühjahr durch eine Bodenuntersuchung zu ermitteln.

Blattdüngung

  • Düngung mit wasserlöslichen Düngemitteln über das Blatt ist möglich.
  • Eine Blattdüngung sollte bis zum Reihenschluss als vorbeugende Maßnahme durchgeführt werden.
  • Für Standorte mit hohen Erträgen empfiehlt es sich 400g Bor/ ha auszubringen.

Mangel Symptome

Blätter

  • Ältere Blätter vergilben am Blattrand und werden auf der Blattspreite spröde und rissig (Abb. 2).
  • Auf der Oberseite der Blattstiele entstehen Querrisse, die später verkorken und sich dunkel verfärben.
  • Die jüngsten Blätter (Herzblätter) verkümmern. Sie werden innerhalb kurzer Zeit schwarz und sterben ab (Abb. 3).
  • Später welken auch die äußeren Blätter und verfärben sich gelb bis bräunlich.

Abbildung 2: Bormangel - Blattspreite spröde und rissig. Vergilbung am Blattrand

Abbildung 2: Bormangel - Blattspreite spröde und rissig. Vergilbung am Blattrand

Abbildung 3: Bormangel - Absterbende, schwarze Herzblätter

Abbildung 3: Bormangel - Absterbende, schwarze Herzblätter

Rübenkopf

  • Unter den jüngsten Blättern beginnt die Herzfäule und kann bis tief in den Rübenkopf eindringen (Abb. 4).
  • Der Rübenkopf reißt auf und verfärbt sich schwarz. Fortschreitender Bor-Mangel wird zur Trockenfäule des gesamten Rübenkörpers.

Abbildung 4: Bormangel - Herzfäule

Abbildung 4: Bormangel - Herzfäule

Jetzt Berater finden