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    Aufbereitungsverfahren von Zuckerrüben

Verfahren zur Aufbereitung und Zerkleinerung von Rüben

Der Bereich der Technik zur Aufbereitung und Zerkleinerung von Rüben wurde in den vergangenen Jahren durch viele Innovationen geprägt – angetrieben durch deren Einsatz als Substrat in Biogasanlagen. Bereiteten anhaftende Erde und vor allem Steine anfangs noch große Probleme, wurden in den letzten Jahren verschiedene Maschinen mit guten Lösungsmöglichkeiten entwickelt. Von leistungsfähigen Rübenwäschen über Rübenschnitzler bis hin zu Trockenentsteinern für den täglichen Gebrauch, all diese Geräte sind heute für die Rübe im Einsatz.

Erdanhang bei Zuckerrüben ist kein Tabuthema

Oberstes Ziel in der Fütterung muss es sein, ein qualitativ hochwertiges Futter anzubieten. Hierzu gehört auch die Vermeidung eines hohen Schmutzanteils, um den Eintrag von Gärschädlingen und Krankheitserregern wie z.B. Clostridien und somit das Risiko hinsichtlich Fehlgärung und futterbedingten Krankheiten zu minimieren. Futtermittel mit hohen Aschegehalten wie beispielsweise eine schlechte Grassilage sind hier als kritisch zu betrachten.

Da die Zuckerrübe im Vergleich zu anderen Futtermitteln größtenteils unterirdisch wächst und aus dem Boden gerodet werden muss, bringt sie zwangsläufig auch einen gewissen Erdanhang mit sich. Neben äußeren Faktoren wie Bodeneigenschaften, Witterung und pflanzenbaulichen Maßnahmen haben vor allem Ernte- und Verladetechnik einen hohen Einfluss auf den Erdanhang.

Rübenverladung mit der Maus

Rübenverladung mit der Maus

Um den Erdanhang zu minimieren, ist es wichtig, die Zuckerrüben unter günstigen Rodebedingungen zu ernten. Die Zuckerrüben sollten im Anschluss nicht direkt verfüttert werden, sondern ca. zwei Wochen in Mieten am Feldrand oder in der Nähe des Betriebes gelagert werden. Die Durchlüftung der Miete bewirkt in diesem Zeitraum, dass die anhaftende Erde antrocknen kann. Bei einer anschließenden Verladung durch eine Verlademaus oder aber auch mittels alten Bändern aus der Kartoffeltechnik wird heute der Anteil loser oder anhaftender Erde im Erntegut deutlich vermindert.

Abhängig von der Bodenart kann die Zuckerrübe auch mit Wasser gereinigt werden. Eine Nassreinigung dient in erster Hinsicht mehr der Entsteinung als der Reinigung. Zu beachten ist, dass gewaschene Rüben schnell verderben können und nicht über längere Zeit als frische Zuckerrübe gelagert werden können. Sie sollten zeitnah nach der Wäsche verfüttert oder direkt einsiliert werden.

Auch die beim Erdanhang oft als vorteilhaft herausgestellte Futterrübe ist nicht frei von Erde. Der Anteil der Pflanze, der mit dem Boden verwurzelt ist, ist oft stark mit Erde behaftet. Sorten mit hoher Scheitelhöhe und womöglich geringerem Bodenkontakt bringen wiederum häufig Probleme bei der Maschinenrodung mit sich.

Rübenverladung mit Verladebändern

Rübenverladung mit Verladebändern

Steine – Gefahr erkannt, Gefahr gebannt!

Eine größere Herausforderung als die anhaftende Erde sind Steine im Erntegut. Besonders bei der anstehenden Zerkleinerung der Zuckerrüben können Steine einen erhöhten Materialverschleiß und Steinsplitter gefährliche Verletzungen verursachen und müssen daher herausgereinigt werden.

Wie auch beim Erdanhang muss vom Standort her klar sein, ob und wie viele Steine im Erntegut sein könnten. Zur Entsteinung stehen heute praktikable und sehr zuverlässige Lösungen zur Verfügung. Neben den bewährten Rübenwäschen gibt es auch bereits Waschroder sowie verschiedene Trockenentsteiner auf dem Markt.

Sind nur wenige Steine im Erntegut vorhanden, können die Zuckerrüben einfach mit Häckselschaufeln/Rübenschnitzlern zerkleinert werden. Vorteil dieser Schaufeln ist der flexible Einsatzbereich und die Robustheit des Systems. Kommt ein größerer Stein in die Häckselwelle, blockiert diese und der Ölmotor bleibt stehen. Die Schaufel kann anschließend ausgekippt und der Stein entfernt werden. Die Schaufeln erzeugen je nach Einstellung faust- bis streichholzschachtelgroße Schnitzel, die von der Größe her für die Fütterung auf den meisten Betrieben ausreichend klein sind. Bei geringem Steinbesatz stellt dieses Verfahren eine günstige Lösung zur Steintrennung dar.

Häckselschaufel

Häckselschaufel

Rübenschnitzler

Rübenschnitzler

Zerkleinerung – so fein wie möglich!

Um eine Selektion am Futtertisch und Schlundverstopfungen zu vermeiden, sollten die Zuckerüben möglichst gut zerkleinert werden. Zu große Rübenpartikel könnten die Futteraufnahme durch das Hinund Herschieben des Futters verringern und rangniedrigere Tiere würden benachteiligt werden.

Ziel sollte es daher sein, die Zuckerrüben so klein wie möglich zu machen und sie den Tieren zusammen mit den anderen Futterkomponenten in einer homogenen und ausgewogenen TMR (Totale Mischration) anzubieten.

Sind keine Steine im Erntegut vorhanden, so können die Zuckerrüben beispielsweise mit selbstfahrenden Futtermischwagen über die Fräse aufgenommen und zerkleinert werden.

Auch die Zerkleinerung von frischen oder silierten Zuckerrüben direkt im Futtermischwagen ist eine gängige Möglichkeit. Hier empfiehlt es sich, den Wagen für eine intensivere Zerkleinerung etwas länger laufen zu lassen. Bei nur wenig vorhandenen Steinen stellen für die Zerkleinerung die bereits zuvor erwähnten Schnitzelschaufeln eine sinnvolle Lösung dar.

Auch sich auf dem Markt befindende stationäre Trockenentsteiner bieten heute die Möglichkeit, neben der Entsteinung die Zuckerrüben auf die gewünschte Partikelgröße zu zerkleinern.

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Ulrike Stephan
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Sebastian Schaffner
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