• Schweinefütterung Roggen
    Fütterung mit Roggen – für gesunde Sauen & Ferkel

Studie Rye SaFe

Neue Fütterungskonzepte fördern die Tiergesundheit

Neueste Untersuchungen belegen, dass eine roggenbetonte Fütterung von Schweinen die Gesundheit der Tiere fördert. Vor diesem Hintergrund hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) jetzt den Startschuss und damit die Zusage für das Projekt Rye-SaFe gegeben.

Studie Rye-SaFe soll belegen: Neue Fütterungskonzepte fördern die Tiergesundheit

logo-ryesafe.jpg

Das Forschungs-Projekt mit dem Kürzel Rye-SaFe widmet sich der Fütterung von Roggen an Sauen und Ferkel. Es startete im August 2020 und läuft über drei Jahre. Im Zentrum steht die Frage, wie sich das Salmonellen-Aufkommen in Sauenbetrieben sowie der Transfer der Salmonellen von der Ferkelerzeugung in die Mast durch ein auf Roggen basierendes Fütterungskonzept reduzieren lässt.

Die Forschung baut auf dem 6-R-Konzept und weiteren Vorarbeiten auf, die sich unter anderem mit der Wirkung von Roggen im Futter sowie dem Salmonellenvorkommen im Mastschwein beschäftigt haben.

Projektpartner

Neben der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover als Projektkoordinator mit Professor Visscher und Professor Kamphus sind am Projekt mit Professor Wolf die Universität Rostock, mit Professor Kaltschmitt das Institut für Umwelttechnik und Energiewirtschaft der Technischen Universität Hamburg, die AniCon Labor GmbH sowie die KWS LOCHOW GmbH als Industriepartner (Abteilung GPM Feed) sowie die Viehvermarktungsgemeinschaft Aller-Weser-Hunte eG als Kooperationspartner der KWS beteiligt.
Die VVW ist ein genossenschaftliches Unternehmen mit mehr als 500 Mitgliedern und einer Vermarktungsmenge von mehr als 1 Millionen Tieren jährlich. Die Forschung findet in enger Zusammenarbeit mit der VVW statt und wird durch großangelegte Feldstudien mit mehr als 3.000 Sauen begleitet, um die Effekte direkt in der Praxis zu prüfen. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung.

logos-ryesafe.jpg.png

  • "Die Salmonellenbelastung der Tiere konnte um zwei Drittel gesenkt werden – ganz ohne Medikation, allein durch die Futterumstellung."

    Wilhelm Behrens, Geschäftsführer Viehvermarktungsgemeinschaft Aller-Weser-Hunte eG
    Wilhelm-Behrens-Viehvermarktung-Walsrode.jpg

Erfahrung mit Roggen in der Fütterung

In vorherigen Studien konnten die positiven Effekte des Roggens in der Fütterung auf das Tierwohl gezeigt werden (Abbildung 1). Als Futtergetreide ist Roggen sehr gut geeignet. Der Ballaststoffanteil ist der höchste unter den Getreidearten. Der Dünndarm kann diese Stoffe nicht enzymatisch abbauen. Sie werden erst im Dickdarm von Bakterien abgebaut/fermentiert. In der Folge entstehen kurzkettige Fettsäuren, die sich positiv auf die Verdauung und die Darmflora auswirken. Hervorzuheben ist der hohe Anteil der Fruktane und Arabinoxylane an der bakteriell fementierbaren Substanz im Roggen. Bei der Fermentation der Fruktane und Arabinoxylane im Darm entsteht Buttersäure, welche eine sehr gute Wirkung auf die Gesundheit der Darmschleimhaut hat. Weiterhin ist diese Substanz vermutlich einer der Hauptgründe für eine Reduzierung der Salmonellenlasst bei Roggen basierter Schweinefütterung. In einer Feldstudie mit 117.455 Mastschweinen wurden bis zu 40 % Roggen eingesetzt. Dieses Fütterungskonzept mit Roggen konnte die Salmonellenbefunde auf 1/3 reduzieren.

Abbildung 1: Mehr Tierwohl durch Roggenfütterung

Abbildung 1: Mehr Tierwohl durch Roggenfütterung

Ziel des Projektes

Das Ziel des Projektes ist die Wirkung des Roggens auf die Tiergesundheit zu untersuchen: angefangen bei der Jungsauen-Eingliederung, über die Ferkelerzeugung bis hin zur Mast (Abbildung 2).
Roggen enthält spezifische Inhaltsstoffe, die das möglich machen sollen. Mit der PollenPlus®-Technologie ist heute ein Einsatz von Roggen in der Sauenfütterung möglich, da das Mutterkorn-Risiko unter Kontrolle ist. Anders als früher sind der Roggen und die Nebenprodukte kein Risiko mehr für die Tiergesundheit, sondern können die Grundlage eines wirtschaftlichen Fütterungskonzeptes werden.

Abbildung 2: 3 Phasen – erwartete positive Effekte

Abbildung 2: 3 Phasen – erwartete positive Effekte

Rye-SaFe soll jetzt früher ansetzen als vorhergehende 6-R-Konzept und untersuchen, wie die Salmonellenbelastung durch neue Fütterungskonzepte reduziert werden kann, noch bevor die Schweine in Mastbetriebe überführt werden. „Wir haben festgestellt, dass bereits viele Ferkel Salmonellen aufweisen, wenn sie auf den Höfen angeliefert werden. Wir müssen also dafür sorgen, dass schon die Sauen und in der Folge natürlich die Ferkel weniger belastet sind“, sagt Behrens. Weniger Tiere, die sich mit dem Salmonellenerreger auseinandersetzen mussten, bedeutet, dass die Tiere gesünder sind und weniger Antibiotika in den Ställen eingesetzt werden müssen. In der Folge hat das auch positive Effekte auf die Nahrungsmittelsicherheit, denn Salmonellen sind vom Tier auf den Menschen übertragbar. Behrens: „Wenn wir all das – mehr Tierwohl, weniger Medikamente und sicherere Lebensmittel – allein durch neue Fütterungskonzepte erreichen, haben alle Seiten viel gewonnen.“

  • "Das Ziel sind weniger Salmonellenbelastung in der gesamten Produktion."

    Prof. Dr. Christian Visscher, Institutsleiter der Tierernährung in Hannover
    Prof._Christian_Visscher.jpg

Prof. Dr. Christian Visscher erklärt weiter:

"Bei Rye-SaFe steht der Einsatz der präbiotisch wirkenden Inhaltsstoffe des Roggens zur maximalen Steigerung der Buttersäureproduktion im Dickdarm im Mittelpunkt. Wir wollen ein neues Rye-SaFe Mischfutterkonzept entwickeln, welches eine einfache, kosteneffiziente und die Gesundheit der Tiere fördernde Lösung zur Reduktion des Salmonellenvorkommens in Ferkelerzeugerbetrieben bietet und damit die Salmonellensituation entlang der Produktionskette entschärft."

Roggen in der Tierfütterung

Ihr Ansprechpartner

Andreas von Felde
Dr. Andreas von Felde
Leiter Globales Produktmanagement Fütterung
E-Mail senden
KONTAKT