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    Artenvielfalt und Biodiversität

Fruchtfolge Effekte auf die Artenvielfalt und Biodiversität

Die Gestaltung der Fruchtfolge ist ein Baustein zur Förderung der Artenvielfalt und Biodiversität auf landwirtschaftlichen Flächen. Aber wie? KWS geht auf unterschiedliche Aspekte ein.

Wie beeinflusst die Fruchtfolge die Artenvielfalt?

Vielfältige Fruchtfolgen bereichern das Landschaftsbild. Durch ihre unterschiedlichen Aussaat- und Erntezeiten und damit verbundenen zeitlich versetzten Wachstumsverläufen leisten sie ein Beitrag zur Artenvielfalt. Das Zusammenspiel von Winterungen und Sommerungen als auch der Wechsel von Halm- und Blattfrüchten in der Fruchtfolge ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil. Neben der Biodiversität hat eine erweiterte Fruchtfolge ebenfalls positive Auswirkungen auf Bodengesundheit und -fruchtbarkeit. Erweiterte Fruchtfolgen können den Bedarf an Pflanzenschutzmaßnahmen reduzieren und die Nährstoffnutzungseffizienz erhöhen.

Bei der Förderung der Biodiversität sind dabei auch betriebliche Gegebenheiten und wirtschaftliche Faktoren von entscheidender Bedeutung. Futterbaubetriebe müssen über die Fruchtfolgegestaltung die Grundfutterversorgung Ihrer Tiere sicherstellen können. In Ackerbaubetrieben müssen die angebauten Marktfrüchte wirtschaftlich sein, um eine nachhaltige Betriebsentwicklung zu gewährleisten. Blühende Markfrüchte wie z.B. Winterraps können dabei nicht nur zur Wirtschaftlichkeit beitragen, sondern dienen auch als Nahrung für Insekten.

Vor welchen Herausforderungen steht die Landwirtschaft aktuell?

Neben der Ernährungssicherung steigen die Anforderungen hinsichtlich Umwelt- und Artenschutzes in der Landwirtschaft. Die zunehmende Internationalisierung der Agrarmärkte in den letzten Jahren erhöht zudem den wirtschaftlichen Druck auf die Betriebe. Hier den passenden Spagat zwischen Ökologie und Ökonomie zu schaffen, stellt die Landwirtschaft aktuell vor große Herausforderungen. Daher gilt es genau abzuwägen, welchen Maßnahmen ökologisch und ökonomisch zielführend sind. Der Anbau von Zwischenfrüchten kann hier einen wichtigen Beitrag leisten.

Welche positiven Effekte haben Zwischenfrüchte?

Die Fruchtfolge gestaltet gleichzeitig die Landschaft und das Landschaftsbild. Arten, die von der Fruchtfolge profitieren, geben gewissermaßen etwas zurück: „Ein gut entwickelter Zwischenfruchtbestand in einer sonst vegetationsarmen Zeit – und auch darüber hinaus – ist wie eine prall gefüllte Vorratskammer für das Bodenleben. Mit diesem Nahrungsangebot können Landwirte die Voraussetzung schaffen, ‚Arbeit‘ an andere abzugeben, beispielsweise an Regenwürmer. Sie können wichtige Anteile in der Bodenbearbeitung übernehmen und den Luft-, Wasser- und Nährstoffhaushalt verbessern. Das gut versorgte Bodenleben trägt dann wiederrum zur Versorgung der Hauptfrucht bei “, erklärt Markus Molthan, Produktmanager Zwischenfrüchte KWS Getreide, im Interview.

Der Beitrag von Zwischenfrucht-Mischungen für die Bodenfauna ist damit von großer Bedeutung für den gesamten Lebensraum Acker. Für viele Lebewesen erhöht sich die Nährstoffgrundlage.

Der anektische Regenwurm (Tiefgräber) kommt etwa zur Nahrungssuche an die Oberfläche, zieht abgestorbene Pflanzenreste in das Erdreich und nutzt diese neben der Erde zur Futterverwertung. Gleichzeitig enthalten die Ausscheidungen dieses Regenwurms fünf Mal mehr Stickstoff, sieben Mal mehr Phosphor und elf Mal mehr Kalium als die umgebende Erde.

Neben dem Zwischenfruchtanbau gibt es noch weitere Maßnahmen, die in der Landwirtschaft in den letzten Jahren ergriffen wurden, um die Artenvielfalt zu fördern. Hier sind z.B. Blühstreifen oder auch Gewässerrandstreifen zu nennen, die z.B. ein zusätzliches Nahrungsangebot für Insekten wie auch Bienen schaffen.

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